Bayreuther Wagner-Prozess Klage des Wieland-Stammes abgewiesen

Zwei Linien der Familie von Festspielgründer Richard Wagner streiten um die Macht am Grünen Hügel in Bayreuth. Nun hat das dortige Landgericht eine Klage gegen den Mietvertrag des Festspielhauses abgewiesen.
Bayreuther Festspielhaus (Archivbild)

Bayreuther Festspielhaus (Archivbild)

Foto: Tobias Hase/ picture alliance / dpa

Die Angehörigen von Wieland Wagner haben im Ringen um Einfluss auf dem Grünen Hügel in Bayreuth eine juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Bayreuth wies die Klage von Wielands Tochter Nike Wagner, ihren Geschwistern und ihrer Tante Verena Lafferentz-Wagner am Donnerstag ab.

In dem Streit des Wieland-Stammes gegen die Richard-Wagner-Stiftung und die Bayreuther Festspiele GmbH ging es um den Mietvertrag des Festspielhauses - und um das Prozedere, wie die Festspielleitung bestimmt wird. Hintergrund: Das berühmte Operngebäude gehört der Stiftung. In deren Rat sitzt auch die Familie Wagner, aber Bund und Freistaat Bayern haben dort die Mehrheit. Die Stiftung hat das Haus bis zum Jahr 2040 an die Festspiele GmbH vermietet - zu deren Gesellschaftern wiederum Bund und Freistaat gehören.

Aufgrund der ausgehandelten Details können Bund und Land daher nun fast allein über die Festspielleitung entscheiden - zum Ärger des Wieland-Stammes. Derzeit ist Katharina Wagner die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele; sie ist die Tochter von Wielands Bruder Wolfgang Wagner.

Das Gericht ging jedoch nicht davon aus, dass der Mietvertrag dazu diente, die Kläger zu schädigen, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Der Vertrag sei allerdings schwebend unwirksam, weil in einer Nebenregelung eine Unterschrift eines Stiftungsvertreters fehlt.

feb/dpa
Mehr lesen über