Einflussreicher Bandleader Der Jazzmusiker Chris Barber ist tot

Er machte den Jazz in Großbritannien populär und beeinflusste spätere Popstars wie Paul McCartney: Der Bandleader und Posaunist Chris Barber ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Chris Barber (1930-2021)

Chris Barber (1930-2021)

Foto: Heritage Images / Getty Images

Er war einer der Popstars unter den britischen Jazzmusikern. Ende der Vierzigerjahre begann der Posaunist, Bassist und spätere Bandleader Chris Barber, New-Orleans-Jazz zu spielen, und erreichte damit wenige Jahre darauf ein Mainstreampublikum, das den Musikern dieses Genres bis dahin verwehrt geblieben war.

1953 gründete er sein eigenes Ensemble, Chris Barber's Jazzband. Zu einer Zeit, als der Bebop der prägende moderne Jazzstil war, machte er traditionelle Formen des Jazz wieder populär. Der New-Orleans-Jazz erlebte dank ihm einen massiven Boom. Den größten Hit hatte seine Band 1959 mit dem Song »Petite Fleur« aus der Feder von Sidney Bechet.

Schon früh sprengte Barber die Grenzen des Jazz, so schlug er 1956 den Bass für Lonnie Donegans frühen Skiffle-Hit »Rock Island Line«. Auf diese Weise trieb er in der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre das Skiffle-Genre in Großbritannien voran, das viele Stars des späteren britischen Beatbooms in Teenagerjahren zum Musikmachen animierte. Unter ihnen waren auch die Mitglieder der Beatles. Paul McCartney bedankte sich in den Sechzigern, indem er Barber das Instrumental »Cat Call« schrieb.

Später spielte Chris Barber mit seiner Band auch komplexe Kompositionen von Charles Mingus und Joe Zawinul und kooperierte mit Musikern wie Van Morrison oder Jools Holland. Bis ins hohe Alter hielt er sein Ensemble zusammen und gab mit ihm Konzerte.

Wie unter anderem die britische Tageszeitung »The Guardian«  berichtete, starb Chris Barber am Dienstag im Alter von 90 Jahren. Der Musiker litt zuletzt an Demenz.

cbu
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