Chansonsänger Georges Moustaki ist tot

Georges Moustaki galt als Meister der leisen Töne, Poet, Liedgott. Hits wie "Ma Liberté" und "Le Métèque" machten den Sohn griechischer Einwanderer in Frankreich groß, einige Jahre war er mit der großen Edith Piaf liiert. Nun ist der berühmte Chansonnier gestorben.
Georges Moustaki im Jahr 1981 bei einem Auftritt in Spanien

Georges Moustaki im Jahr 1981 bei einem Auftritt in Spanien

Foto: Gianni Ferrari/ Cover/Getty Images

Nizza - In Weiß gekleidet, mit schlohweißen Haaren stand er im Münchner Prinzregententheater auf der Bühne. Die Menschen tobten. Georges Moustaki hatte für sie "Ma Liberté", "Le Métèque", "Ma Solitude" und "Milord" gesungen. Zwei Stunden verausgabte sich der französische Sänger und Komponist. Zwei Stunden reihte er einen Hit an den anderen. Knapp sechs Jahre ist das jetzt her. Schon ein Jahr später musste Moustaki alle Konzerte ersatzlos absagen. Lungenprobleme machten ihm das Singen unmöglich. Er sollte nie wieder zu seiner Form zurückfinden.

Die Geschichte des reisenden Sängers, des Poeten aus dem Ausland, die Haare zerzaust, die Haut gebräunt, bei den Frauen erfolgreich, erzählte er in einem seiner erfolgreichsten Lieder, "Le Métèque" - der Ausländer. Er fasste darin sein eigenes Leben zusammen: Moustaki wurde am 3. Mai 1934 als Joseph Mustacchi in Alexandria geboren. Er wuchs in der multikulturellen ägyptischen Stadt auf und lernte so neben seiner Muttersprache Griechisch auch Italienisch, Arabisch und Französisch. Als er 17 Jahre alt war, ging er nach Paris.

In der französischen Hauptstadt arbeitete Moustaki Anfang der fünfziger Jahre in Bars, verkaufte Bücher, spielte Gitarre in Cafés und trat später in Kabaretts auf. Dann traf er die große Edith Piaf, für die er Lieder schrieb und mit der er einige Jahre liiert war. Der Titel "Milord", eines der ersten Lieder, das er für Edith Piaf verfasste, wurde 1959 ein Welterfolg. Den Durchbruch schaffte Moustaki 1966 mit "Le Métèque". Im Jahr 1992 wurde er mit dem Grand Prix Nationaux in der Kategorie Chanson ausgezeichnet.

Auf seinen zahlreichen Tourneen durch Europa war Moustaki, der Zeit seines Lebens als Meister der leisen Töne galt, sehr populär. Wie seine Verse, so war auch seine Musik ohne Aggressivität, von schlichter Melodik und Begleitung geprägt. Auch mit über 70 Jahren reiste Moustaki noch durch Frankreich, Belgien, die Schweiz und Deutschland. Am Donnerstag ist er mit 79 Jahren in Nizza gestorben.

Auf die Frage, wie lange er noch auftreten werde, hatte Moustaki 2007 dem SPIEGEL gesagt: "Bis ich sterbe."

kha/dpa