Bundesverwaltungsgericht Bushido-Album "Sonny Black" steht zu Recht auf dem Index

Ist das Album "Sonny Black" des Rappers Bushido jugendgefährdend? Ja, hat das Bundesverwaltungsgericht geurteilt - und damit einen langen Streit über den Verkauf endgültig entschieden.

Für die Urteilsverkündung erschien der Rapper persönlich mit seinen Anwälten vor Gericht
Theresa Held / DPA

Für die Urteilsverkündung erschien der Rapper persönlich mit seinen Anwälten vor Gericht


Bushidos Album "Sonny Black" darf nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte, dass die Platte zu Recht als jugendgefährdend eingestuft worden war. Damit korrigierten die Richter das Urteil der Vorinstanz und bestätigten die Entscheidung der Bundesprüfstelle, das Album auf den Index für jugendgefährdende Medien zu setzen.

"Die hemmungslose Gewaltdarstellung zieht sich durch die Titel", sagte Richter Thomas Heitz zur Urteilsbegründung. Frauen und Homosexuelle würden durch "vulgäre Sprache" herabgewürdigt.

Der Berliner Rapper nahm an der Verhandlung selbst teil. Er sei "abgeschmiert auf ganzer Linie", sagte Bushido nach der Urteilsverkündung. Er sei aber nicht frauen- oder schwulenfeindlich.

Das Album war im Februar 2014 erschienen, im April 2015 setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien es auf den Index und verbot den Verkauf an Kinder und Jugendliche. Der Berliner Rapper klagte gegen den Listeneintrag, das Verwaltungsgericht Köln wies die Klage ab.

Im Berufungsverfahren entschied das Oberverwaltungsgericht Münster im vergangenen Jahr für Bushido, das Album durfte wieder an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Daraufhin reichte die Bundesprüfstelle Revision ein. Das Bundesverwaltungsgericht gab ihr in letzter Instanz recht.

Aktenzeichen: BVerwG 6 C 18.18

kko/dpa



insgesamt 95 Beiträge
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noalk 30.10.2019
1. Die Freiheit der Kunst
Ist in diesem Fall sicherlich nicht in Gefahr. Die Song(?)zeilen, die ich von dieser Platte kenne, legen die Vermutung nahe, dass diesen Worten Taten folgen, insbesondere bei Jugendlichen. Herr Bushido scheint sich seiner Verantwortung als Künstler nicht so recht bewusst zu sein. Im übrigen empfinde ich seine Texte als ziemlich banal, getragen von einer "Reim-dich-oderich-fress-dich"-Maxime.
timtom2222 30.10.2019
2.
Kein Wunder wenn unsere Gerichte angeblich überlastet sind. So ein Schwachsinn, wer das Album haben will, bekommt es egal wie alt er ist. Vielleicht wäre Aufklärung der bessere Weg, eine große Klappe hat er ja. Die Frage ist dann, warum man dann Polizeischutz benötigt?
hallotach2000 30.10.2019
3. Top
.... gut geurteilt.
schneidp 31.10.2019
4. Zu Recht indiziert
Der Text ist für Kinder definitiv nicht geeignet. Und indizierung ist ja kein Verbot. Ich finde es eher bedenklich das ein "Künstler" so einen Text tatsächlich an Kinder verkaufen will. An Erwachsene kann die CD ja weiterhin verkauft werden, Indizierung hin oder her. Werbung hat er durch den Prozess ja jetzt genug erhalten.
Xberg5 31.10.2019
5. Naja...
Als wenn das auch nur einen Jugendlichen vom Hören dieses Albums abhalten könnte. Eine bessere Werbung kann es für Bushido nicht geben.
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