Verstoß gegen Regeln Belarus von Eurovision Song Contest ausgeschlossen

Die Band Galasy ZMesta sollte beim Eurovision Song Contest für Belarus ins Rennen gehen – und macht sich in Songtexten über Proteste gegen Staatschef Lukaschenko lustig. Die Europäische Rundfunkunion zog jetzt Konsequenzen.
Der ESC 2021 soll vom 18. bis 22. Mai in Rotterdam stattfinden: Belarus wird nicht dabei sein

Der ESC 2021 soll vom 18. bis 22. Mai in Rotterdam stattfinden: Belarus wird nicht dabei sein

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REMKO DE WAAL / EPA

Belarus ist vom Eurovision Song Contest (ESC) im Mai ausgeschlossen worden. Das hat die Europäische Rundfunkunion entschieden, wie sie am Freitagabend mitteilte.  Auch das neu eingereichte Lied verstoße gegen die ESC-Regeln, die sicherstellten, »dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird«. Die staatliche Rundfunkgesellschaft von Belarus habe es versäumt, »innerhalb der verlängerten Frist einen teilnahmeberechtigten Beitrag einzureichen«, hieß es.

Zuletzt war der Song »Ya Nauchu Tebya (I'll Teach You)« der Band Galasy ZMesta eingereicht worden, die in der Vergangenheit Titel veröffentlicht hatte, die sich über die Proteste gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko lustig machten. Der Beitrag, den der belarussische Sender BTRC ohne öffentliche Vorentscheidung eingereicht hatte, hat im Refrain Songzeilen, die sich in etwa so übersetzen lassen: »Ich werde dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen (...). Ich werde dir beibringen, der Linie zu folgen. Du wirst zufrieden und mit allem glücklich sein.«

Auch der zweite Song wurde kassiert

Die Wahl löste bei Oppositionellen Entrüstung aus, Kritiker befürchteten, dass ein Auftritt beim internationalen Wettbewerb mit diesem Song zu einer Rechtfertigung der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gegen Lukaschenko nach der Wahl im August beitragen könne.

Die ESC-Organisatoren monierten bei diesem Lied, dass es in seiner jetzigen Form »den nichtpolitischen Charakter des Wettbewerbs infrage« stelle – und drohte mit Disqualifikation. Belarus reichte nach der Kritik einen neuen Song der Band ein, der nun ebenfalls von den ESC-Verantwortlichen kassiert wurde.

Nach der Präsidentschaftswahl im August hatte es in Belarus wochenlang Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko gegeben. Zehntausende Menschen wurden festgenommen. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren regierenden Staatschef Wahlbetrug vor, die EU erkennt die offiziell verkündete Wiederwahl Lukaschenkos nicht an.

ngo/dpa
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