Countrystar Morgan Wallen nach rassistischer Bemerkung von US-Radiostationen verbannt

In den USA ist Morgan Wallen der erfolgreichste Musiker des bisherigen Jahres. Aber nachdem der Sänger dabei gefilmt wurde, wie er betrunken einen verächtlichen Ausdruck benutzte, steht seine Karriere auf der Kippe.
US-Countrystar Morgan Wallen (2019): Wie rassistisch sind Countrymusiker?

US-Countrystar Morgan Wallen (2019): Wie rassistisch sind Countrymusiker?

Foto: Rick Kern / Getty Images

Eigentlich hätte 2021 das Jahr des 27-jährigen Countrymusikers Morgan Wallen werden müssen. Hierzulande mag sein Name weithin unbekannt sein, in den USA ist er ein Shooting-Star: Seine Platte »Dangerous – The Double Album« steht dort seit vier Wochen ununterbrochen auf Platz eins der Charts – ein Country-Rekord, der zuletzt Garth Brooks in den Neunzigerjahren gelang.

Jetzt allerdings steht Wallen vor einem erheblichen Problem: Mehr als 400 Country-Radiostationen des Konzerns Cumulus Media nahmen seine Songs aus dem Programm, nachdem er von Nachbarn dabei gefilmt worden war, wie er betrunken das Wort »Nigger« benutzte. Bei Apple Music und Spotify verschwanden seine Songs aus Best-of-Listen mit Countrymusik.

Der Kontext, in dem Wallen das Wort äußerte, geht aus dem von Nachbarn aufgenommenen 30-Sekunden-Clip  nicht hervor. Wallen entschuldigte sich inzwischen mit einem Statement: »Mir ist das peinlich und es tut mir leid. (...) Für diese Art von Sprache kann es keine Entschuldigung geben.«

Es ist nicht das erste Mal, das Wallen negativ in die Schlagzeilen gerät: Im Oktober wurde er von der TV-Sendung »Saturday Night Live« ausgeladen, nachdem er bei einer Party ohne Maske gefeiert hatte. Nach seiner Entschuldigung ging die Sendung mit ihm dann im Dezember über die Bildschirme. Im Mai war er wegen öffentlicher Trunkenheit und ordnungswidrigem Verhalten kurzzeitig verhaftet worden.

Der Skandal trifft die Countryszene in den USA in einer Zeit, in der sie sich öffentlich mit Vorwürfen auseinandersetzt, sie sei rassistisch grundiert. Die weiße Sängerin Kelsea Ballerini twitterte, Wallens Ausrutscher repräsentiere nicht die Countrymusik als Ganzes. Schwarze Countrystars, die langsam auch im Mainstream stärker wahrgenommen werden, sehen das anders.

Die Sängerin Mickey Guyton äußerte sich dementsprechend:

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»Der Hass geht tief«, schrieb sie bei Twitter. Und: »Wir wissen doch, dass dies nicht das erste Mal ist, dass (ein Countrymusiker) rassistische Ausdrücke benutzt. Also, was genau werdet ihr dagegen unternehmen?«

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