Beyoncés Textänderung auf ihrem Album »Renaissance« The Lines They Are A-Changin’

Einer der größten Popstars unserer Zeit reagiert auf Kritik und bearbeitet eine Songzeile. Neu ist das nicht. Hier sind fünf weitere Künstler, die ihre Texte geändert haben. Einer davon: Michael Jackson.
Beyoncé bei den Grammy Awards 2021

Beyoncé bei den Grammy Awards 2021

Foto:

Kevin Winter / Getty Images

Auch Beyoncé macht Fehler. Das hat sich in den vergangenen Tagen offenbart, als die extrem erfolg- und einflussreiche Popsängerin ankündigte, eine als abwertend gedeutete Textstelle von ihrem neuen Album »Renaissance«  zu tilgen.

Die US-amerikanische Musikerin ist nicht die Erste, die beschließt, eine bereits veröffentlichte, als diskriminierend empfundene Songzeile zu bearbeiten. Das ist schon ein paarmal im Pop vorgekommen. Nicht bloß vor Kurzem.

Lizzo – »Grrrls«

Lizzo bei einem Fernsehauftritt 2022

Lizzo bei einem Fernsehauftritt 2022

Foto: Gilbert Carrasquillo / GC Images / Getty Images

Das Wort, das in Variationen nicht mehr in Beyoncés Song »Heated« auftauchen soll, sorgte schon im Juni für Diskussionen: »spaz«. Ein abwertender Ausdruck für Menschen mit Behinderung, der auf Deutsch auch so etwas wie »toben« oder »abdrehen« bedeuten kann. Damals benutzte die amerikanische Musikerin Lizzo den Begriff in ihrem Song »Grrrls«. Eine Twitter-Nutzerin wies sie darauf hin, dass es »nicht ausgeflippt oder crazy«  bedeute. »Es ist ein ableistisches Schimpfwort. Es ist 2022. Mach es besser.«

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Lizzo entschuldigte sich und kündigte eine neue Version des Songs an. An der kritisierten Stelle heißt es jetzt: »Hold me back« (»Halt mich zurück«).

Drake feat. J. Cole – »Jodeci Freestyle«

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Der kanadische R&B-Star Drake fand sich vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation wieder wie Beyoncé und Lizzo, damals zusammen mit seinem Kollegen J. Cole: In ihrem gemeinsamen Track »Jodeci Freestyle« aus dem Jahr 2013 verwendete der US-Rapper die Wörter »autistic, retarded« (»autistisch, zurückgeblieben«) in Kombination als Teil eines Diss, woraufhin ihm vorgeworfen wurde, negative Stereotype über Menschen mit Autismus zu bedienen.

Beide Musiker entschuldigten sich in ihren Blogs. »Menschen mit Autismus haben einen brillanten und kreativen Verstand«, schrieb Drake. J. Cole und er seien der Meinung, »dass es die richtige, verantwortungsvolle und respektvolle Entscheidung ist, den Text aus dem Lied zu entfernen«. So gebloggt, so geschehen: Auf einer 2019 veröffentlichten Compilation  mit Songs von Drake fehlen die Zeilen.

Taylor Swift– »Picture to Burn«

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In den Nullerjahren brachte eine andere extrem erfolgreiche Popsängerin der Gegenwart, Taylor Swift, den Song »Picture to Burn« heraus, inspiriert von einem Ex-Freund.

Kritiker machten darin eine homophobe Zeile aus. Gerichtet an den offenbar heterosexuellen Ex singt sie: »You’re gay« (»Du bist schwul«). 2011 sagte Swift in einem Interview, dass sie das inzwischen anders ausdrücken würde. Die »gay«-Passage wurde zum Beispiel im Musikvideo ersetzt durch harmlose Zeilen.

Black Eyed Peas – »Let’s Get It Started«

Black Eyed Peas 2004 bei einem Auftritt in Hollywood, USA

Black Eyed Peas 2004 bei einem Auftritt in Hollywood, USA

Foto: J. Shearer / WireImage / Getty Images

Der Hit der US-Popgruppe Black Eyed Peas hieß eigentlich mal anders. »Let’s Get Retarded«. Ein Aufruf, der etwa bedeuten kann, sich zuzudröhnen . Zugleich ist »retarded« eine Beleidigung für Menschen mit Behinderung. Als »Let’s Get Retarded« erschien der Song 2003 auf dem Album »Elephunk«.

Dass daraus »Let’s Get It Started« (»Lass uns loslegen«) wurde, dürfte weniger mit moralischen als mit kommerziellen Erwägungen zu tun haben: 2004 kam es zur Neubetextung, als die Black Eyed Peas sich daranmachten, den Song im Rahmen der NBA-Playoffs im amerikanischen Fernsehen unterzubringen.

Michael Jackson – »They Don’t Care About Us«

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Einer der Neunzigerjahre-Hits des King of Pop brachte ihm den Vorwurf des Antisemitismus ein. »Jew me, sue me«, sang er ursprünglich in »They Don’t Care About Us« von seinem 1995er-Album »HIStory: Past, Present and Future, Book I«. Zeilen, die man, ins Deutsche übersetzt, etwa interpretieren könnte als »Macht es auf die jüdische Art, verklagt mich« – worin Codes einer antisemitischen Verschwörungstheorie anklingen. Weiter sang er: »Kick me, kike me«. Im Amerikanischen ist »kike« ein abfälliger Ausdruck für einen Juden.

Jackson reagierte zunächst abwehrend: Das sei nicht antisemitisch, weil er kein Rassist sei. Doch dann entschuldigte er sich und kündigte an: »Ich werde nächste Woche ins Studio gehen und das ändern.« In einem Musikvideo etwa wurden die Stellen mit Soundeffekten übertüncht.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.