Antisemitismus-Vorwurf Berliner Senat verbietet Auftritt umstrittener Rapper

Ihre Texte verherrlichten Israelhass und Terror. Deshalb will die Berliner Senatsverwaltung einen Auftritt zweier Rapper bei einer Pro-Palästina-Kundgebung vor dem Brandenburger Tor verhindern.

Pro-Palästina-Kundgebung vor dem Brandenburger Tor
ALEXANDER BECHER/ EPA-EFE/REX

Pro-Palästina-Kundgebung vor dem Brandenburger Tor


Die Musiker Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar bedienten in ihren Liedern und Videos klassische antisemitische Vorurteile und verwendeten eine nicht hinnehmbare Vernichtungsrhetorik, heißt es in einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung. Deshalb ist der umstrittene Auftritt der Rapper vor dem Brandenburger Tor am Mittwochabend kurzerhand verboten worden. "Keinen Fußbreit den Antisemiten und Israelhassern in unserer Stadt", wird Innensenator Andreas Geisel zitiert.

Die Pro-Palästina-Kundgebung, auf der die Rapper auftreten wollten, sei angemeldet und finde auch statt. "Allerdings unter strengen Auflagen wie beim Al Quds-Marsch", ergänzte Senatssprecher Martin Pallgen. Das heißt, es darf keine Aufrufe zu Gewalt geben. Auch Fahnen oder Puppen dürfen nicht verbrannt werden. Arabischsprachige Dolmetscher der Polizei seien vor Ort.

"Existenzrecht Israels in Frage gestellt"

Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar werden Terrorverherrlichung, Israelhass und Antisemitismus vorgeworfen. Das habe eine Auswertung der öffentlich verfügbaren Texte ergeben, sagte Innensenatssprecher Martin Pallgen zuvor. "Wir sehen auch Ansätze zur Volksverhetzung. Das Existenzrecht Israels wird darin in Frage gestellt", so Pallgen.

An dem geplanten Auftritt der Rapper hatte es heftige Kritik gegeben. Laut "Tagesspiegel" hatten sie im Jahr 2014 den Song "Strike a blow at Tel Aviv" veröffentlicht, in dem sie davon fantasieren, die israelische Stadt Tel Aviv zu bombardieren, dem Erdboden gleich zu machen und Juden "zu zertreten"

Das American Jewish Committee Berlin (AJC) kritisierte bereits am Dienstag: "Es ist nicht hinnehmbar, dass von diesem historischen Ort zum Mord an Juden aufgerufen wird und schlimmste antisemitische Stereotype verbreitet werden." Der frühere Grünenabgeordnete Volker Beck sagte: "Vor dem Brandenburger Tor dürfen keine Terrorverherrlicher auftreten."

evh/dpa



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