Abgenickt Tonangebender Gangster

Ridley Scott dreht einen Film über den schwarzen Gangster Frank Lucas, Jay-Z dreht auf und legt eine musikalische Hommage an schwarze Mobster vor.

Wenn demnächst "American Gangster" mit Denzel Washington in die Kinos kommt, hat die organisierte Kriminalität made in USA erstmals ein afroamerikanisches Gesicht. Kapitalverbrechen und Kapitalismus waren in den Vereinigten Staaten eben nicht nur Sache der russischen, italienischen und irischen Einwanderer, sondern auch eine Praxis der schwarzen Unterschicht.


Wer wäre besser geeignet, sich einen eigenen Reim auf Ridley Scotts popkulturelle Aufbereitung der größten schwarzen Gangsterstory der US-amerikanischen Geschichte zu machen, als der Ex-Gangster Jay-Z. Der heutige CEO des Renommierlabels DefJam, Liebhaber von Beyoncé und mehrfache Multimillionär stand früher selbst dealend in jenen New Yorker Straßen, die Washington im Film mit eiserner Hand regiert.

Das Album "American Gangster" ist ein exzellenter Großstadt- und Gewaltroman, befeuert von Soul- und Funksamples, getragen von Jay-Zs Reim- und Rap-Talent. Schon allein der Song "Blue Magic" macht diese Platte zu einem Statement: Jay-Z erklärt sich zum Kriegsgewinnler der achtziger Jahre, der von Reagans Verelendungspolitik und dem resultierenden Drogenboom in den Inner Cities profitiert. Zynisch, hart, wahr. (Daniel Haas)

Zum Weiterhören:

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.