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Museen

aus DER SPIEGEL 15/1972

Droht den amerikanischen Museen der Ausverkauf? In ihrer Finanznot (steigende Kosten, schwindende Budgets) tragen sie Kunst aus eigenen Beständen zu Markte -- und nicht nur abgehangene Depot-Schinken, sondern auch veritable Meisterwerke. Das New Yorker Museum of Modern Art beispielsweise stieß kürzlich zwei Gemälde von Odilon Redon und Giorgio de Chirico ab, und Thomas Hoving, Chef des »Metropolitan«, konnte sich jetzt nur schwach gegen den öffentlichen Vorwurf verteidigen, er wolle Hauptwerke wie Picassos »Frau in Weiß«, Manets »Knabe mit Schwert« oder Renoirs »Auf der Wiese« zum Verkauf freigeben. Zwar nannte er diesen Vorsatz überholt, gab aber zu, den Picasso-Rausschmiß »erwogen« zu haben, denn »in Picassos sind wir gut bestückt, dafür brauchen wir andere Sachen«. Hoving-Kollege Thomas Messer vom Guggenheim-Museum assistiert: »Der Öffentlichkeit ist doch am besten gedient, wenn wir unsere Sammlungen auf diese Weise verbessern.«

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