Amtlich Das Metal-Blog - mit Beastmilk im Interview

Beastmilk: Sind voll heiß gerade, echt jetzt.
Timo Honkanen

Beastmilk: Sind voll heiß gerade, echt jetzt.


Liebe "Amtlich"-Freunde- und Hasser: Ist Gothic das neue Retro? Wenn man sich ansieht, für welche Begeisterung der, nun ja, Neo-Noir von Beastmilk aus Finnland sorgt, muss man das wohl glauben. Gitarrist Goatspeed gewährte uns eine Audienz. Außerdem: eine exklusive Videopremiere von Robert Pehrssons Humbucker.

Die Rezension zum Album der Schweden gibt's hier. Und den neuen Clip zum Song "Wasted Time" hier.

Ach, und einen Hinweis noch, da wir ja dieses Blog-Format neu eingeführt haben: Oben links steht ganz groß "Amtlich" (in Orange, leider). Wer dort draufklickt, gelangt zu einer Übersichtsseite mit allen Kolumnen.

Bis denne!

SPIEGEL ONLINE: Goatspeed, "Climax" ist das erste Beastmilk-Album, dem Titel nach aber zugleich bereits der "Höhepunkt". Was soll uns das denn bitte sagen?

Goatspeed: Ein Höhepunkt ist genauso Ende wie Anfang. Wir beschäftigen uns mit der Beziehung zwischen Liebe und Tod; damit, dass der Tod ohne Liebe irrelevant ist und umgekehrt. Nur wenn man geliebt hat, kommt dem Ende eine Bedeutung zu. Aber wir reden nicht zwangsläufig von der Liebe zwischen Menschen. Es geht darum, sich in seinem Leben bedingungslos den Dingen zu widmen, die einen mit Freude erfüllen, die dem Leben Sinn verleihen.

SPIEGEL ONLINE: Beastmilk gilt ja momentan als das ganz heiße Ding. Man wartet förmlich darauf, dass Sie explodieren und den Mainstream im Sturm nehmen. Sicherlich ein seltsames Gefühl, oder?

Goatspeed: Unsere Musik entsteht in einem Vakuum. Wir sind immer ehrlich zu uns selbst, und es ist uns wichtig, dass uns all das, was wir erschaffen, in Aufregung versetzt. Alles andere liegt nicht in unseren Händen. Wenn die Leute unsere Musik mögen: toll. Wenn sie sie hassen: auch toll. Hauptsache, wir berühren die Hörer. Davon abgesehen: Ich hätte niemals gedacht, jemals Teil von etwas zu sein, das anderen Menschen etwas bedeutet. Wenn Beastmilk es tatsächlich schaffen, die Rezipienten zu inspirieren, ist das mehr, als ich je zu hoffen gewagt hätte.

SPIEGEL ONLINE: Spielen Sie eigentlich Gothrock? Heavy Metal? Postpunk? Egal?

Goatspeed: Das ist uns wirklich völlig egal. Wir bewegen uns nicht bewusst in eine bestimmte Richtung, wir lassen alles zu. Ständig werden wir mit anderen Bands verglichen, aber die meisten sogenannten Vorbilder kenne ich nicht einmal. Im Grunde sagen die gezogenen Parallelen mehr über den jeweiligen Hörer aus als über Beastmilk.

SPIEGEL ONLINE: Dennoch werden Sie ja nicht ohne Einflüsse aufgewachsen sein. Angeblich waren Sie in jüngeren Jahren sogar Teil der finnischen Black-Metal-Szene.

Von Abba bis Ambient, ist ja egal
Timo Honkanen

Von Abba bis Ambient, ist ja egal

Goatspeed: Ich erinnere mich, wie ich als vier- oder fünfjähriger Steppke mit einem großen Kassettenspieler in meinem Bett lag und mich über Musik von Abba und dem schwedischen Komiker Povel Ramel freute. Später wuchs ich mit Guns N'Roses, Nirvana und den Pixies auf, danach kamen Black Metal, Noise, Power Electronics, Neofolk, Industrial und Ambient. Momentan beschäftige ich mich sehr viel mit zeitgenössischem HipHop. Wichtig ist nur, dass mich die Musik anspricht. Ist das nicht der Fall, höre ich sie eben nicht. Mir ist es völlig unverständlich, warum Leute ihre Zeit damit verschwenden, sich negativ über die Kunst anderer auszulassen. Das ist absurd. Kreiert doch etwas Eigenes, wenn euch das andere nicht gefällt.

Ein Interview von Boris Kaiser


Beastmilk on Tour: 6. Mai - Köln, 7. Mai - Berlin, 9. Mai - Leipzig, 10. Mai - München, 11. Mai - Wien, 18. Juli - Pössneck (Hell's Pleasure)



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