BTS im Olympiastadion Seoul Klatschehändchen statt Mitsingchor

Nach zwei Jahren Pandemie trat die koreanische Boygroup BTS wieder vor heimischen Fans auf. Doch die durften weder mitsingen noch tanzen. Die Band war besorgt, aber die Fan-»Army« machte das Beste draus.
»Permission to Dance«? Nicht für alle: Während BTS auf der Bühne sangen, wurde vom Publikum Disziplin verlangt

»Permission to Dance«? Nicht für alle: Während BTS auf der Bühne sangen, wurde vom Publikum Disziplin verlangt

Foto: BIGHIT MUSIC / Handout / AFP

Zum ersten Mal seit Beginn der Coronapandemie hat die weltweit erfolgreiche K-Pop-Gruppe BTS wieder ein Livekonzert vor Publikum gegeben. 15.000 Fans kamen zu dem Konzert im Olympiastadion in Seoul, mit dem die »Permission to Dance on Stage«-Tournee von BTS startete. Aufgrund von Corona-Vorschriften war nur ein kleiner Teil der 60.000 Plätze im Stadion besetzt.

Olympiastadion in Seoul mit BTS-Plakat

Olympiastadion in Seoul mit BTS-Plakat

Foto: Lee Jin-man / AP

Während der Pandemie hatte die Band viele Livestream-Konzerte gegeben, nun konnten Fans wieder persönlich dabei sein. »Die Tatsache, dass Ihr alle auf der Tribüne sitzt, zeigt, dass sich viel verändert hat«, sagte Bandleader RM, dessen richtiger Name Kim Nam-joon ist, bei dem Konzert. »Ich bin so gerührt und begeistert, dass unsere ARMY hier ist«, sagte Band-Kollege Kim Tae-hyung, auch bekannt unter seinem Bühnennamen V.

Bereits Stunden vor Beginn des ersten Konzerts am Donnerstag hatten tausende BTS-Fans, die sich selbst als »Army« (Armee) der Band bezeichnen, versucht, auf das Konzertgelände zu gelangen. Die rund 45.000 Karten für die drei Konzerte in Seoul waren innerhalb von Minuten ausverkauft.

Das Tourneemotto »Permission to Dance« (nach einer BTS-Hitsingle) galt allerdings nur auf der Bühne, wo die Boygroup ihre minutiös einstudierten Tanzchoreografien zeigte. Den Fans war es nicht erlaubt, mitzusingen, zu schreien oder aufzustehen. Südkorea ist derzeit mit einer starken Omikron-Infektionswelle konfrontiert. Am Donnerstag wurden in dem Land mehr als 300.000 Neuansteckungen registriert.

In einem Instagram-Video nach dem Auftritt ließ BTS-Sänger Jungkook an seinen Sorgen um die Stimmung teilhaben : Gerade bei Auftritten in Korea sei er daran gewöhnt, dass die Fans alle Zeilen mitsingen. »Es war immer noch unglaublich«, sagte er, aber dennoch irritierend, der »Army« in die Augen zu schauen, und sie mussten sitzen bleiben.

Die Managementfirma hinter BTS hatte sich allerdings etwas ausgedacht, um zumindest etwas von der üblicherweise frenetischen Publikumsbeteiligung zu retten: Sie verteilte eigens für die Show designte Klatschhändchen. Im Vorfeld hatte dies für einigen Spott gesorgt. Doch die während und nach der Show geposteten Videos zeigen, dass zumindest einige Fans die Klatschhände als Stimmungsersatz empfanden.

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Eindrucksvoll war jedenfalls die Taktsicherheit der koreanischen Fans, wie dieses Video zeigt.

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Auf einer Großleinwand wurden allerdings offenbar die Einsätze zum Klatschen angezeigt.

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Ein Problem für Boygroupfans allerdings: Was tun, wenn der Lieblingsstar zum Bühnenrand kommt und kreischen verboten ist? Natürlich kräftiger klatschen.

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Das Comeback auf die koreanische Bühne wird jedenfalls in die Konzertgeschichte eingehen – auch wegen dieser besonderen Umstände.

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Die BTS-Stars singen vor allem in ihrer Muttersprache, haben aber Millionen Fans auf der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr war BTS mit ihrer Single »Dynamite« als erste südkoreanische Band an die Spitze der US-Charts gestürmt. Der weltumspannende Dachverband der Musikindustrie, IFPI,  zeichnete BTS im Februar für 2021 im zweiten Jahr in Folge als weltweit erfolgreichsten Musikact aus.

feb/AFP
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