Prozess in Stockholm Staatsanwalt fordert sechs Monate Haft für A$AP Rocky

Der US-Rapper A$AP Rocky steht wegen einer Schlägerei in Stockholm vor Gericht. Donald Trump forderte seine Freilassung - nun hat die schwedische Staatsanwaltschaft im Prozess ihr Abschlussplädoyer gehalten.

Gerichtszeichnung von A$AP Rocky in Stockholm
Anna Harvard/ TT News Agency/ REUTERS

Gerichtszeichnung von A$AP Rocky in Stockholm


Im Prozess gegen A$AP Rocky in Stockholm hat Staatsanwalt Daniel Suneson eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten für den US-Rapper und zwei seiner Begleiter gefordert. Sie hätten zusammen und im Einvernehmen miteinander das 19-jährige Opfer zusammengeschlagen, sagte der Ankläger in seinem Plädoyer, wie das schwedische Fernsehen SVT in einem Liveblog berichtete.

Der 30-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, und seine Begleiter haben auf nicht schuldig plädiert. A$AP Rocky hatte zuvor zugegeben, Ende Juni im Stockholmer Zentrum den jungen Mann einige Meter weit geschleudert und anschließend getreten und geschlagen zu haben. Er habe aus Notwehr gehandelt, hatte er vor Gericht gesagt.

Das Opfer, ein 19-jähriger Afghane, hatte mehreren Aussagen zufolge die Gruppe um den Rapper über längere Zeit verfolgt und sich mit dem Leibwächter gestritten. Zwei Frauen, die am Freitag als Zeugen aussagten, bestätigten, dass die US-Amerikaner den 19-Jährigen mehrfach aufforderten, sie in Ruhe zu lassen. Doch der Mann habe sich geweigert. Am Ende kam es zu einer Schlägerei, bei der er zu Boden geworfen und von mehreren Schlägen und Tritten getroffen wurde.

Ob bei dem Handgemenge Glasscherben oder Flaschen zum Einsatz kamen, wurde zur entscheidenden Frage in dem Verfahren. Das Opfer hatte ausgesagt, mit Glasscherben verletzt worden zu sein. An seinem Arm befanden sich Schnittwunden.

Zwei Frauen, die bei der Auseinandersetzung anwesend waren, berichteten, dass jemand aus dem Gefolge des Rappers eine Glasflasche in der Hand hatte, sie sahen aber nicht, dass damit geschlagen wurde. Die drei Angeklagten gaben an, die Flaschen nur aus dem Weg geräumt zu haben, damit die anderen sie nicht nehmen konnten.

"Rocky wollte mich verteidigen"

Der Leibwächter, der eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung spielte, war nicht angeklagt und sagte als Zeuge aus. Auch er beschrieb den 19-Jährigen als aggressiv. Er habe den Eindruck gehabt, dass der junge Mann unter Drogen stand. Er empfand den Mann als Bedrohung und habe versucht, A$AP Rocky vor ihm zu schützen: "Er hatte etwas in der Hand. Ich wusste nicht, was es war."

Der 19-jährige Afghane sei wiederholt auf den Leibwächter zugekommen, erzählt dieser. Schließlich habe A$AP Rocky den Mann gepackt und weggeschleudert, so der Leibwächter weiter. Die Angeklagten hätten dann auf das Opfer eingeschlagen und -getreten, bis er, der Leibwächter, die Kämpfenden auseinandertrieb: "Rocky wollte mich verteidigen."

US-Rapper A$AP Rocky im Juni 2019 in Vancouver, Canada
Getty Images

US-Rapper A$AP Rocky im Juni 2019 in Vancouver, Canada

Der Staatsanwalt wies die Notwehr-These in seinem Schlussplädoyer zurück: "Wir haben hier drei Personen, die einen Menschen, der am Boden liegt, schlagen und treten." Dieses Ausmaß an Gewalt sei nicht vertretbar.

Die Verteidiger der Angeklagten sollten im Laufe des Freitagnachmittags ihre Schlussplädoyers halten. Zuvor hatten sie die Männer gefragt, ob sie bereit wären, gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Das Verfahren hatte zu einer Belastung des Verhältnisses zwischen den USA und Schweden geführt. Präsident Donald Trump hatte dem Rapper seine persönliche Unterstützung angeboten. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hatte dagegen die Unabhängigkeit der Justiz seines Landes betont.

feb/Reuters/dpa/AP

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