Bluesrock-Musiker mit Bart ZZ-Top-Bassist Dusty Hill ist tot

Er war der Bassist und zweite Sänger der auch für ihre imposanten Vollbärte berühmten amerikanischen Bluesrock-Band ZZ Top. Jetzt ist Dusty Hill im Alter von 72 Jahren auf seiner Ranch in Texas gestorben.
ZZ-Top-Bassist Dusty Hill (2015): »Manche Leute tragen falsche Bärte zur Tarnung, das konnten wir leider nicht«

ZZ-Top-Bassist Dusty Hill (2015): »Manche Leute tragen falsche Bärte zur Tarnung, das konnten wir leider nicht«

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Mike McCarn / AP

ZZ-Top-Bassist Dusty Hill ist tot. Das gab die Bluesrockband auf ihrer Facebook-Seite bekannt. Demnach schlief Hill im Alter von 72 Jahren am Mittwoch friedlich auf seiner Ranch in Texas ein. »Wir, zusammen mit Legionen von ZZ-Top-Fans auf der ganzen Welt, werden deine Präsenz, deine Gutmütigkeit und dein dauerhaftes Engagement vermissen«, teilten dort die weiteren Bandmitglieder Billy Gibbons und Frank Beard mit. »Du wirst uns sehr fehlen, Amigo.«

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Vergangene Woche hatte die Band auf ihrer Website  mitgeteilt, dass Hill sich nach einer Erkrankung zur Erholung auf seiner Ranch befinde. Man erwarte seine baldige Genesung.

ZZ Top wurden im Sommer 1969 in Houston/Texas gegründet. Zum 50-jährigen Bestehen der Altmeister des Bluesrocks im Jahr 2019 gehörten Hills und Gibbons' lange Bärte längst zu den Markenzeichen der Musiker – genauso wie die markanten Gitarrenriffs der Band. »Manche Leute tragen falsche Bärte zur Tarnung, das konnten wir leider nicht«, hatte Hill einmal im Interview gescherzt. »Wo ich hinging, zog ich sofort eine Menschenmenge an.«

Kommerzieller Durchbruch 1973

Der kommerzielle Durchbruch gelang 1973 mit »Tres Hombres«. Das dritte Studioalbum gilt heute als Klassiker. Sechs Alben veröffentlichten Gibbons, Hill und Beard allein in den Siebzigern. In Deutschland gaben sie damals vereinzelte Auftritte, in den USA absolvierten sie von 1976 bis 1977 die riesige »World Wide Texas Tour« mit fast 100 Konzerten.

Der größte Wendepunkt ihrer Karriere kam in den Achtzigern, als Gibbons erstmals mit einem damals brandneuen Fairlight-Synthesizer experimentierte. Nach ersten elektronischen Experimenten auf dem nur mäßig erfolgreichen »El Loco« (1981) schafften ZZ Top zwei Jahre später einen Meilenstein – der allerdings nicht jedem gefällt.

Mit Synthesizern, Drumcomputern und Sequenzern frischten sie ihren Rocksound auf, erfanden sich neu und veröffentlichten 1983 das kraftvolle und pulsierende »Eliminator«. Hartgesottene Blues-Fans warfen der Gruppe Verrat vor. Doch die Verkaufszahlen geben ihnen recht: »Eliminator« ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der »Little Ol' Band From Texas«.

2004 wurden ZZ Top in die Rock and Roll Hall of Fame  aufgenommen. Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards sagte in seiner Laudatio: »Diese Katzen sind so tief vom Blues durchdrungen wie ich auch.«

sol/ap/dpa

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