Charts-Skandal Brandes-Produktionen bleiben gesperrt

Der Musikproduzent David Brandes manipulierte die Charts, Media Control und Phonoverbände verbannten seine Produktionen vorläufig aus den Charts. Jetzt wurde die Sanktion ausgeweitet - auf drei Monate.


Sängerin Gracia, Produzent Brandes: Raus aus den Charts
DPA

Sängerin Gracia, Produzent Brandes: Raus aus den Charts

Berlin - Intensiv geprüft, hart gerügt: Die Phonoverbände und Media Control haben heute den Verdacht auf Chart-Manipulationen durch den Musikproduzenten David Brandes bestätigt. "Die manipulierten Produkte müssen insgesamt drei Monate von der Chart-Erhebung ausgeschlossen werden", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft, Gerd Gebhardt, heute in Berlin und weitete damit die am 11. April verhängte vorläufige Sperrung aus.

Betroffen sind die Songs "Run & Hide" (Gracia), "I Know", "Blue Tattoo" (Vanilla Ninja) und "Heaven Is A Place On Earth" (Virus Incorporation) sowie die Alben "Traces Of Sadness" und "Blue Tattoo" (Vanilla Ninja). Die Grand-Prix-Kandidatin und Vanilla Ninja seien Opfer der Manipulationsversuche ihres Produzenten, so Gebhardt.

Noch am Dienstag hatte Brandes in der "Johannes B. Kerner"-Show (ZDF) erklärt, "dass viele in der Branche das machen". Karlheinz Kögel, Chef des Medienunternehmens Media Control, hatte dem streng widersprochen und gerichtliche Schritte angedroht. "Brandes hat die Schraube überdreht", so der Medienunternehmer. Es handle sich um eine "besonders dreiste Form der Beeinflussung".

Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte Konsequenzen gezogen und schloss Brandes von der Teilnahme am Finale des Eurovision Song Contests am 21. Mai in Kiew aus.



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