Destiny's Child Mädchen, Mähnen und Moneten

Seit ihrem Filmsong "Independent Woman, Part I" ist das erfolgreiche US-Trio Destiny's Child auch hier zu Lande gefragt. Mit SPIEGEL ONLINE sprachen Beyoncé, 19, Kelly, 20, und Tenitra, 20, über Zukunftsperspektiven, Traum-Männer wie den U2-Sänger Bono und deutsche Geschichte.

Von Stéfan Picker-Dressel


Erfolgreiches Mädchentrio Destiny's Child: "Stillstand ist der Tod"

Erfolgreiches Mädchentrio Destiny's Child: "Stillstand ist der Tod"

SPIEGEL ONLINE:

Eure neue Single heißt wie euer neues Album: "Survivor". Wen oder was wollt ihr überleben?

Kelly Trene Rowland: Im Moment wollen wir gerne weiter auf unserer Erfolgswelle schwimmen. "Survivor" ist der beste Titel, der uns dazu eingefallen ist.

Beyoncé Gisselle Knowles: Wir haben zehn Jahre hart für den Erfolg gearbeitet. So wie es jetzt ist, soll es auch bleiben. Der Titel steht dafür.

SPIEGEL ONLINE: Dauerhaften Erfolg kann man nicht buchen. Was wollt ihr anstellen?

Beyoncé: Wir werden noch härter arbeiten müssen als vorher. Die richtigen Songs mit dem richtigen Video zum richtigen Timing. Wir wissen, wo wir herkommen. Und auch, dass der Einsatz, den es erfordert, nach oben zu kommen, nichts ist gegen die Anstrengung, die es kostet, oben zu bleiben.

SPIEGEL ONLINE: Jeder zweite Preis, den die Musikbranche zu vergeben hat, ist im letzten Jahr an euch gegangen. Bedeuten euch diese Auszeichnungen überhaupt noch etwas?

Beyoncé: Natürlich. Weil uns jeder Preis daran erinnert, dass wir nicht nachlassen dürfen, weiter an uns zu feilen. Stillstand wäre der Tod, dann überholen uns die anderen. Schließlich will jeder in diesem Business geliebt werden.

R&B-Trio auf Überlebenskurs: "Lachen ist wichtig im Leben"

R&B-Trio auf Überlebenskurs: "Lachen ist wichtig im Leben"

SPIEGEL ONLINE: Stichwort Liebe: Wie leicht fällt es Topstars wie euch, sich zu verlieben?

Beyoncé: Ein kleiner Zweifel bleibt immer. Mag der mich jetzt wirklich, oder mag er mich nur, weil ich berühmt bin? Aber diese Zweifel hat jeder, wir sind da nicht die einzigen.

Kelly: Man schaut sich die Jungs schon genauer an. Aber welcher Junge macht das auf Dauer mit, dass seine Freundin ständig unterwegs ist und tausend andere Männer ihr zukreischen, wenn sie auf der Bühne steht?

SPIEGEL ONLINE: Ein Song auf eurem neuen Album heißt "Perfect Man". Wie sieht der denn für euch aus, der perfekte Mann?

Tenitra Michelle Williams: Wenn ich mich fallen lassen möchte, muss er mich auffangen können. Dafür muss er groß sein und starke Arme haben.

Beyoncé: Mein Traummann muss schlagfertig sein und mich zum Lachen bringen können. Lachen ist wichtig im Leben.

Kelly: Wir stehen auf die Jungs von U2. Die haben wir bei den Grammys kennen gelernt. Sie mögen uns, und wir mögen sie. Vielleicht machen wir ja mal einen Song zusammen. Bono ist ein wirklich cooler Typ. Uups, das habe ich jetzt nicht gesagt, sonst heißt es wieder, ich hätte eine Affäre mit ihm.

SPIEGEL ONLINE: Was war das absolut Blödeste, was ihr je über euch gehört habt?

Destiny's Child sind keine arroganten Zicken: "Das ist unverschämt"

Destiny's Child sind keine arroganten Zicken: "Das ist unverschämt"

Kelly: Dass wir Diven seien. Bei den Brit Awards haben wir bei den Proben von Eminem die Halle verlassen. Da hieß es hinterher, wie seien arrogante Zicken. Das ist unverschämt, die Leute hören oder lesen das über uns und glauben das, obwohl sie uns gar nicht kennen.

Tenitra: Menschen dichten dir Affären an oder denken sich die absurdesten Geschichten über dich aus. Ich mache mir nichts aus Gerüchten. Aber wenn schon meine Mutter die Geschichten glaubt, dann werde ich wirklich wütend.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es eigentlich etwas, was ihr speziell mit Deutschland verbindet?

Beyoncé: Ich konnte mit Geschichte nie etwas anfangen. Das ist heute anders. Wenn ich durch eine Stadt wie Berlin fahre, dann spürt man an jeder Ecke Geschichte. Dass es bei euch antike Häuser gibt, die älter sind als die Vereinigten Staaten, ist für mich einfach unfassbar. So etwas finde ich viel spannender als trockene Theorie.

Tenitra: Ich habe gehört, dass Deutschland mal zweigeteilt war. Stimmt das?

SPIEGEL ONLINE: Ja. Bis 1990 gab es zwei deutsche Staaten.

Kelly: Das ist ja unglaublich. Das habe ich in der Schule gelernt, aber wieder vergessen. Und die Leute in Ostdeutschland - konnten die nicht nach London fliegen?

SPIEGEL ONLINE: Nein, das war nicht möglich.

Kelly: Oh Gott, was für eine schreckliche Vorstellung. London ist so eine schöne Stadt. Und so toll zum Shoppen. Ich wäre gestorben, wenn ich dort nicht hätte hinfliegen können. Ich hätte in der Schule besser aufpassen sollen.

SPIEGEL ONLINE: Haben brave Mädchen wie ihr außer Shopping sonst noch Laster?

Kelly: Jede Menge. Mein größtes ist Coca-Cola.

Beyoncé: Und ich stehe auf Kekse. Und ihr Deutschen, ihr macht wirklich die besten Kekse. Respekt!

Destiny's Child: "Survivor" (Columbia/Sony Music), Veröffentlichung am 30. April 2001

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