Blitztod US-Rapper Ol' Dirty Bastard stirbt im Studio

Der amerikanische Rap-Sänger Russell Jones, bekannt als Ol' Dirty Bastard oder O.D.B., ist am Samstag in New York gestorben. Nach heftigen Schmerzen in der Brust sei der 35-Jährige in einem Musikstudio zusammengebrochen, meldete die Plattenfirma "Roc-a-Fella". Über die Todesursache ist noch nichts bekannt.


Rapper O.D.B: "I always been Jesus"
AP

Rapper O.D.B: "I always been Jesus"

New York - Wie die Plattenfirma mitteilte, war der Musiker bei Ankunft des Notarztes bereits tot. Er starb zwei Tage vor seinem 36. Geburtstag. Medienberichten zufolge hinterlässt der exzentrische HipHopper 13 Kinder. Der Künstler war in der Vergangenheit mehrfach wegen Drogenmissbrauchs und anderer Delikte mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Zum Zeitpunkt seines Todes sei der 35-Jährige allerdings drogenfrei gewesen und habe sich regelmäßig gerichtlich angeordneten Drogentests unterzogen, teilte ein Sprecher mit.

O.D.B. gehörte zu den schillernden Figuren der amerikanischen HipHop-Szene. Nach der Gründung der Rap-Band Wu-Tang Clan trat er auch allein auf und wurde bald bekannt mit Hits wie "Shimmy Shimmy Ya" und "Got Your Money". Neben "Dirt McGirt" nannte sich der Rapper auch "Big Baby Jesus", offenbar angelehnt an seinen ganz persönlichen Glauben daran, dass "ich schon immer Jesus gewesen bin".

Das exzentrische Verhalten des Rappers sorgte immer wieder für Schlagzeilen und brachte ihn immer häufiger ins Gefängnis: Neben dem illegalen Besitz von Crack, wurden ihm die Bedrohung einer Ex-Freundin, terroristische Drohungen sowie die Beteiligung an einem Schusswechsel mit der Polizei zur Last gelegt. Zuletzt wurde er 2001 wegen Drogenbesitzes und Flucht aus einer Entziehungsklinik zu zwei bis vier Jahren Haft verurteilt. Nach der Freilassung im Jahr 2003 hatte er einen Vertrag bei "Roc-a-Fella" unterzeichnet. Die Arbeiten an einem Comeback-Album seien kurz vor dem Ende gewesen, teilte ein Sprecher der Plattenfirma mit.

"Russell hat uns alle mit seinem Geist, seinem Witz und seinem großen Herzen inspiriert," heißt es in einem Statement von "Roc-a-Fella Records": "Die Welt hat ein großes Talent verloren, aber wir trauern um den verlorenen Freund."



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