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Eurovision Song Contest: Windmaschinen, Pyrotechnik, allergrößte Gefühle

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Eurovision Song Contest Conchita Wurst gewinnt den ESC

Mit ihrer James-Bond-Hommage hat die österreichische Dragqueen Conchita Wurst den Eurovison Song Contest gewonnen. Das deutsche Trio Elaiza landete auf Rang 18.

Kopenhagen/Hamburg - Die Freudentränen flossen schon vor der endgültigen Entscheidung: Die österreichische Dragqueen Conchita Wurst hat mit ihrer pompösen Ballade "Rise Like a Phoenix" den diesjährigen Eurovision Song Contest gewonnen. Sie war als Favoritin beim 59. ESC angetreten. Damit siegte Österreich nach 1966 mit Udo Jürgens zum zweiten Mal bei dem Gesangswettbewerb.

"Ich habe die ganze Zeit geweint", sagte die Österreicherin nach ihrem Triumph. "Das hier ist nicht nur für mich, sondern für alle da draußen, die an die Zukunft, Liebe, Frieden, Toleranz und Akzeptanz glauben." An dem Gewinnersong ist auch ein Deutscher beteiligt: Alexander Zuckowski, der Sohn von Rolf, hatte an der Komposition mitgearbeitet. Auf Platz zwei landeten The Common Linnets aus den Niederlanden, die schwedische Sängerin Sanna Nielsen belegt den dritten Rang (einen kompletten Überblick über die Punkte und Ränge finden Sie hier).

Wurst, geboren als Tom Neuwirth, hatte in Kopenhagen einen groß inszenierten Auftritt abgeliefert - mit Vollbartschatten im Gesicht und elegantem Fummel am Leib. Vor zwei Jahren war sie beim nationalen Vorentscheid nur Zweite hinter dem Hip-Hop-Spaßduo Trackshittaz ("Woki mit deim Popo") geworden, das schaffte es allerdings nicht bis ins Finale. In Deutschland wurde sie dem Fernsehpublikum durch das Trash-TV-Format "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika" bekannt.

Die deutschen Kandidatinnen von Elaiza landeten mit ihrem Song "Is It Right" auf Platz 18. Sie waren genau nach der Österreicherin vor vergleichsweise spartanischer Kulisse aufgetreten. "Thank you so much", rief die 21-jährige Sängerin Ela, die einen stimmgewaltigen Auftritt hingelegt hatte, hinterher in die Menge. Der Newcomer-Mädchenband wurden vorab nur geringe Siegchancen eingeräumt.

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Conchita Wurst: Siegeszug mit Grazie und Bart

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Auch in diesem Jahr haben nach Schätzungen etwa 100 Millionen Musikfans den Gesangswettbewerb verfolgt. Im Saal, einer umgebauten Werfthalle, feierten etwa 10.000 Zuschauer das Spektakel, darunter auch Dänemarks Kronprinz Frederik und seine Frau Mary. Kandidaten aus 26 Ländern traten zum ESC 2014 gegeneinander an.

Für Russland waren die Zwillinge The Tolmatschewy Twins dabei. Die beiden 17-Jährigen performten ihren Song "Shine". Anders als beim Halbfinale, als die Teenager laute Buh-Rufe ernteten, die wohl eigentlich dem Präsidenten Wladimir Putin galten, bekamen sie für ihren Final-Auftritt viel Applaus.

Eurovision-Altmeister Ralph Siegel war mit Sängerin Valentina Monetta für San Marino im Finale - und saß während des Auftritts selbst am Flügel. Die beiden landeten damit auf dem drittletzten Platz. Mit Nicole und "Ein bisschen Frieden" hatte Siegel 1982 den ersten Sieg für Deutschland beim Eurovision Song Contest errungen.

Mit dem Sieg von Wurst wird der Grand Prix im kommenden Jahr wahrscheinlich in Wien ausgetragen, sollte sich das Siegerland für die Hauptstadt entscheiden.

vks/dpa
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