Archive geöffnet 36 neue Doors-Alben

Fast 30 Jahre nach Jim Morrisons Tod können sich seine Fans auf ein Wiederhören freuen: In den nächsten sechs Jahren wird es 36 neue Alben der Doors geben - prall gefüllt mit über 30 Stunden unveröffentlichter Musik.


Ewig aktuell: The Doors
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Ewig aktuell: The Doors

Alle sechs Monate wird es drei neue CDs geben, die über die offizielle Website der Band erhältlich sein werden. Vor drei Jahren entdeckte der inzwischen verstorbene Doors-Produzent Paul Rothschild durch Zufall die unglaubliche Fülle unveröffentlichter Songs und Live-Aufnahmen, die nun zugänglich gemacht werden. Verantwortlich für die Veröffentlichung des Materials sind die verbliebenen drei Doors-Mitglieder Robby Krieger, Ray Manzarek und John Densmore sowie ihr Manager Danny Sugerman, die mit Bright Midnight Records ein eigenes Internet-Label gegründet haben.

Allein die 19 kompletten Konzertmitschnitte, die zur Veröffentlichung stehen, präsentieren den 1971 verstorbenen Doors-Sänger Jim Morrison offenbar in einem anderen, ungewohnten Licht: "Es gibt da eine Menge 'betrunkenes' Material. In Boston zum Beispiel, wo Jim völlig besoffen war, sich dabei aber gut fühlte und das auch jeden wissen ließ", erzählt Manager Sugerman in einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender "BBC". "Es macht Spaß, den Leuten diese Seite Jims zu zeigen. Er war nicht nur der sadistische, ausgeflippte und wütende Säufer, für den ihn zum Schluss alle hielten."

"Bright Midnight Sampler": Erste Archiv-Veröffentlichung

"Bright Midnight Sampler": Erste Archiv-Veröffentlichung

Hauptsächlich Live-Aufnahmen finden sich auch auf den ersten drei Alben, die den Beginn der sechsjährigen Veröffentlichungswelle markieren: "The Bright Midnight Sampler", zusammengestellt aus acht Konzerten von 1970, "The Doors Live in Detroit" und "No One Here Gets Out Alive", ein Radio-Special mit Interview-Material.

Die Doors gehörten zu den einflussreichsten und kontroversesten Rockgruppen der sechziger Jahre. Die Filmstudenten Morrison und Manzarek (Keyboards) gründeten ihre Band 1965 zusammen mit Krieger (Gitarre) und Densmore (Drums). Bemerkenswert war, dass die Doors auf einen Bassisten verzichteten und stattdessen Manzareks Orgel-Sounds in den Vordergrund spielten. Der charismatische Frontmann Morrison, noch heute eine mythisch verklärte Rock'n'Roll-Ikone, sang dazu mit sonorer, hypnotisierender Stimme seine poetisch-philosophischen Songs. Die Doors veröffentlichten ihr erstes Album "The Doors" 1967 und konnten mit "Light My Fire" gleich ihren ersten Hit verbuchen.

Berunken, aber charismatisch: Jim Morrison
DPA

Berunken, aber charismatisch: Jim Morrison

Auf folgenden Alben verfestigte die Band ihren einzigartigen Sound und wurde neben Jimi Hendrix, Jefferson Airplane und Velvet Underground zum Inbegriff psychedelischer Rockmusik. Jim Morrison, alkohol- und drogenabhängig, konnte mit dem schnellen Ruhm der Doors jedoch nicht umgehen. Psychisch labil flüchtete er während der Aufnahmen zum letzten Album "L.A. Woman" nach Paris. Dort fand man den damals 27-Jährigen am 3. Juli 1971 tot in seiner Badewanne. Morrison wurde auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise in unmittelbarer Nachbarschaft zu Balzac, Molière und Oscar Wilde begraben.

Die verbliebenen drei Doors schlossen sich unlängst für ein Konzert in Hollywood erneut zusammen und spielten alte Doors-Klassiker mit Sängern wie Scott Weiland (Stone Temple Pilots) und Ian Astbury (The Cult) als Morrison-Ersatz. Passend dazu erschien das Compilation-Album "Stoned Immaculate" mit Doors-Cover-Versionen von modernen Rockbands wie Creed und Days Of The New. Die Legende lebt ...

"Stoned Immaculate" (Elektra/Eastwest), veröffentlicht am 13. November 2000
The Doors: "Best Of" (Elektra/Eastwest), veröffentlicht am 28. August 2000

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