Abgehört - neue Musik Supersize, Supersexy, Supersale

Mehr Pop als Shirin David geht gerade nicht. Aber geht es auf ihrem Debüt-Album eigentlich um Musik? Außerdem: Rap-Stolpersteine von Trettmann, Noir-Gospel von Shari Vari und ein Coltrane-Soundtrack.

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Shirin David - "Supersize"
(Vertigo Berlin/Universal, seit 20. September)

Am Wochenende war mal wieder Ausnahmezustand hier in Berlin. Nee, nicht wegen der Klimawandel-Demo, das war Freitag. Schon einen Tag später war die Konsumwelt wieder in Ordnung. Die Autogrammstunde von Shirin David im Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz musste wegen Überfüllung abgebrochen werden. "Die Leute fingen an zu quetschen, Mädchen haben keine Luft bekommen, Leute sind umgekippt. Eure Sicherheit geht einfach vor", schrieb die 24-jährige Künstlerin zur Entschuldigung, die am Vortag ihr Debütalbum "Supersize" veröffentlicht hat.

Überlebensgroß, das passt gut zu David, die laut einer Umfrage zu den fünf beliebtesten Persönlichkeiten für die Jugend gehört - neben Heidi Klum, Pietro Lombardi, Cristiano Ronaldo und Greta Thunberg (eine irre Liste voller Widersprüche). Über zwei Millionen YouTube-Follower hat die seit Kurzem rappende Influencerin, auf Instagram sind es fast doppelt so viele. 43 Millionen Mal wurde ihre erste Single "Gib ihm" seit Februar aufgerufen. Man muss nicht so weit gehen wie die "FAZ", die David neulich bereits zur neuen Leitkultur ausrief, aber Fakt ist: Das zurzeit wohl größte Idol der deutschen Kids ist eine 24-jährige Frau aus Hamburg, die zahlreiche Talente hat, darunter Schminken, Rappen und Singen. Ihre größte Gabe scheint jedoch die Selbstvermarkung zu sein - und damit ist sie die perfekte Verkörperung des neoliberalen Zeitgeistes, der die ökonomisch bedingte Selbstoptimierung zur obersten Tugend erklärt.

Sehr schön zeigt sich das im Unboxing-Video, das David zu ihrer 50 Euro teuren Deluxe-Box zum Album veröffentlicht hat. Zu Recht wird sie von umweltbewussten Fans dafür kritisiert, dass der ganze angeblich hochwertige Kram darin schlicht ein Haufen Plastik und Papiermüll ist - von der dünnen Klarsichthülle für die wie nebenbei auch noch reingeworfene CD über gleich zwei Plastiktäschchen zum Shopping bis hin zum Hochglanzkalender mit freizügigen Bildern der Künstlerin für jeden Monat. Ein Pröbchen ihres neuen, eigenen Dufts gibt es auch noch dazu. Es ist eine Feier der Warenhaftigkeit und Oberfläche, wie sie nicht schamloser, aber auch nicht ehrlicher sein könnte. Subversiv ist hier nichts, die Parole "Gib ihm" wird Programm: Alles muss raus. Man hätte die Platte auch "Supersale" nennen können.

Die Beats, die von chartserprobten Produzententeams wie dem Berliner Kollektiv FNSHRS so unauffällig wie gefällig unter Davids zumeist hedonistisch motivierte Emo- und Selbstermächtigungslyrik (Her mit der Kohle, den Autos, dem Fame und der Liebe!) getackert wurden, scheint in dieser Inszenierung tatsächlich nur Beiwerk zu sein. Fünf Tracks waren bereits als Single veröffentlicht, ein sechster, "Nur mit Dir", wurde am Wochenende samt Video veröffentlicht. Er hat mit Xavier Naidoo den prominentesten Feature-Gast des Albums, wobei sich die Frage stellt, ob nicht der wegen Reichsbürger-Unsinns in Verruf geratene Mannheimer inzwischen weitaus mehr von diesem Gastauftritt profitiert als die populäre Newcomerin. Von den sechs neuen Songs reicht leider keiner an die slicke En-Vogue-Eleganz von "Gib ihm" heran, außer vielleicht der an R&B-Vorbilder wie Aaliyah angelehnte Hater-Spott "Größter Fan". Zum Ende hin geht "Supersize" mit generischen Autotune-Balladen die Luft aus, allein die relativ unverfälscht gesungene G-Funk-Nummer "Melodien" überzeugt.

Aber ist das wirklich noch wichtig in diesem Spiel mit Verwertungszusammenhängen, geht es hier um Musik? Man könnte Shirin David als selbstbestimmt agierende Rapperin und Musikerin mythologisieren und in einem männerdominierten Genre willkommen heißen. Aber mit mehr oder weniger authentisch wirkenden KollegInnen wie Juju oder Ebow scheint sie nur wenig gemein zu haben. Das Gesamtpaket wirkt wie ein Marken-Clip-on, ein mediales Vehikel, das bei Misserfolg oder Langeweile auch wieder durch Make-up-Tutorials, Comedy, einer Modelinie oder Reality-TV ersetzt werden kann, Vorbild Kardashians.

Insofern soll als basalster Anreiz, "Supersize" zu erwerben, wahrscheinlich schon allein das Covermotiv reichen, auf dem David nackt zu sehen ist. Aber nicht im Sinne einer Entblößung oder Natürlichkeit, denn David betrachtet auch ihren Körper als Kunstwerk und hat ihn in für sie (und den Markt) passende Formen und Kurven modellieren lassen. Ihr Versprechen "Nur du kannst mich sehen, so wie ich bin", das sie in "Unsichtbar" abgibt, ist also ein leeres: Ihr Körper ist ein nach tradierten Normen modelliertes Symbolbild für Sexyness. Ihn hüllenlos zu zeigen, propagiert sie in Statements und Interviews als feministischen Akt - allerdings nur nach vorheriger Fehlerkorrektur am Computer, damit die Projektionsflächen schön glatt und makellos sind: Ihr Körper, ihre Ware, ihre Regeln der Künstlichkeit. Mit Barthes gedacht: ein ganz großer Moment der Pop-Art. (ohne Wertung) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
23.09.2019, 15:53 Uhr
Ohne Gewähr

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Shirin David
Supersize

Label:
Vertigo Berlin (Universal Music)
Preis:
EUR 13,98

John Coltrane - "Blue World"
(Impulse/Universal, ab 27. September)

Knapp 37 Minuten neue Musik sind von John Coltrane aufgetaucht, die der Saxofon-Meister mit seinem klassischen Quartett, also McCoy Tyner am Piano, Elvin Jones am Schlagzeug und Jimmy Garrison am Bass, einspielte. Die Aufnahme datiert vom Juni 1964. Es war eine Session bei Rudy van Gelder in New Jersey, gedacht als Soundtrack für einen Film eines jungen Frankokanadiers, "Le chat dans le sac" von Gilles Groulx, der in Montreal die Nouvelle Vague nachstellte.

Der Film ist vergessen: Junge Frauen beklagen sich darin über bourgeoise Eltern, junge Männer halten die politischen Bücher in die Kamera, die sie lesen, es ist kalt in Montreal, man trennt sich, es ist immer noch kalt, aber jetzt läuft Vivaldi. Ein halbes Jahr später nimmt Coltrane "A Love Supreme" auf und steigt kurz vor dem jähen Ende seines Lebens in neue Höhen auf, weit weg von den Sorgen junger weißer Kanadier, die lieber in Paris wären.

Ist die erstmalige Veröffentlichung dieser Session nun so wichtig wie die Entdeckung von "Both Directions at Once" im Sommer vor einem Jahr? Zum einen: Nein. Es sind hinlänglich bekannte Coltrane-Stücke: "Naima" in zwei und "Village Blues" sogar in drei Versionen, "Blue World" ist eine akkordreduzierte Bearbeitung von Harold Arlens "Out Of This World", dann folgen die kurze Latinnummer "Like Sonny" und der Blues "Traneing In", den Jimmy Garrison alleine eröffnet. Nach zwei Minuten steigen Piano und Schlagzeug ein, der Chef sogar erst nach fünf. Aber natürlich: Es ist immer noch ein Tondokument einer der besten Bands des High-Modernism im Jazz.

Coltrane spielt hier jedoch Material, das nicht zu seiner Entwicklung im Jahr 1964 passt. Er spielt es, um mit der Plattenfirma keinen Ärger zu kriegen. Fremdmaterial wäre rechtlich zu aufwendig und zu teuer, Neues kann er nicht verfeuern. Aber genau das macht den Reiz aus: Wir hören eine Band, die zurückblickt und dabei bereits ins Stadium der Überreife kippt - als würde sie sich ein bisschen langweilen, diese Nummern erneut zu spielen.

"Naima", die Über-Ballade, eröffnet den Film nach ein paar Minuten und steht auch am Anfang des Albums. Das Piano turnt ordentlich herum mit Vierteltriolen in der Begleitung, doch Trane spielt nur mehrmals das Thema. Die echte Naima hat er da schon längst verlassen und lebt mit einer neuen zusammen, Alice McLeod, spätere Coltrane. Am Schluss des Albums steht der zweite Take von "Naima". McCoy Tyner swingt jetzt in seinem Solo, der Chef spielt noch immer keins. Und so sehr man hier noch einen jüngeren Coltrane hört, kündet sich im beschwörenden Ton des reinen Themas doch bereits der spirituelle Sound von "A Love Supreme" an.

"Blue World" sucht im Titel die Nähe zum populären "Blue Train"-Album von 1958, das musikalisch nicht viel und von der Band her rein gar nichts mit 1964 zu tun hat. Der Albumtrailer färbt den kanadischen Schwarzweißfilm sogar in den Farben des "Blue Train"-Covers ein. Es geht um Geld, klar. Groß wird das Album aber gerade dann, wenn es auf einmal einen Dreck auf die Kohle gibt: Coltrane spielt zuerst sehr zurückhaltend und null "schwierig", im Wissen, dass es sich bei einem Soundtrack um Hintergrund handelt. Irgendwann scheint ihm das aber egal zu sein, eine Session ist eine Session - und los geht's. (ohne Wertung) Tobi Müller

Preisabfragezeitpunkt:
23.09.2019, 15:45 Uhr
Ohne Gewähr

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John Coltrane
Blue World

Label:
Impulse (Universal Music)
Preis:
EUR 17,19

Shari Vari - "Now"
(Malka Tuti/Rough Trade, seit 13. September)

Wir sind alle so am Arsch. Dachte ich gerade gestern Abend wieder, als der sympathisch vom Leben zerknautschte Jenke von Wilmsdorff sich auf RTL einem Selbstexperiment aussetzte und vier Wochen nur in reichlich Plastik verpacktes Essen zu sich nahm. Für ihn eine Ausnahme, für mich Alltag. Seit Jahrzehnten. Sorry, aber ist so. Wer hat schon Zeit und Nerven für plastiklose Ernährung? Am Ende hatte er so viele toxische Weichmacher in Blut und Urin, dass einem schon beim Zuschauen übel wurde. Immerhin liegt darin eine poetische Gerechtigkeit: Wir richten nicht nur den Planeten samt Klima zugrunde mit unserem renitenten Dreck, sondern gleich auch uns selbst.

Aber Hoffnung macht das alles nicht. Man müsste was ändern, jetzt gleich, aber was? Und wie? Und wenn es am Ende eh nichts bringt, warum dann erst anfangen? Tanz die Verdammnis!

Andreas Borcholtes Playlist KW 39
SPIEGEL ONLINE

Playlist auf Spotify

 1. Children: Hype

 2. Hunney Pimp feat. Melonoid: Britney

 3. Shirin David: Größter Fan

 4. Deichkind: Dinge

 5. Shari Vari: Overdose

 6. OTTO: Auto-Disco

 7. Tove Lo feat. Jax Jones: Jacques

 8. Automatic: Signal

 9. Wilco: Everyone Hides

10. Bonnie "Prince" Billy: At The Back Of The Pit

Das wäre ein schönes Motto für das Debütalbum von Shari Vari, das nach langer Bastelarbeit und Verzögerungen nun endlich erschienen ist. Es ist düster und nervös, es trifft einen irritierend beruhigenden Tonfall zwischen Depression und Euphorie - und bringt den abgründigen Zeitgeist so perfekt auf einen elektronischen Sound wie kaum ein anderes Pop-Album in diesem Jahr. "This is what I mean/ When I say that I'm lost/ When everything I once knew/ Is out of order", singt Sophia Kennedy im ersten Track "Out Of Order" mit verkratzer Stimme. Dazu klickerklackert ein dürrer Minimalbeat im Ping-Pong-Rhythmus vor sich hin: "Everybody's working, nobody's sleeping", ruft sie dann, als ein House-Piano plötzlich Wärme in die kalte Mechanik bringt.

Assoziationen explodieren förmlich in diesen ersten drei Minuten: Psychobilly, Suicide, Art of Noise, Anne Clark, Gun Club, "Metropolis", "Moka Efti" - das Berlin der Zwanziger, New York in den späten Siebzigern, katapultiert in einen experimentellen Technoklub voller Opiumschwaden. "Dance Alone" erhöht das Tempo mit einem aus den Achtzigern herbeizitierten R&B-Gerüst von Jimmy Jam und Terry Lewis, zwischen deren klapprigen Streben Kennedy sich mit heiserer Alt-Stimme in Ekstase grollt, heult und kiekst: "Are we alone out here?"

Danach zelebriert sie sich als sirenenhafte Königin des Großstadt-"Jungle", gibt sich eine "Overdose" tribaler Beats und lässt im Titelstück die Sirenen zu aus der Ferne unheilvoll wummernden Trommeln wabern: "We have to go on somehow" singt sie exaltiert, "there's no place to return to". Das Ganze mündet schließlich in die Lou-Reed-Hommage "Not A Perfect Day", in der sich Kennedy als kunstliedhafte Knef-Inkarnation zu Pupsgeräuschen aus dem Blasmusikgenerator dem süßesten Fatalismus hingibt: "You're so selfish/ You're so vain and a fool/ This whole world does not/ Give a fuck about you", jubiliert Kennedy. "But that's the only way of life". Hach ja.

Shari Vari ist das gemeinsame Projekt der aus den USA stammenden Hamburger Sängerin, deren Solodebüt 2017 zu den auch international besten Platten des Jahres gehörte, und der Filmemacherin und Musikerin Helena Ratka. Zusammen begeistern sie mit ihrem Gothic-Gospel bereits auf dem Berliner Pop-Kultur-Festival. "Now" liefert nun einen rauschhaften Soundtrack zur Dysfunktionalität unserer Gegenwart. Wenn schon Weichmacher, dann bitte diesen. (9.0) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
23.09.2019, 16:01 Uhr
Ohne Gewähr

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Shari Vari
Now (Lp/180g) [Vinyl LP]

Label:
Malka Tuti (Rough Trade)
Preis:
EUR 21,51

Trettmann - "Trettmann"
(Soulforce/BMG, seit 13. September)

Eine kleine Ewigkeit wartete die Literaturkritik auf den Wende-Roman schlechthin. Dann kam 2017 ein ehemaliger Reggae-Clown um die Ecke und erzählte ihn in weniger als vier Minuten. Zu skelettierten 808-Beats, mit Auto-Tune-Harmonik und Zeilen wie dieser: "Freiheit gewonnen, wieder zerronnen." Trettmann war der Newcomer des Jahres - mit über 40. Er kam aus der Dancehall und brachte mit dem Album "#DIY" einen Sound in den deutschen Rap, der unerhört wirkte: den Klang der Geschichte. Trettmann glorifizierte seine Story nicht zur Ego-Shooter-Mythologie. Er erzählte von zerstörten Illusionen. Der Titel des entscheidenden Songs ist so schillernd monochrom, wie sich die Zeit in seiner Heimatstadt Chemnitz, die gerade noch Karl-Marx-Stadt hieß, angefühlt haben muss: "Grauer Beton".

Hier hatte einer Storytelling neu definiert. Und war damit prädestiniert, auch Leuten zu gefallen, die sich Hip-Hop als Gangster-Kindergarten vorstellen, nur ohne Erzieherinnen. Trettmann war quasi im Alleingang dafür verantwortlich, dass diese Leute Deutsch-Rapper jetzt "Songwriter" nennen.

Abgehört im Radio
Mittwochs um 23 Uhr gibt es beim Hamburger Web-Radio ByteFM ein Abgehört-Mixtape mit vielen Songs aus den besprochenen Platten und Highlights aus der persönlichen Playlist von Andreas Borcholte.

Die selbst gewählte Rolle als Deutsch-Rap-Chronist könnte Trettmann auf seinem neuen Album nicht ernster nehmen. Und kaum besser einlösen. Das selbstbewusst betitelte "Trettmann" ist ein Konzeptkunstwerk zum Überthema Zeit. Solche, die stehen bleibt (wegen Euphorie), die im Flug vergeht (wegen Substanzen), die man gemeinsam teilt (bis endgültig Schluss ist). Und Zeit, die sich in bedrohlichen Zyklen wiederholt.

"Schlingen werden wieder geknüpft/ Messer wieder gewetzt/ Nein, nicht woanders/ Hier und jetzt", sing-sangt Trettmann in "Stolpersteine", seine Stimme wie Sandpapier, nie kratzbürstig und trotzdem rau. Der Flow ist pointillistisch, beiläufig hingetupft, aber von existenzieller Wucht. Trettmann zitiert in dem Stück Bertolt Brecht: "Der Schoß noch fruchtbar/ Aus dem das kroch." Er lebt schon lange in Leipzig, seine Musik entsteht im Berliner Studio des Produktionstrios Kitschkrieg. Auf das, wofür Chemnitz zuletzt in den Schlagzeilen war, reagiert er mit einem Blick nach unten. Auf die Gedenksteine, die als Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus in vielen deutschen Städten in den Boden eingelassen sind.

Der Kunstgriff ist simpel, fast banal: Der Ich-Erzähler taumelt, wie so oft bei Trettmann, durch das Ende einer Nacht und weiß nicht, wo das alles hinführt. Ein Stolperstein verbindet den Raver und seine Realitätsflucht mit der Last der Vergangenheit, die plötzlich ganz gegenwärtig wird. Tatsächlich: großes Songwriting.

Am Anfang von "#DIY" stand eine Nahtoderfahrung. Diesmal: der Kampf David gegen Goliath. "Alle gönnen mir, dass ich gewonnen hab", rappt Trettmann im ersten Song "Intro", und man gönnt ihm das auch diesmal wieder. Den Kampf gegen krachlederne Volkstümelei hat er allerdings vorerst verloren. In den Album-Charts landete "Trettmann" auf Platz zwei, hinter einem Best-of voller Heimat-Schlager-Geballer von Andreas Gabalier. Auch das ein Faktum für die Chronisten dieses Landes. (8.3) Arno Raffeiner

Preisabfragezeitpunkt:
23.09.2019, 15:58 Uhr
Ohne Gewähr

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Trettmann
Trettmann

Label:
Soulforce/Bmg (Warner)
Preis:
EUR 14,71

Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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Seite 1
ambulans 24.09.2019
1. hm,
gabs coltranes rudy van gelder-sessions nicht schon mal, evtl. als anhang von was anderem? mit dem rest kann ich nichts anfangen; trettmann ist schon etwas witzig, wird aber bald langweilig. wann beginnt denn jetzt der versprochene interessante herbst?
Papazaca 24.09.2019
2. Von einem Kardashian-imitat bis zu Coltrane: Alles drin!
Shirin David braucht Geld. Kann ich verstehen. Die Musik erinnert mich eher an Werbung für Bademäntel und Kleinwagen. Viel mehr kann man dazu nicht sagen. Ach ja, Xavier Naidoo braucht auch Geld. Coltrane, hier mit McCoy Tyner, Elvin Jones und Garrison ist ein Ausnahmemusiker. Er hätte auch Musik für Staubsauger spielen können. Hier spielt er auf seinem Tenor Klassiker wie Naima. Einer der größten. Musiker ever. Und hier spielt in der Rubrik "Abgehört" zusammen mit Musik-Trivialos. Das grenzt an Gotteslästerung. Shari Vari verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht. Weder die Musik, noch die Stimme noch Autotune. Aber egal, ich werde es überleben. Trettmann ist wirklich interessant. Gute Texte, gute Instrumentierung, eher minimalistisch. Nur Autotune wäre nicht notwendig. Könnte richtig gut sein. Ich muß es mir noch mal in Ruhe anhören. Nicht schlecht.
freddykruger 24.09.2019
3. @ambulans
Hallo Doc. Der versprochene interessante Herbst hat schon Ende August angefangen. Zumindest was meinen persönlichen Geschmack betrifft. Von Tool über Exhorder bis As I Lay Dying war schon einiges dabei für mich. Nur bei Abgehört nicht. Das was hier heute vorgestellt wird kann man getrost unter den Teppich kehren. Selbst meckern vergeht einen wenn man sich die Mühe macht in die hier vorgestellten Alben reinhört.
hard_frost 24.09.2019
4. ohne wertung?
shirin david : wie o.a.: plastikmüll, ohne stil coltrane: interessiert mich nicht wirklich shari vari: gefällt mir vom papier her ganz gut, aber die Trackauswahl.. beim 3. passiert nun wirklich nichts Entscheidendes trettmann : kann ich nicht ausstehen. Ganz schlimm, diese Beats von der Stange, dieses dumme Overdrawn Auto-Tuning... DIESE TEXTE. @Papazaca: An welcher Stelle hast du bei Shari Vari Autotune vernommen? Ich kann da nichts Auffälliges finden.
hileute 24.09.2019
5. Nicht zu vergessen:
on Off, der meiner Meinung nach beste Song von Supersize, das harmoniert einfach mit Maitre gims perfekt, Trettmann hat mit Rap wenig zu tun, als Einschlaglektüre aber gut geeignet, starke Texte die man auf sich wirken lassen kann auf eingängigen Beats, sehr nett, einfach Mal durchlaufen lassen auf Spotify, geld ausgeben würde ich dafür nicht.
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