Für knapp 600 Dollar verkauft Bob Dylan hat »handsignierte« Bücher nie angefasst – Verlag entschuldigt sich

In »The Philosophy of Modern Song« analysiert Bob Dylan die Stücke anderer Künstler – doch aktuell ist das Buch in der Kritik: Offenbar setzte eine Signiermaschine seine Unterschrift in limitierte Exemplare.
Bob Dylan im Jahr 2009

Bob Dylan im Jahr 2009

Foto: Kevin Winter/ Getty Images

Der Verlag von Bob Dylan hat sich bei enttäuschten Fans entschuldigt und ihnen eine Rückerstattung für den Kauf von Sonderausgaben von Dylans neuem Buch angeboten. Der Verlag Simon & Schuster räumte ein, dass die angeblich »handsignierten« Exemplare von »The Philosophy of Modern Song« gar nicht individuell beschriftet waren.

»Bei denjenigen, die ›The Philosophy of Modern Song‹ in limitierter Auflage gekauft haben, möchten wir uns entschuldigen«, teilte Simon & Schuster am Sonntag in einer Erklärung auf Instagram mit. »Wie sich herausgestellt hat, enthalten die Bücher der limitierten Auflage zwar Bobs Originalunterschrift, aber in Form einer geschriebenen Replik. Wir werden uns sofort darum kümmern, indem wir jedem Käufer eine sofortige Rückerstattung zukommen lassen.«

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Zuvor hatten sich Käuferinnen und Käufer mehrere Tage lang beschwert. Sie hatten in den sozialen Medien ihre Exemplare verglichen und dabei festgestellt, dass sich die Autogramme verdächtig ähnelten. Den Büchern lag aber ein Schreiben von Jonathan Karp, dem Herausgeber von Simon & Schuster, bei, in dem er sich für die Echtheit der Unterschrift verbürgte.

Laut »Variety « wurden nur 900 der Sonderexemplare gedruckt – und jedes kostete 599 Dollar. Demnach wurden den ersten Käuferinnen und Käufer ihre Exemplare am Freitag zugestellt. Nachdem die ersten Fotos der Unterschriften online auftauchten, kam schnell der Verdacht auf, dass diese mit einer Signiermaschine erstellt worden seien. Solche Maschinen können echte Unterschriften erfassen und reproduzieren.

Gerade in der Welt der Prominenten sind solche Signierhilfen weitverbreitet – in Sammlerkreisen gelten sie allerdings als verpönt und derlei Unterschriften als weniger wert. Fans rätseln laut »Variety« nun, wie der Verlag dazu kam, die Signaturen als echt auszugeben.

»The Philosophy of Modern Song« ist das erste Werk von Dylan seit dem 2004 erschienenen »Chronicles, Volume One«. In dem neuen Buch sind mehr als 60 Essays über die Songs anderer Musikerinnen und Musiker enthalten, es geht um die Kunst des Songschreibens. Dylan arbeitete seit 2010 an dem Buch.

kko/AP
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