3p vs. Xavier Naidoo Moses kann's nicht lassen

Die Sachverhalte ähneln sich, die Urteile sind immer gleich: Als nunmehr viertes Landgericht hat die Hamburger Justiz eine einstweilige Verfügung von Moses Pelhams Plattenfirma 3p gegen ein Label abgelehnt, das mit seinem Ex-Schützling Xavier Naidoo kooperiert. Eine sinnlose Klageschlacht?
Von Jürgen Laarmann

Beim dritten Prozess innerhalb von drei Wochen hat es 3p erneut nicht geschafft, dem Soul-Sänger Naidoo ("Nicht von dieser Welt") die Mitwirkung bei anderen Musikprojekten zu untersagen. Nach den gestoppten einstweiligen Verfügungen gegen die Beteiligung Naidoos bei den Söhnen Mannheims, Edo Zanki und Michael Mittermeier wundert sich die Branche über die Beharrlichkeit der Rödelheimer, sich fast im Wochentakt Prozessniederlagen abzuholen. Auch die Verfügung gegen Naidoos Mitwirkung bei dem Song "Flashgott" auf der CD des Hamburger Rappers Jan Delay (Buback Records) wurde am Mittwoch vom Hamburger Landgericht abgeschmettert.

Tatsächlich gelten die Urteile für Naidoo nur bis zur endgültigen Klärung, ob und wie weit seine Kündigung des vermeintlichen "Knebelvertrags" wirksam ist oder überhaupt jemals wirksam war. Sollte 3p in diesem Fall Recht bekommen, hätte Xavier Naidoo die ihm zustehenden Tantiemen aus neuen Projekten womöglich als Schadenersatz an sein Ex-Label abzutreten. Alle jetzigen Siege Naidoos würden sich in bittere Niederlagen wandeln.

Die Anwälte des Rödelheimer 3p-Labels haben indes offensichtlich ihren Optimismus heruntergeschraubt. Legten sie noch bei der ersten Single der Söhne Mannheims "Wir haben euch doch nichts getan", von der etwa 5000 Stück verkauft wurden, noch einen Gegenstandswert von einer Million Mark fest, wird der vorläufige Streitwert selbst bei Erfolgs-CDs wie "Searching For The Jan Soul Rebels" von Jan Delay, bei denen weitaus höhere Umsätze gemacht werden, gerade mal auf 50.000 Mark beziffert, was für den Prozessverlierer geringere Prozesskosten bedeutet.

Doch die Klageschlacht geht weiter. Am 22. Juni steht der nächste Prozesstermin an. Vor dem Landgericht Mannheim verklagt 3p seinen ehemaligen Schützling als Einzelperson auf Unterlassung von Mitwirkung an Projekten, die nicht in seinem Vertrag vorgesehen ist. Nach Auffassung von Naidoo ist dieser jedoch seit der Kündigung seines Vertrages im letzten Sommer nicht länger an 3p gebunden.

Die Anwälte des Mannheimer Sängers haben nunmehr eine Feststellungsklage angestrengt, die endgültig die Wirksamkeit der Kündigung des Vertrages klären soll. Voraussichtlicher Termin des zu erwartenden Showdowns: Oktober 2001.









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