Am Ring und im Park Santana, Sting und Pearl Jam begeistern das Publikum

Insgesamt 160.000 Rockfans kamen zu dem pfingstlichen Doppelpack "Rock am Ring" und "Rock im Park". Bei den Festivals überzeugten vor allem Santana, Sting und Pearl Jam. Das Halb-Playback von Eurythmics und die Relikte von Oasis lieferten dagegen eine eher lasche Darbietung.


Die Vorlage von Latino-Rocker Santana...
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Die Vorlage von Latino-Rocker Santana...

Nürnberg/Nürburg - Bei besten Open-Air-Bedingungen sollten bei "Rock am Ring" in der Eifel und "Rock im Park" in Nürnberg jeweils 90 Bands auf vier Bühnen auftreten. In Nürnberg sorgten die Veranstalter gleich zum Auftakt am Freitagabend für Höhepunkte: Rund 60.000 Festival-Besucher feierten begeistert Santana und Sting und verlangten immer wieder nach Zugaben. Zwar dauerte es bei Santana ein paar Stücke, bis der Funke auf das Publikum in der prall gefüllten Stadion-Arena übersprang. Spätestens aber bei dem aktuellen Hit "Maria Maria" kam rhythmische Bewegung in Santanas Fan-Gemeinde. Insbesondere mit den Latino-Elementen seiner Musik sorgte er in der lauen, geradezu karibisch anmutenden Sommernacht für das passende musikalische Ambiente.

Sogar 100.000 Menschen waren zum völlig ausverkauften Festival "Rock am Ring" in der Eifel angereist. Als Hauptgruppe des Eröffnungstages trat am späten Abend die amerikanische Rockband Pearl Jam auf. Die unkonventionellen Musiker um den Sänger Eddie Vedder boten klaren Rock-Sound, der beim Publikum weit mehr Begeisterung auslöste als der vorausgegangene Auftritt der Brit-Pop-Band Oasis, die ohne den derzeit pausierenden Noel Gallagher auftraten.

Im Frankenstadion hatten bereits die Vor-Gruppen dazu beigetragen, das bis Sonntag dauernde Festival zu einer ausgelassenen Sommerfete zu machen. Polizei und Veranstalter sprachen einmütig von einer harmonischen Veranstaltung. Lediglich die Hitze - oft auch in Verbindung mit hohem Alkohol-Konsum - hielt die Sanitäter in Atem.

...brachte Sting zu einem krönenden Abschluss.
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...brachte Sting zu einem krönenden Abschluss.

Musikalisch enttäuscht hatte nur das mit großen Publikums-Erwartungen bedachte englische Pop-Duo Eurythmics. Zwar sorgten Annie Lennox und Dave Stewart zunächst mit ihrem ungewöhnlichen Glimmer-Look für Aufsehen. Zur Überraschung vieler Fans hatten sie jedoch auf eine Live-Band verzichtet und sich stattdessen auf Stimme, Gitarre und Halb-Playback beschränkt.

In Nürnberg verwandelte Alt-Rocker Sting die Vorlage von Santana zu einem krönenden Abschluss. Dabei begeisterte er nicht nur mit dem erotischen Schmelz in seiner Stimme, sondern vor allem mit seiner Vielseitigkeit. Mal ließ er harten Rock auf das Publikum niederprasseln, mal schmeichelte er seinen Fans mit sanften Balladen. Selbst vor einem Song aus der Brechtschen Dreigroschen-Oper schreckte er vor dem deutschen Massenpublikum nicht zurück. Auch nahm es Sting schon mal in Kauf, kurzeitig die Bombenstimmung abzukühlen - dann etwa, wenn er in einen seiner populärsten, die Massen mitreißenden Songs plötzlich eine eigenwilligen Jazz-Improvisation einfließen ließ.

Auf einer Nebenbühne am Nürburgring sorgte um Mitternacht noch Xavier Naidoo mit Rap-Gesang und den Söhnen Mannheims für einen Höhepunkt für HipHop-Fans. Beim traditionellen Doppelfestival "Rock am Ring" und "Rock im Park" sollten bis Pfingstsonntag außerdem noch die Toten Hosen, Vonda Shepard, Korn sowie Rage against the Machine zu hören sein.



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