Jazz-Geiger Didier Lockwood ist tot "Er war Monsieur 100.000 Volt"

Er nahm 35 Alben auf, komponierte Opern und gab 4500 Konzerte: Der französische Geiger Didier Lockwood, ein wichtiger Vertreter des französischen Jazz, ist im Alter von 62 Jahren gestorben.
Komponist und Jazz-Geiger Didier Lockwood (2017)

Komponist und Jazz-Geiger Didier Lockwood (2017)

Foto: JOEL SAGET/ AFP

Der französische Jazz-Geiger und Komponist Didier Lockwood ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er erlag am Sonntagmorgen in Paris einem Herzinfarkt, teilte sein Agent Christophe Deghelt mit. Am Abend zuvor war er noch bei einem Konzert aufgetreten.

Lockwood, am 11. Februar 1956 im nordfranzösischen Calais geboren, galt als wichtiger Vertreter des französischen Jazz. Er gab weltweit fast 4500 Konzerte und nahm mehr als 35 Alben auf.

Als Sohn eines Musikprofessors und inspiriert durch seinen älteren Bruder Francis, einen Jazzpianisten, entwickelte Lockwood früh Interesse an der Improvisation. Mit 17 Jahren wurde er Mitglied der französischen progressiven Rockband Magma. Kurze Zeit später wurde er von dem Ausnahmegeiger Stéphane Grappelli entdeckt, der ihn für den Jazz begeisterte. Er spielte mit den ganz Großen der Zunft - mit Dave Brubeck, Miles Davis, Herbie Hancock und Billy Cobham.

Im Laufe seiner Karriere engagierte er sich in zahlreichen Projekten und verschiedensten Jazzrichtungen. Als Komponist schrieb er zwei Opern, mehrere Geigenkonzerte, ein Konzert für Klavier und Orchester sowie Filmmusiken. Außerdem verfasste er Gedichte und gründete 2001 das Musikzentrum Didier Lockwood im Pariser Vorort Dammarie-les-Lys, das junge Musiker in Improvisation ausbildet.

"Didier, das war Monsieur 100.000 Volt. Ich kann es einfach nicht fassen", sagte sein Agent Deghelt. "Wir hatten viele Projekte in Arbeit." Lockwood habe gerade erst ein Album mit seiner Frau, der Sopranistin Patricia Petibon, aufgenommen.

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"Zutiefst großzügig und kommunikativ wird er seinen Freunden, der Musik, allen Kindern fehlen, die er mit seiner Leidenschaft erleuchten wollte", schrieb die französische Kulturministerin Françoise Nyssen.

"Frankreich verliert einen Ausnahmemusiker, einen Mann mit seltenen Qualitäten", teilte der Violinist Renaud Capuçon bei Twitter mit. Der Präsident der französischen Jazzakademie und von Lockwoods Musikschule, François Lacharme, nannte seinen verstorbenen Freund einen "Streiter für die Musik und die Künste" und "König der Herzen".

oka/AFP
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