Auftritte im Mai in Europa geplant Anna Netrebko verurteilt Krieg in der Ukraine »ausdrücklich«

Mehrere Konzerthäuser haben die Zusammenarbeit mit Anna Netrebko beendet, weil sich die Sopranistin nicht von Putins Angriffskrieg distanziert. Jetzt erklärt sie, nicht »mit irgendeinem Führer Russlands verbunden« zu sein.
Anna Netrebko bei einer Pressekonferenz in Mailand: Ab Ende Mai will die Sopranistin auf europäische Bühnen zurückkehren

Anna Netrebko bei einer Pressekonferenz in Mailand: Ab Ende Mai will die Sopranistin auf europäische Bühnen zurückkehren

Foto: Simona Chioccia / IPA / IMAGO

Die russische Operndiva Anna Netrebko hat den »Krieg gegen die Ukraine« ausdrücklich verurteilt. In einer am Mittwoch über den Rechtsanwalt Christian Schertz in Berlin verbreiteten Erklärung  schrieb Netrebko, ihre Gedanken seien »bei den Opfern dieses Krieges und deren Familien«.

Gleichzeitig erklärte sie, weder »Mitglied einer politischen Partei« noch »mit irgendeinem Führer Russlands verbunden« zu sein sowie Staatschef Wladimir Putin »in meinem ganzen Leben nur eine Handvoll Mal getroffen« zu haben.

Netrebko stand in der Kritik, weil sie sich nicht eindeutig vom russischen Präsidenten Wladimir Putin distanzierte. Zwar hatte sich die Opernsängerin öffentlich gegen den Ukrainekrieg ausgesprochen, nicht aber gegen russischen Präsidenten. Ihren 50. Geburtstag feierte Netrebko im vergangenen Jahr im Kreml

Mehrere Opernhäuser hatten ihre Zusammenarbeit mit der Opernsängerin deshalb beendet, darunter die Metropolitan Opera sowie die Berliner Staatsoper. Die Sopranistin geriet dadurch zunehmend unter Druck und erklärte, sich »bis auf Weiteres aus dem Konzertleben zurückzuziehen«. Zuletzt hatte sich auch ihr Management in Berlin von ihr getrennt.

In ihrer am Mittwoch verbreiteten Erklärung kündigte Netrebko an, ab Ende Mai geplante Opern- und Konzertauftritte wieder aufnehmen zu wollen, »zunächst in Europa«. Genauere Angaben machte die Sängerin nicht. Für Ende Mai sind laut Webseite  der Sängerin bislang Auftritte mit dem Pianisten Malcolm Martineau an der Mailänder Scala sowie im Grande salle Pierre Boulez in Paris geplant.

Ursprünglich sollte die Sängerin unter anderem im April mit den Berliner Philharmonikern am Festspielhaus Baden-Baden auftreten. Das Festspielhaus hatte eine zukünftige Arbeit mit der Sopranistin zumindest nicht ausgeschlossen.

ime/AFP/dpa