12. Popkomm in Köln Auf der Suche nach dem digitalen Alltag

Allmählich beginnt auch für die traditionelle Musikindustrie das Online-Zeitalter. Hauptthema der 12. Popkomm ist das Miteinander von Plattenfirmen und Internetbranche. Die Musikmesse findet vom 17. bis zum 19. August in Köln statt.


Köln - Nach jahrelanger Zurückhaltung nähert sich die Musikbranche auf der internationalen Musikmesse Popkomm 2000 in Köln dem Online-Zeitalter. "Das Internet wird in Zukunft eine große Rolle spielen", sagte Thomas M. Stein, Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, am Donnerstag bei der Eröffnung der Popkomm in Köln. Stein betonte jedoch: "Den Tag, an dem die Musikwirtschaft gefressen wird, werden wir nicht erleben." Gerade im Online-Zeitalter seien die Fähigkeiten gefragt, Talente zu entdecken und zu vermarkten, sagte er. Besonders darin hätten die Plattenfirmen große Erfahrung.

Auch Dieter Gorny, Chef des Musiksenders Viva, ist überzeugt, dass sich alte und neue Technik ergänzen werden. Dies zeige das Verhalten der heutigen Jugendgeneration: Fernsehen sei genauso Alltag wie das Internet. "Es ist ein weiteres Angebot, leichter und schneller an Inhalte zu kommen." Genauso werde die Musikbranche wichtig bleiben, sagte er.

BMG-Boss Stein: "Talente entdecken und vermarkten"
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Auf der 12. Popkomm präsentieren sich bis Samstag 924 Musik-Aussteller aus 32 Ländern. Auf dem Kongress stehen das Miteinander von Internet und Musikbranche sowie das Verhältnis zwischen Rundfunksendern und Phonoindustrie im Mittelpunkt. In den Kölner Clubs läuft in den Nächten ein breites Musikprogramm mit über 500 Bands und Künstlern jeder Stilrichtung, das am Wochenende in der Innenstadt mit dem Ringfest an zwölf Open-Air-Bühnen endet. Die Veranstalter erwarten bis Sonntag etwa 2,5 Millionen Besucher.

Gerade darin, dass über 200 Online-Firmen auf der Popkomm vertreten sind, sieht auch der stellvertretender Geschäftsführer der Popkomm, Ralf Plaschke, ein starkes Interesse dieser Branche an der Zusammenarbeit mit der Musikindustrie. Auch er plädiert für das Miteinander der Streithähne aus Internet und Musikbranche: Nach der digitalen Herausforderung im vergangenen Jahr ist in diesem Jahr der digitale Alltag Hauptthema der Messe", sagte Plaschke.

Erstmals feiert sich die Musikmesse in diesem Jahr auch in einer großen Gala, die live am Donnerstagabend in der ARD übertragen wird. "Die Popkomm hat sich als großes Ereignis etabliert, das auch in der 'Prime Time' für eine Fernsehausstrahlung gut ist", freute sich Plaschke.



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