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Echo-Gewinner 2017: "Wir pushen immer weiter"

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Campino gegen Böhmermann beim Echo "Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch"

Zu kommerziell, zu langweilig: Der Musikpreis Echo steht in der Kritik, vor allem Jan Böhmermann fand zuletzt drastische Worte. Bei der Verleihung am Abend in Berlin reagierte "Tote Hosen"-Sänger Campino.

Ina Müller, Udo Lindenberg, Andrea Berg und das Hip-Hop-Trio Beginner sind die ersten Gewinner der diesjährigen Echo-Verleihung. Lindenberg bekam den wichtigsten deutschen Musikpreis in Berlin 25 Jahre nach seinem ersten Echo. Er wurde bester Künstler "Pop national". "Eine gigantische Ehre" sei das, sagte der 70-Jährige. "Andere Leute gehen in Rente und wir pushen immer weiter."

Den Preis in der Kategorie "Hip Hop/Urban national" räumte das Hamburger Trio Beginner ab. Mit vier Nominierungen waren die Rapper die Favoriten des Abends. Andrea Berg bekam den Echo in der Kategorie Schlager. Ina Müller wurde als Künstlerin "Pop national" geehrt. Den Preis für sein Lebenswerk bekam Sänger Marius Müller-Westernhagen.

"Zeitgeistgeplapper"

Allerdings waren nicht alle restlos glücklich: Nach der Kritik von Satiriker Jan Böhmermann an der Echo-Verleihung erwiderte Toten-Hosen-Sänger Campino auf der Bühne: "Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann." Er sprach auch von "Böhmermannschem Zeitgeistgeplapper".

Böhmermann hatte kurz vor der Gala in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" von "seelenloser Kommerzkacke" gesprochen, die der Echo immer wieder ehre. Dabei nahm er besonders den zweifach nominierten Sänger Max Giesinger aufs Korn. Bereits 2014 hatte Böhmermann sich auch über Campino lustig gemacht.

Sehen Sie hier den Ausschnitt aus "Neo Magazin Royale"

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In Abwesenheit geehrt wurden Rapper Drake feat. WizKid & Kyla für den Hit des Jahres "One Dance" und Andreas Gabalier in der Kategorie Volkstümliche Musik.

Die Sänger Sascha und Xavier Naidoo moderierten die Show in den Berliner Messehallen. Gezeigt wird die Gala allerdings erst am Freitagabend im Privatsender Vox. Bisher hatte die ARD die Show im Ersten live übertragen, war aber nach mageren Zuschauerquoten ausgestiegen.

Die Zahl der Preiskategorien wurde in diesem Jahr von 31 auf 22 gekürzt, auch die Auswertungsbasis hat sich geändert. Zwar waren für die Nominierung die Verkaufszahlen entscheidend, die Jury bekam bei der Preisvergabe aber mehr Gewicht, ihr Votum floss neben dem kommerziellen Erfolg zu 50 Prozent in das Ergebnis ein. Zu den rund 500 Juroren gehörten Journalisten, Händler, Produzenten, ehemalige Preisträger und Nominierte sowie Label-Vertreter.

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koe/dpa