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16. Mai 2018, 12:44 Uhr

Gerichtsurteil

Bushido-Album "Sonny Black" steht zu Unrecht auf dem Index

Das umstrittene Album "Sonny Black" des Rappers Bushido darf wieder frei verkauft werden, wenn ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster rechtskräftig wird. Die Platte war seit 2015 indiziert gewesen.

Bushidos umstrittenes Album "Sonny Black" darf nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster wieder an Minderjährige verkauft werden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die die Platte 2015 auf den entsprechenden Index gesetzt hatte, habe nicht sorgfältig genug zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit abgewogen, entschieden die Richter.

2014 hatte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn das Bushido-Album "Sonny Black" auf den Index gesetzt. Die Texte wirkten "verrohend, verherrlichen einen kriminellen Lebensstil, insbesondere den Drogenhandel, und diskriminieren Frauen und homosexuelle Menschen."

Unter anderem hieß es in der Begründung: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Minderjährige die geäußerten Demütigungen in ihren Wortschatz und in ihr eigenes Verhalten übernehmen, wird seitens des Gremiums als sehr hoch eingeschätzt." Mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht in Köln war Bushido zunächst gescheitert.

2015 dagegen hatte Bushido in einem ähnlichen Fall einen Erfolg erzielt. Das Gericht hatte damals entschieden, dass der Bushido-Song "Stress ohne Grund" zu Unrecht auf der Liste jugendgefährdender Medien stehe.

kae/dpa

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