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Museen: Ein Georges de La Tour für Berlin

aus DER SPIEGEL 22/1976

Georges de La Tour (1593 bis 1652), dieser nach zweieinhalb Jahrhunderten des Vergessens von Kunsthistorikern Werk für Werk exhumierte Großmeister französischer Malerei, wird immer weiter wiederentdeckt. Als ihre »bedeutendste Erwerbung seit dem Krieg« (so Direktor Henning Bock) stellt jetzt die Berlin-Dahlemer Gemäldegalerie ein »Essendes Bauernpaar« (Photo) vor, das kürzlich aus Schweizer Privatbesitz aufgetaucht war -- in traurigem, für das Schicksal des La-Tour-OEuvres typischem Zustand: Ein früherer Eigentümer hatte die zwei Figuren auseinanderschneiden und durch Anstücken auf gleiche Kopfhöhe bringen lassen. Sorgsam vernäht, gereinigt und minimal retuschiert, präsentiert sich das scharf realistische Bild, für das die Berliner fast zwei Millionen Mark bezahlen mußten, nunmehr als würdiges Gegenstück neben dem bislang einzigen Werk des Meisters in Deutschland, einer nächtlichen »Pflege des heiligen Sebastian«.

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