Schlagersänger und Jazzmusiker Bill Ramsey ist tot

Er sang »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett« und spielte Jazz, Swing und Blues: Nun ist der Musiker Bill Ramsey gestorben. Er wurde 90 Jahre alt.
Geboren in den USA, in Deutschland bekannt geworden: Der Musiker Bill Ramsey

Geboren in den USA, in Deutschland bekannt geworden: Der Musiker Bill Ramsey

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Christian Charisius / picture alliance / dpa

Der Sänger und Entertainer Bill Ramsey ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Ramsey sang Schlagersongs, moderierte Musiksendungen in Radio und Fernsehen und spielte in Spielfilmen.

Ramsey wurde in Cincinnati geboren und kam als junger US-Soldat in den Fünfzigerjahren nach Deutschland, um hier seinen Wehrdienst abzuleisten. Er trat in seiner Freizeit in Klubs in Frankfurt auf und stand ab 1953 unter anderem mit Ernst Mosch und Paul Kuhn auf der Bühne.

Für den Film »Liebe, Tanz und 1000 Schlager« mit Peter Alexander nahm er einige Songs auf – das Sprungbrett für seinen späteren Erfolg. 1957 kehrte Ramsey nach dem Ende seines Militärdienstes zunächst in die USA zurück, bevor er sich ein Jahr später endgültig in Deutschland niederließ.

Bill Ramsey (l.) war in den Sechzigerjahren einer der bekanntesten Sänger Westdeutschlands. Hier ist er mit Peter Weck zu sehen.

Bill Ramsey (l.) war in den Sechzigerjahren einer der bekanntesten Sänger Westdeutschlands. Hier ist er mit Peter Weck zu sehen.

Foto: dpa / picture-alliance

Mit »Souvenirs« feierte Bill Ramsey 1959 seinen ersten Nummer-Eins-Hit, 1960 folgte mit »Pigalle (Die große Mausefalle)« der nächste Chartstürmer. In den folgenden Jahren sang Ramsey zahllose Songs – zum Teil Coverversionen von Elvis Presley, den Beatles und Fats Domino, zum Teil von Heinz Gietz komponiert und mit ironischen Texten versehen.

Zu seinen bekanntesten Liedern aus den Sechzigerjahren gehören »Zuckerpuppe (Aus der Bauchtanz-Truppe)«, »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett«, »Wumba-Tumba Schokoladeneisverkäufer« und »Ein Student aus Heidelberg«.

Zeitgleich war Ramsey in den einschlägigen Publikumserfolgen des Unterhaltungskinos der Zeit zu sehen. In »Die Abenteuer des Grafen Bobby« spielte er etwa den Kellner Billy, zu »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett« steuerte er nicht nur den Titelsong bei, sondern war auch als Mimis Ehemann zu sehen.

Ramsey nahm immer wieder auch englischsprachige Songs auf und spielte lupenreinen Jazz, Blues und Swing. In den Siebzigerjahren brachte er den Deutschen diese Genres näher, etwa mit Fernsehsendungen wie dem »Talentschuppen«. An der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst arbeitete er lange als Dozent; seit Ende der Achtzigerjahre moderierte Ramsey im Radio des Hessischen Rundfunks die Sendung »Swingtime«, die er erst 2019 aus Altersgründen aufgab.

Das Alter hielt ihn aber lange nicht davon ab, mit seiner Musik aufzutreten. 2008 und 2009 ging er mit Max Greger und Hugo Strasser als »Swing-Legenden« auf Tournee. Mit 85 Jahren veröffentlichte Ramsey die Doppel-CD »My Words«. Noch 2019 gab er, im Rollstuhl sitzend, Livekonzerte.

Über 20 Jahre lang lebte Billy Ramsey in Zürich. Mit seiner vierten Ehefrau zog er 1991 nach Hamburg, wo er jetzt verstarb.