Abgehört - neue Musik Sinnsuche In Dröhnkulissen

Black Herstory und der Sunfucker: Matana Roberts und Michael Gira von Swans forschen auf ihren neuen Alben nach Identität. Außerdem: Westfälische Kaffeemühlen-Musik und Dada aus dem Geist der Tretmine.

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Matana Roberts - "Coin Coin Chapter Four: Memphis"
(Constellation Records/Cargo, seit 18. Oktober)

Alles, was uns je beigebracht wurde, war weiße Geschichte. Das erklärte Tina Lawson, die Mutter von Beyoncé und Solange Knowles, auf dem wichtigsten und besten Album des Jahres 2016, Solanges "A Seat At The Table". Nun ist Matana Roberts kein Spross einer Popstardynastie, sondern Jazz-Saxofonistin. Außerdem Sprach- und Stimmkünstlerin, Ethnografin, Energieumwandlerin sowie - das betont sie auf ihrem neuen Album mehrmals - ein "Kind des Windes". Aber die Lektion, die Lawson im Stück "Tina Taught Me" an ihre Tochter und die halbe Welt weitergab, hat Roberts längst verinnerlicht. Spätestens seit dem Jahr 2011, dem Beginn ihrer "Coin Coin"-Reihe, arbeitet sie mit ihrem multidisziplinären Gesamtwerk daran, dass der weißen Hoheit über Vergangenheit und Lehrpläne etwas entgegengesetzt wird.

Roberts betreibt Storytelling der anderen Art. "Coin Coin" ist ein Mammutprojekt, angelegt auf zwölf Kapitel, die ihren Ausgangspunkt in der Lebensgeschichte der ehemaligen Sklavin und späteren Unternehmerin Marie Thérèse Coincoin haben. Eine Herstory also. Coincoin lebte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Louisiana und war eine Ahnin von Roberts, deren Eltern aus dem Süden nach Chicago zogen und Coincoin auch als Kosename für ihre Tochter verwendeten. Der Werkzyklus ist also eine persönliche Suche nach den eigenen Wurzeln, die aber im Sinne einer alternativen Geschichtsschreibung weit darüber hinaus gültig ist.

Auch "Coin Coin Chapter Four: Memphis" ist zugleich Feldforschung, politische Intervention und Klangereignis. Ihre Collagetechnik - Roberts nennt sie "panoramic sound quilting" - sorgte beim solo eingespielten "Chapter Three: River Run Thee" für ziemlich abstrakte Dröhnkulissen. "Memphis" wurde nun in Quintett-Formation mit einigen zusätzlichen Gästen eingespielt und ist wieder handfester und zugänglicher - zumindest so zugänglich, wie es eine Platte voll expressivem Chaos-Jazz mit Textzeilen über zu Tode geprügelte Mütter sein kann.

Es geht Roberts wieder einmal um die Aktualität der Vergangenheit und um Geschichte, verstanden im Sinne von Schichtungen: Zeit als Herrschaftsraum, geprägt durch die Hierarchie aus Eroberern, Unterdrückten, Ausgebeuteten, Abgeschlachteten. Das Erbe des Sklavenhandels überblendet sie mit der Ausrottung der indigenen Bevölkerung Amerikas, vor allem aber mit Erinnerungen an die eigene Biografie. Die musikalische Entsprechung dieser Methodik sind diverse Layer aus Spoken-Word-Lyrik, Gospel-Anklängen, improvisierten Ausbrüchen, Fiedeln, Röhren, Heulen - alles zu einem langen, mitreißenden Strom montiert.

Die Einsichten, die Matana Roberts mit dieser unwahrscheinlichen Musik freilegt, finden sich bestimmt auch wieder in einigen Jahresbestenlisten wieder. Alle Solange- und Beyoncé-Fans sollten sich die ersten vier "Coin Coin"-Kapitel ohnehin zu Gemüte führen. (8.9) Arno Raffeiner

Preisabfragezeitpunkt:
21.10.2019, 16:56 Uhr
Ohne Gewähr

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Matana Roberts
Coin Coin Chapter Four: Memphis

Label:
Constellation / Cargo
Preis:
EUR 11,21

Swans - "Leaving Meaning"
(Mute/Pias, ab 25. Oktober)

Das Tolle, Berauschende der letzten drei Alben von Swans war ja, dass man im erlösenden Dröhnen der Musik gar nicht so richtig darauf achten musste, was Michael Gira in den Texten so vor sich hin brambasierte: "The Seer", "To Be Kind" und "The Glowing Man" waren Monumente des Lärms, ein kathartischer Schalldruck, der so manchem die Seelenleere füllte. Jetzt hat Gira, seit 1982 Kopf dieser dem Post-Punk- oder Industrial-Noise-Genre zuzuordnenden Band, erneut die Besetzung geändert - und den Volumenregler heruntergedreht: "Leaving Meaning" ist eigentlich ein Gira-Soloalbum, aufgenommen in Berlin mit Unterstützung zahlreicher Gäste, darunter Swans-Stammgäste wie Kristof Hahn, Norman Westberg und Christopher Pravdica, Mitstreiter aus seinem früheren Folk-Projekt Angels In Light (unter anderem Thor Harris) sowie die Sängerinnen Anna und Maria von Hausswolff und Baby Dee. Ben Frost, Eisbergschürfer der elektronischen Musik, wurde angeheuert, um letzte Hand ans Sounddesign zu legen.

Das Ergebnis dieser Ensemble-Arbeit ist musikalisch offener und ausdifferenzierter als zuletzt, was aber nicht heißt, dass es sich in der Summe weniger metaphysisch verdichtet. Im Gegenteil: "Leaving Meaning", das ist einerseits inhaltlich zu verstehen, als vorläufiger Abschluss der langen, langen Beschäftigung Giras mit dem Sinn der menschlichen Existenz auf Erden, andererseits ist der Titel auch eine Warnung: Wer glaubt, in diesem schamanischen, repetitiven Fiebertraum nach Bedeutung suchen zu können, hat vermutlich jahrelange, vergebliche Text-Exegese vor sich. Insofern ist es vielleicht endlich das Swans-Album für die demütige (und demütigende) Arbeit bis in alle Ewigkeit, das dürfte ganz in Michael Giras Sinne sein.

Andreas Borcholtes Playlist KW 43
SPIEGEL ONLINE

Playlist auf Spotify

 1. Swans: It's Coming It's Real

 2. Leonard Cohen: The Goal

 3. Matana Roberts: As Far As Eyes Can See

 4. Fehler Kuti: Mayday Mayday

 5. Suzanne Vega: Blood Makes Noise

 6. Sorry: Right Around The Clock

 7. The Chap: Pea Shore

 8. The Düsseldorf Düsterboys: Kaffee aus der Küche

 9. Beck: Hyperlife

10. Michael Gira: Unreal

Es gibt Anhaltspunkte, welche Linien hier erneut aufgegriffen, wenn nicht gar verknüpft werden. Der erste von mehreren um die zehn Minuten langen Songs kommt nach zwei Expositionen: "The Hanging Man" ist ein Apokalypsen-Blues, der sich durch schwelende Landschaften schleppt. Giras prometheischer Mann tappt heulend und schreiend durch diese Wüstenei, ein Sünder, halb wahnsinnig: "Healer, heal my wound/ I am a dog, I eat the moon/ Healer, heal my lust", deliriert er, um dann erkennen zu müssen, dass ihn der Heiland, wenn er denn kommt, vergewaltigen wird. Das Sein ist das Nichts: "I AM I am not/ I AM I am not/ I AM I am not. I am NOT! I am NOT! NOT!" Die Sonne, symbolisiert im gelben Glow des Covers, war immer schon Fixpunkt von Giras Gott-Phantasmagorien. Sie ist großzügiger Lebensspender, aber auch unerbittlicher Auslöscher, "The Great Annihilator", wie auch ein Swans-Album von 1995 hieß, das hier, zusammen mit dem parallel veröffentlichten Solo-Werk "Drainland", wohl am deutlichsten referenziert wird, auch musikalisch.

"I Am The Sun", postulierte Gira damals, heute ist der Sonnengott zum "Sunfucker" geronnen, dem die Welt dennoch in ahnungsloser Geworfenheit huldigt: "Surrender, Surrender, come home to Sun Fucker... La la la la la la la la la la la la little man!", sermoniert Gira in diesem zentralen Stück von "Leaving Meaning"; die Monotonie erinnert an frühe Wire-Songs wie "Strange" oder "Lowdown", man kann der Ur-Genese des Swans-Sounds ein bisschen in die Karten gucken.

Aber was bleibt, darüber hinaus? Ein neuerlicher, ergebnisoffener Selbstfindungstrip auf Peyote, Pilzen oder auch Berliner Pilsner. Der zu schweren Trommelschlägen dahintrottende Prozessionszug einer verlorenen Seele, der mit Zerfleischung und Nihilismus beginnt und am Ende die Schönheit der Melodie findet: "It's Coming It's Real", noch ein Blues, erhebt den "Hanging Man" mit sanfter Akustikgitarre und Engelschor doch noch zur Lichtgestalt, danach folgen mit "Some New Things" und "What Is This" zwei Beinahe-Popsongs.

Kam Gira zu Beginn, im Goth-Folk von "Amnesia", noch zu der Erkenntnis: "Everything human's necessarily wrong", befindet er zum Schluss in "My Phantom Limb", dass auch das Unperfekte und Allzumenschliche heilig ist: "Each pain, each love, each regret is sacred. The wounded child is sacred. The murdering man is sacred. The imbecile is sacred. (...) Fucking is sacred. Music is sacred. To give up is sacred. Silence is sacred. Mindlessness is sacred. Sacred, sacred, everything is sacred...", konstatiert er - aber emotionslos, ohne Leidenschaft, als wäre es ihm im Himmel schon wieder viel zu langweilig. Preis dem Todesüberwinder! Aber wo früher Herz und ganzer Körper vibrierten, dröhnt jetzt nur noch der Kopf. (8.0) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
21.10.2019, 16:59 Uhr
Ohne Gewähr

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Swans
Leaving Meaning (2cd)

Label:
Mute (Rough Trade)
Preis:
EUR 17,99

The Düsseldorf Düsterboys - "Nenn mich Musik"
(Staatsakt/Bertus/Zebralution, ab 25. Oktober)

Beim vorliegenden Album handelt es sich um das Upside-Down der besten deutschsprachigen Platte des vergangenen Jahres. Sie hieß "Die besten Jahre" und stammte von International Music, also Pedro Crescenti und Peter Rubel, die ihren Schlagzeuger Joel Roters nun kurz abgelegt haben, um sich mit Edis Ludwig einen weiteren Schlagzeuger zu holen, der ebenfalls - wie Roters - nur einen Schlagzeuger spielt, aber nicht wirklich einer ist. Dazu haben sie Fabian Neubauer geholt, einen Pianisten und Organisten - und nennen sich jetzt The Düsseldorf Düsterboys. Wie sie es übrigens auch schon vor fünf Jahren taten, als sie noch zu zweit waren und nicht International Music hießen. Aber all das muss man nicht verstehen.

Überhaupt muss man hier nichts verstehen. Auf "Nenn mich Musik" geht es rein ums Gefühl. Es geht darum, den rockenden Westfalenklang von International Music wärmer und ruhiger zu stellen. Das Wurmloch, durch das man von der einen auf die andere Platte fällt, heißt "Kneipe". Der Song, der auf "Die besten Jahre" noch die Beine zum Zug aufs Spielfeld drängt, wird hier retardierend gespiegelt. Kurz fühlt man sich an Die Heiterkeit erinnert, aber wirklich nur ganz kurz, denn die Heiterkeit ist für jeden Düsterboys-Vergleich eigentlich viel zu kühl. Wo man oben bei International Music angebrüllt wird ("Mama, warum bekomm' ich's immer so wie ich es bestellt hab?"), liegen unten im Most der Düsterboys zart gezupfte Gitarren und Zeit zerschmelzende Orgeltöne. Dazu erklingt ein Flehen: "Oh Mama, halt mich aus. Halt mich aus dem Trouble raus."

Abgehört im Radio
Mittwochs um 23 Uhr gibt es beim Hamburger Web-Radio ByteFM ein Abgehört-Mixtape mit vielen Songs aus den besprochenen Platten und Highlights aus der persönlichen Playlist von Andreas Borcholte.

Die Bands teilen sich eben die Köpfe, und somit auch die Idee, das Deutsche in einer Art hölzernen Kaffemühle zu zerdrehen. So singen die Düsterboys "Kaffee aus der Küche" oder fahren "Wie ein Henker"; sie nehmen Wortfetzen aus dem Melitta-Familien-Milieu und zermahlen sie zu einer folkigen Entspanntheit, die diesem Land eigentlich so uneigen ist - wie John Fahey.

Dann singen sie vom Morgenrot, als seien sie die Zupfgeigenhanseln, aber ihre Jugendlichkeit wischt jeden Staub von der Theke. Schon fahren Peter und Pedro den Wagen vor: "Die Autobahn führt mich zum Hauptbahnhof hin. Ich bin mittendrin" Es ist alles so langsam auf dieser Autobahn, dass einem das Bild vor den Augen verflackert. Das muss sie sein, die Existenzangst. Man steht vor weißen Wänden, tastet nach Efeu, eine Orgel erklingt wie ein Martinshorn. Das eigene "Tatort"-Aufwachsen wird hier über einem Bunsenbrenner zu Coolness abgekocht. Gesungen haben sie alles durch einen Neunzigerjahre-Kassettenrecorder, abgemischt wurde "Nenn mich Musik" in Waltrop von Olaf Opal - das Westfälische ist immer da. "Schalke 04, ich will nicht mehr verlieren" singen sie zärtlich am Ende von "Parties" und lösen damit jede toxisch fußballernde Maskulinität im schönsten Mönchspfeffer auf.

Es ist eine Platte, die einen daran erinnert, dass Sprache auch nur ein Instrument ist. Sie schmeckt nach Werthers Echten und lässt ans Germanistik-Studium denken. Sie ist ein Spiegel "der besten Jahre". Sie ist wunderbar, und man will sie gar nicht mit so holzvertäfelten Beleidigungen abbinden wie: Aber das nächste Mal, Boys, kein Spiegel, sondern was ganz, ganz Neues, ja? Das wäre wirklich borniert. (8.5) Julia Friese

Preisabfragezeitpunkt:
21.10.2019, 16:58 Uhr
Ohne Gewähr

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Düsseldorf Düsterboys
Nenn Mich Musik

Label:
Staatsakt (H'Art)
Preis:
EUR 17,99

Battles - "Juice B Crypts"
(Warp/Rough Trade, seit 18. Oktober)

Battles sind so was wie die Nachgeburt von Dada aus dem Geist der Tretmine. In ihrem New Yorker Proberaum stellte die Band jeden freien Zentimeter Teppichboden mit Loop- und Effektpedalen zu und hängte ihr Markenzeichen knapp unter die Decke: ein Crash-Becken in fast unerreichbarer Höhe. So aus- und hochgerüstet erfanden Battles den Origami-Rock, der an den scheinbar unpassendsten Stellen immer noch mal geknickt und über den Daumen gefaltet wird. Bis zu seinem Ausstieg skandierte Sänger Tyondai Braxton dazu Kauderwelsch durch den Pitch-Shifter, später gab es Songs über Eiscreme und ein Album namens "La Di Da Di". Ihren Lustgewinn zieht diese Musik aus hochenergetischer Verschwurbelung, ihr Gebrauchswert als ethischer Kompass liegt offensichtlich in der Sinnverweigerung.

Aus bisher noch nicht restlos geklärter Ursache machten Battles mit diesem Programm den sogenannten Math-Rock nicht einfach nur cool, sondern sogar kompatibel für Automobilwerbung ("Atlas" für die US-Marke Dodge, 2013). Angesichts dieses Erfolgs der künstlerisch-philosophischen Grundformel überrascht es nicht, dass ihr im Lauf der Jahre und im Zuge des Schrumpfens vom Quartett zur aktuellen Duo-Formation wenig hinzugefügt wurde. Die verbliebenen Mitglieder Ian Williams (Gitarre, Keyboard, Pedale) und John Stanier (Trommeln und Crash-Becken) kümmern sich nun darum, den Dada-Schwurbel-Witz 17 Jahre nach Bandgründung immer noch mal so zu erzählen, als hätte die Pointe noch niemand gehört. Das drückt sich aktuell im Albumtitel "Juice B Crypts" oder in Musikvideos für Geometriefetischisten aus. Und haut sogar ganz gut hin.

In eigener Sache: Start für das soundlab vom SPIEGEL

Nach "La Di Da Di" (2015), das rein instrumental war und im Rückblick etwas pflichtschuldig wirkt, haben Williams und Stanier nun für jedes zweite Stück Gäste ans Mikrofon geholt. Die Schweinchen-Schlau-Rapper Shabazz Palaces zum Beispiel, Merrill Garbus von Tune-Yards und Jon Anderson. Der englische Prog-Rocker, der Ende der Sechziger die Band Yes gründete, singt 50 Jahre später mit den taiwanesischen Prog-Folkern Prairie WWWW irgendetwas über Zuckerfüße, das auch in den Passagen, die nicht chinesisch sind, ziemlich spanisch rüberkommt. Deutlich alltagsnäher gibt sich da Dance-Punk-Senior Sal Principato, der Zeitnot auf Versagensängste prallen lässt: "It's taking too long to get it right", singt er auf "Titanium 2 Step" und kriegt es trotzdem hin, fast so rabiat funky zu klingen wie in den frühen Achtzigern mit seiner Band Liquid Liquid.

Für den größten Gaga-Moment auf "Juice B Crypts" sorgt allerdings Xenia Rubinos im Stück "They Played It Twice". Über das Quietschen von Williams' Keyboards, ratternde Gitarrensalven und eine Abfolge von Staniers Snare-Attacken platziert sie die Durchhalteparole "We're not going away/ We're gonna fight to see another day" mit einer bei Battles noch nie gehörten Inbrunst: irgendwo zwischen Soul-Power und Hair Metal. Ob sowas nun auch Shampoowerbung-kompatibel ist, bleibt abzuwarten. (7.3) Arno Raffeiner

Preisabfragezeitpunkt:
21.10.2019, 16:54 Uhr
Ohne Gewähr

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Battles
Juice B Crypts (Gatefold CD+Poster)

Label:
Warp (Rough Trade)
Preis:
EUR 11,09

Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
ambulans 22.10.2019
1. hey,
was ist denn diesmal los? so viel interessantes gabs ja schon lange nicht mehr; fangen wir also vorne (no 1) an: matana roberts, reichlich ornette coleman, etwas pop group, dazu historisch angehauchter louisiana-gospel (her mighty waters run) aus genau "diesen" (otis taylor: 10 million slaves) zeiten, great!; no 2: the swans, wie immer düster, lärmig-dröhnend, etwas frühe wire, diesmal aber auch (the hanging man) apokalyptisch-bluesig - wies A.B. treffend befindet, ein schwindelerregender tanz, befeuert von peyote, irgendwelchen (fliegen-?)pilzen oder schlichtem berliner pils, ebenfalls great; no 3: ist, nach diesen beiden vorangegangenen trips, einfach unverzichtbar (zur entspannung) - teneriffa hat mit richtig gut gefallen; no 4: battles - bereits den ersten track "ambulance" muss ich ja wohl gut finden (warum wohl?), aber auch die anderen haben was definitiv eigenes, die bezeichnung "math-rock" triffts ziemlich genau; mich erinnerts etwa an peter greens "two greens make a blues" (auch: "the enemy within") mit mick green/pirates und unfassbar viel elektro-spielzeug. rhythmisch unschlagbar und spannend, vor allem für diese zeit. hat der versprochene herbst dann doch angefangen ...
hard_frost 22.10.2019
2. in der Tat..
..muß ich beipflichten: eher interessante Alben diesmal. Bevor nun ambulans wieder mit der Pop Group anfängt: Nope. Matana Roberts ist für mich eher reichlich von Sun Ra abgeguckt - auch wenn da mal eine irgendwie nach PostPunk klingende Gitarre immer mal wieder aufblitzt... auch die Gospel-Passagen passen eher zu Sun Ra. Letztlich ist mir das alles aber zu konfus ohne zwingenden Grund. Aber eigentlich hab ich von FreeJazz keine Ahnung; das hört sich immer konfus an - und keiner weiß wirklich, was das Ganze nun soll. Swans.. hatte ich schon lange aus den Augen verloren. Erinnert doch eher an Glenn Branca inzwischen, kombiniert mit ein wenig frühe Nick Cave & Bad Seeds oder auch Crime & The City Solution sowie Neubauten. Die dritte Nummer ist vielversprechend. Aber.. Nix Wire. Düsseldorfer Düsterboys.. was ist das? Melancholische Indie-Shanties? Keine Ahnung. Aber ich finds irgendwie albern. Battles.. Soll das wirklich noch MathRock sein? Eher als würde man sowas wie MathRock-Themen auf Electroclash übersetzen, a la Add N To X oder Aavikko. Erinnert sich noch jemand an "Metal Fingers In Your Body"? vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=f_smY_4H9Fc
toninotorino 22.10.2019
3.
Interessante Musik? Keine Ahnung. Höre Humble Pie: Rockin the Fillmore. Gibt mir mehr.
Papazaca 22.10.2019
4.
Zitat von toninotorinoInteressante Musik? Keine Ahnung. Höre Humble Pie: Rockin the Fillmore. Gibt mir mehr.
Ganz ehrlich, mich überfordert die Musik, aber ich gebe mir nochmal einen Versuch. Ornette und Sun Ra, ehrlich? Ich höre mir jetzt aber lieber den Radetzky-Marsch an, da weiß ich was ich daran habe ...
medfield,ma 23.10.2019
5. Ach nöö
Das mag ja alles ganz interessant sein - so als intellektuelle Fingerübung - aber wer soll sich das denn bitte anhören? Und die Swans? Ich meine so 1984 hat Shoegazing ja Spaß gemacht, mit The Jesus And Mary Chain und Konsorten, doch nicht mehr im Jahr 2019!
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