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Buddy-Holly-Ehrung: Der Vater von Peggy Sue

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Buddy-Holly-Tribut Die Brille des Rock'n'Roll

Buddy Holly stand nur anderthalb Jahre im Rampenlicht, bis er 1959 mit 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz starb. Sein Name ist bis heute lebendig. Wie vital auch seine Songs noch sind, belegt eine neue CD, bei der Verehrer von Paul McCartney bis Cee Lo Green die Klassiker nachspielen.

Wer sich auch nur einen Hauch für Musik interessiert, muss den Namen Buddy Holly mindestens mal gehört haben. 1994 landeten die US-College-Rock-Clowns von Weezer sogar einen feinen Hit, der schlicht "Buddy Holly" hieß, und dann gab es da ja auch noch dieses Musical. Vermutlich aber wären die meisten Menschen, die nur drei Buddy-Holly-Songs nennen müssten, aufgeschmissen. "Oh Boy"? "It's so easy"? Oder "Peggy Sue"?

Dafür, dass auch die Songs hinter dem Namen lebendig bleiben, soll nun die tolle Sammel-CD "Rave On Buddy Holly" sorgen, die pünktlich zu seinem anstehenden 75. Geburtstag im September kommt, und auf der neunzehn bewährte und frische Größen die Rock'n'Roll-Oldies aufmöbeln. An Bord sind A-Liga Meister wie Paul McCartney, Lou Reed, Patti Smith oder Graham Nash. Ebenso funkelt der Nachwuchs mit Cee Lo Green, Julian Casablancas, Karen Elson oder Florence and the Machine.

Große Namen garantieren nicht automatisch spannende Musik, aber in diesem Fall sind die Resultate eindrucksvoll: Fiona Apple und Jon Brion verzaubern "Everyday" in ein surreales Schlaflied, Florence and The Machine rüsten "Not Fade Away" zur schwelenden Kirmes-Ballade um, Lou Reed faucht sich durch "Peggy Sue", Karen Elson schnurrt "Crying, Waiting, Hoping". Ja, selbst Beatle Paul läuft noch mal zu großer Form auf, mit einem knarzenden "Its so Easy"!

Bruce singt sich mit Buddy warm

Eine Zusammenstellung also, bei der alle Beiträge mindestens gelungen, mitunter großartig sind - etwas, das sich nur sehr selten über Tribut-Projekte dieser Art sagen lässt. Hier half allerdings auch, dass Buddy Hollys Songs in diesem Jahrtausend nichts von ihrer Kraft verloren haben.

Rückblickend ist kaum zu fassen, wie kurz Buddy Hollys Karriere war, sie währte gerade anderthalb Jahre. Nicht mehr als drei Alben veröffentlichte der Texaner zu Lebzeiten, bis er in den Morgenstunden des 3. Februar 1959 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er wurde 22 Jahre alt.

Aber sein Einfluss auf folgende Musikergenerationen ist enorm. Der Rock'n'Roll-Pionier, der gern im Anzug und vor allem mit Brille auftrat, beeindruckte nachhaltig John Lennon, Paul McCartney, Eric Clapton, Keith Richards, Pete Townsend, The Gratefull Dead, Elton John und Bob Dylan, um nur die Offensichtlichsten zu nennen. Dylan zum Beispiel prahlt bis heute damit, ein Buddy-Holly-Konzert drei Tage vor dessen Tod erlebt zu haben, John Lennon und Elton John schafften sich angeblich seinetwegen eine Brille an, Bruce Springsteen stimmt sich in seiner Garderobe vor Konzerten immer mit Holly-Songs ein. Und Paul McCartney, in aller Bescheidenheit, sicherte sich gleich die Urheberrechte an allen Holly-Kompositionen.

So dürfte Sir Paul auch beglückt sein, wenn die feinen Lieder auch dank dieser CD ein neues Publikum beeindrucken, weil dann auch seine Kasse klingelt. Aber eben auch, weil diese alte Musik junge Fans verdient.

Diverse: "Rave On Buddy Holly" (Universal)