Antisemitismus in Ägypten Popstar aus Gewerkschaft ausgeschlossen – weil er einen Israeli umarmte

Auf einer Reise nach Dubai ließ sich der ägyptische Sänger Mohamed Ramadan mit seinem israelischen Kollegen Omer Adam fotografieren – seitdem protestieren Ramadans Landsleute.
Das Handyfoto zeigt von links: Omer Adam und Mohamed Ramadan mit dem Dubaier Journalisten Hamad al-Mazroui

Das Handyfoto zeigt von links: Omer Adam und Mohamed Ramadan mit dem Dubaier Journalisten Hamad al-Mazroui

Foto:

AFP

Sein Vergehen: ein Foto, das ihn an der Seite eines israelischen Kollegen zeigte. Mohamed Ramadan ist einer der größten Stars Ägyptens (hier sein Instagram-Auftritt ), aber nachdem ein Bild von ihm online gestellt wurde, auf dem er neben dem israelischen Sänger Omer Adam (hier bei Facebook ) zu sehen ist, gab es Wutreden auf ihn in ägyptischen Nachrichtensendungen und einen Rausschmiss aus der Schauspielergewerkschaft.

Die Kontroverse baute sich am Wochenende auf, als ein Journalist aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Schnappschuss postete, der zeigte, wie Ramadan bei einem Besuch in Dubai den Arm um Adam legt. Dazu der Text: »Der berühmteste Künstler Ägyptens mit dem berühmtesten Künstler Israels. Dubai bringt uns zusammen.« Das Foto wurde inzwischen gelöscht.

Anfang November ging der erste kommerzielle Flug von Tel Aviv nach Dubai. Möglich geworden war das durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain. Die Außenminister der beiden arabischen Staaten und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hatten Mitte September in Washington das Projekt besiegelt. Die Zeremonie fand im Beisein von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus statt.

Ägypten hatte bereits 1979 mit Israel Frieden geschlossen, seitdem arbeitet man in Sicherheitsfragen zusammen. Der wütende Protest gegen Ramadan aber zeigt, dass Teile der Bevölkerung nicht konform gehen mit ihrer politischen Führung. Dort gilt der Kontakt mit dem ehemaligen Erzfeind Israel immer noch als Tabu.

Ramadan selbst distanzierte sich inzwischen von dem Bild. Er sagte, er habe nicht gewusst, dass der andere ein Israeli sei: »Ich weiß nicht von jedem, mit dem ich mich fotografieren lasse, die Nationalität. Ich frag auch nicht danach«, so Ramadan. »Ich frage nie nach Hautfarbe, Religion oder Nationalität.«

cbu/AP
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