CD-Kritik Hausmarke: "Weltweit"

Braver Hip Hop: Das erste Soloalbum von Michael Beck. Seine Kollegen von den "Fantastischen Vier" grinsen aus dem Groove.

Michael Beck alias DeeJot Hausmarke will nicht schimpfen. Nicht wirklich. Anders als mancher Finstermann des Hip Hop aus der Bronx, L.A., oder Frankfurt Rödelheim motzt er auf seinem Soloalbum "Weltweit" nicht rum, sondern erzählt im sympathischen Plauderton Geschichten aus seinem Leben. Keine Underground-Attitüde, keine Fäkalsprache (der Titel "Mic-Check mit FK" bestätigt als Ausnahme die Regel), kein akustischer Dreck im Sound - Locker bleiben, Swingbeat ist angesagt.

Hausmarke macht zwar bis zum Herbst Pause von den "Fantastischen Vier", den Deutschrappern aus Stuttgart, dennoch grinsen seine Kollegen ständig aus dem Groove. Toomilla, der Plattendreher und Becks Studiopartner, sowie der "Freundeskreis" und Smudo von den Fanta Vier sind ebenso dabei, wie MC Rene aus Köln, Afrob von der Kolchose Crew, Yvette Michele und die Old-Schooler Mele Mel und Scorpio. Auf der letzten "Popkomm" konnte Hausmarke außerdem Fugees-Frontmann Wyclef für eine Aufnahme-Session gewinnen ("Foundation"). Verglichen mit der Partystimmung bei den Live-Auftritten von Hausmarke wirkt das Album kühl. Das ist erstaunlich, weil auf der Bühne große Teile des Studiomaterials eingespielt wurden.

Das Album klingt eher übersichtlich. Drum-Loops mit Bass und Piano sind versetzt mit Bläser-, Streicher- oder Gitarren-Samples, deutsch und englisch miteinander verwoben. Der Sound kann sich am internationalen Standard messen. Hinzu kommt eine gewisse Leichtigkeit des Grooves, die den musikalischen Schwaben immer dann zu gelingen scheint, wenn sie nicht gerade versuchen, den Blues zu spielen.

Frank Eichner

Hausmarke: "Weltweit" (Four Music/Columbia)

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