Neue Single »Break My Soul« Beyoncé gibt postpandemische Ratschläge im Sound der Neunziger

Mit einem »Vogue«-Cover hoch zu Ross hat Beyoncé ihr neues Album »Renaissance« angekündigt. Nun ist der erste Song zu hören: »Break My Soul« verbreitet Partylaune mit sozialer Erdung.
Beyoncé (Archivbild): »Bey is back« und kann gut schlafen

Beyoncé (Archivbild): »Bey is back« und kann gut schlafen

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Andrew Harnik/ AP

Die Stimmung ist euphorisch, von den ersten Takten an: Diese Synthie-Bassline kennt man doch von irgendwo her? Zur Neunziger-Jahre-Dance-Atmosphäre trägt auch der Mann bei, der schreit, dass er kurz vor dem Explodieren sei – ein bisschen wie Turbo B. beim Eurodance-Act Snap! Dann setzt ein Piano ein und Beyoncé säuselt eine besänftigende »La La La«-Melodie.

So kehrt sie also musikalisch zurück: Beyoncé Knowles hat für den 29. Juli ihr siebtes Studioalbum angekündigt, und in der Nacht zu Dienstag wurde die erste Vorabsingle über die üblichen Kanäle veröffentlicht. »Break My Soul« hat Beyoncé selbst produziert, zusammen mit The-Dream und Tricky Stewart, Mitstreiter, die sich bereits 2008 beim Hit »Single Ladies (Put A Ring On It)« bewährt hatten.

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Das Neunzigerjahre-Feeling wird erzeugt durch zwei prominente Samples: Die besagte Bassline kennt man nämlich von »Show Me Love« (hier das Video ), 1993 ein Riesenhit für die amerikanische Sängerin Robin S. Und der so männlich klingende Shouter ist ein queerer Star der Bounce-Szene von New Orleans: Big Freedia veröffentlichte den hier gesampleten Song »Explode« 2014 (hier das Video ), aus dem ein zentraler Slogan von Beyoncés Comeback-Single stammt: »Release your anger, release your mind / Release your job, release the time / Release our trade, release the stress / Release the love, forget the rest«.

Ende des pandemischen Zustands

Mit einigen textlichen Anspielungen (»Worldwide hoodie with the mask outside«) verortet Beyoncé den Song nämlich in unserer Gegenwart, die so sehr das Ende des pandemischen Zustands in den Blick nehmen will. Die musikalische Euphorie, die der Track ausstrahlt, korrespondiert mit der Freude, mal wieder draußen zu feiern – auch wenn man fast vergessen hat, wie das eigentlich geht (»in case you forgot how to act outside«).

Speziell in den USA hat die Coronazeit bei vielen einen Jobverlust mit sich gebracht, doch Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner warfen ihren Job auch hin ; das Stichwort von der »Great Resignation« machte die Runde . Es wirkt, als bezöge sich Beyoncé darauf, wenn sie singt »I just fell in love, I just quit my job« – und dieser Jobverlust nicht bejammert wird, sondern zu House-Pianos und Flamenco-Gitarren als befreiender Akt gefeiert wird: »Taking a new salvation, Imma build my own foundation«.

Ob diese nach Unternehmerinnengeist klingende Aufbruchstimmung sich tatsächlich in den Erwerbsbiografien der Fans wiederfinden wird? Aber jedenfalls ist »Break My Soul« ein Song, der gemacht ist für die Ausgelassenheit von Sommerpartys. Und der Widerstandsgeist, der aus dem Refrain spricht – »I'm telling everybody, you won't break my soul« – kann ja nicht schlecht sein, in diesen schwierigen Zeiten.

feb
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