Atlantic-Records-Gründer Ahmet Ertegun ist tot

Er entdeckte Ray Charles und Aretha Franklin, sein Plattenlabel Atlantic Records war lange die erste Adresse für Jazz- und Pop-Stars: Ahmet Ertegun schrieb Musikgeschichte hinter den Kulissen.


Los Angeles – Ahmet Ertegun hatte seit Oktober nach einem Sturz im Backstage-Bereich eines Rolling Stones-Konzerts im Koma gelegen – gestern erlag er den schweren Kopfverletzungen, wie die Plattenfirma Atlantic Records mitteilte. Er soll in der Türkei, dem Land seiner Vorfahren, beigesetzt werden.

Atlantic-Gründer Ertegun: Entdecker und Förderer von Pop-Legenden
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Atlantic-Gründer Ertegun: Entdecker und Förderer von Pop-Legenden

Die von Ertegun 1947 gegründete Plattenfirma Atlantic Records entwickelte sich in den Jahrzehnten nach ihrer Gründung zu einem der einflussreichsten Labels der internationalen Pop- und Jazz-Szene. Jazz-Größen wie Charlie Mingus, John Coltrane und Ornette Coleman waren bei Ertegun unter Vertrag.

In den sechziger Jahren feierte Atlantic zudem Riesenerfolge mit Soul-Interpreten wie Aretha Franklin, Wilson Pickett und Otis Redding. Auch die englischen Hardrock-Vorreiter Led Zeppelin wurden von Ertegun betreut.

Der Erfolg seiner Künstler machte auch Ertegun selbst zum Prominenten – er war als eloquenter Lebemann bekannt, der sich in Luxushotel-Lobbys genauso oft blicken ließ wie in heruntergekommenen Nachtclubs. In dem Ray Charles-Film "Ray" wurde Ertegun von Curtis Armstrong gespielt.

Als Anerkennung für seine Verdienste um populäre Musik wurde Ertegun in die "Rock’n’Roll Hall of Fame" aufgenommen. Der Labelgründer und seine Partner verkauften Atlantic Records im Jahr 1967 für 20 Millionen Dollar.

sto/afp/reuters



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