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Münchner Botschaft der Armaturen

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aus DER SPIEGEL 37/1985

Ein »neuer Museumstyp« auf dem Sprung, vorerst noch im Depot, doch jetzt zugleich auch verheißungsvoll, ja sendungsbewußt, zwischen Buchdeckeln. Hans Wichmann, seit 1980 durch einsamen Minister-Entscheid Direktor der Münchner »Neuen Sammlung« für moderne Gebrauchskunst, stellt kaum noch aus (wofür das Haus berühmt war) und schafft um so emsiger an. So sind nun »Industrial Design, Unikate, Serienerzeugnisse« in rund 26 000 Beispielen beisammen. Wie er damit »menschheitsgeschichtlich bedeutsame Akzente« setzen will, legt Wichmann in einem bei Prestel erschienenen Prachtband (168 Mark) dar. Aus dem »immer enger werdenden Kreis von Erwerb, Verschleiß und Abfall« rette das Museum Produkte, die eine »gestalthafte Botschaft« des technischen »Dingarsenals« überbrächten. Denn mehr Kreativität als je fließe nun in angewandte Kunst, zumal in industrielle Serien und Systeme. Eindrucksvoll katalogisiert das Buch immerhin vier Prozent der jetzigen Bestände: Designer-Höchstleistungen vom klassischen Kunstgewerbe bis zu Werkzeug, Brillen, Armaturen, Surfboards, Autos, Golf- und Tennisschlägern. Einleitend verspricht Kultusminister Hans Maier dem Institut »möglichst bald« einen Neubau.

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