Beatles-Pilgerstätte Komponist Webber will Abbey Road Studios kaufen

Er ist einer der größten Musicalvermarkter Europas, der erfolgreichste Komponist des Genres ist er sowieso. Warum sollte Andrew Lloyd Webber also nicht die legendären Abbey Road Studios vor dem Untergang retten? Das Geld hat er ja - locker.

Komponist Webber: Bald Retter einer Legende?
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Komponist Webber: Bald Retter einer Legende?


London - Auf die Schnelle, damit die Größenordnungen klar sind: Andrew Lloyd Webber, 61, komponiert seit seinem 20. Lebensjahr Musicals. Er hat "Jesus Christ Superstar" geschrieben (1970), "Evita" (1976), "Cats" (1981) und "Das Phantom der Oper" (1986). "Cats" hatte bereits 1997 rund 50 Millionen Zuschauer gesehen. Einspielergebnis: 2,2 Milliarden Dollar.

Der Mann besitzt so ziemlich alles, was kostbar und exklusiv ist: Picasso-Gemälde, Schlösser und auch ein paar Theaterhäuser (vier von sieben verkaufte er 2005).

Warum also nicht auch die legendären Abbey Road Studios übernehmen? Der Komponist will das legendäre Tonstudio in London von der verschuldeten Plattenfirma EMI kaufen. Das Anwesen, eine Pilgerstätte für Musikfans, müsse "für die Zukunft der britischen Musik-Industrie gerettet werden", sagte ein Sprecher Lloyd Webbers am Freitag. In dem Studio im Norden Londons nahmen Gruppen wie Pink Floyd, Blur und die Beatles Alben auf.

Webber ist bereit, bis zu 30 Millionen Pfund (derzeit 34,5 Millionen Euro) auszugeben, um einen möglichen Verkauf an Investoren zu verhindern. Zuvor hatte schon Ex-Beatle Paul McCartney, 67, erklärt, dass mehrere Größen der Musikbranche einen Kauf von Abbey Road erwägen.

Die angeschlagene Plattenfirma EMI hatte das Studio zum Verkauf angeboten, nachdem sich ein riesiger Schuldenberg angehäuft hatte. EMI-Besitzer Terra Firma peilt mit dem Verkauf mehrere zehn Millionen Pfund Einnahmen an.

dan/dpa



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