Sänger und Produzent Edo Zanki ist tot

Er arbeitete mit vielen Größen der deutschen Popmusik, von Herbert Grönemeyer bis Xavier Naidoo: Edo Zanki schrieb Hits für andere und sang auch selbst. Nun ist er im Alter von 66 Jahren verstorben.

Edo Zanki (1952-2019): Einer der prägenden deutschen Soulmusiker
Andreas Weihs/ imago images

Edo Zanki (1952-2019): Einer der prägenden deutschen Soulmusiker


Schon als Kind machte Edo Zanki "wilde Hausmusik mit allem, was herumlag." Mit fünf Jahren zog der kleine Edward mit seiner Familie aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland, mit 14 begann er seine Musikkarriere als Keyboarder in Bands wie Edo und die Markees. Einen ersten Achtungserfolg hatte Zanki mit dem Song "Fruits of the Night", den er 1978 für Tina Turner komponierte.

Ab den Achtzigerjahren war Zanki aus der deutschen Popmusik nicht mehr wegzudenken. Er schrieb Musik für Ulla Meinecke, produzierte die Alben "Total Egal" und "Gemischte Gefühle" für Herbert Grönemeyer sowie die Platte "Frauen kommen langsam - aber gewaltig" für Ina Deter und brachte eigene Alben wie "Wache Nächte" und "Ruhig Blut" heraus.

Später arbeitete Edo Zanki eng mit Xavier Naidoo zusammen. 1999 hatte er Naidoos Album "Live" produziert, kurz darauf begannen die Aufnahmen für "Zion", das erste Album der Söhne Mannheims, wo Zanki und Naidoo gemeinsam spielten. Der "Godfather of German Soul", wie Zanki auch genannt wurde, schrieb weiter Musik für andere Künstler, darunter Sasha und Julia Neigel. Sein letztes Soloalbum mit dem Titel "Hautnah" erschien im Jahr 2012.

Am Sonntag ist Zanki mit 66 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Das gab sein Management auf Facebook bekannt. Darin heißt es: "Edo lebte für die Musik, ist nie dem großen, kommerziellen Erfolg hinterhergerannt, sondern liebte es, mit Freunden und in immer wechselnden Konstellationen zu musizieren und das Leben zu feiern."

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insgesamt 6 Beiträge
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Paul Panda 02.09.2019
1. leider zu wenig beachtet
Ein leider viel zu wenig beachteter Künstler. Möge er in Frieden ruhen. Ein Stück von ihm aus den Siebzigern, in welchem er auch selber singt, höre ich auch heute noch oft und gerne: "Too high". Ich hatte es noch auf einer alten Musik-Casse gefunden. Wohl nicht jedermanns Geschmack, weil es sich am ehesten in der Jazzrock-Szene verorten ließe, aber genau das richtige, wenn man diese Musikrichtung, so wie ich, liebt.
futtermeister 02.09.2019
2. Das ist sehr sehr schade.
Ein Soulmusiker, der noch wirklich selber was konnte.
FrankDunkel 02.09.2019
3.
Edo Zanki war ein begnadeter Sänger. Schon zu einer Zeit, als in der deutschen Popmusik ansonsten das pure Grauen herrschte - ich sage nur: Eloy, Triumvirat usw. - lieferte er Sachen auf internationalem Niveau ab. Wen es interessiert, der soll mal in seine LP "Jump back" reinhören. Leider schwer zu bekommen, schon gar nicht auf CD. Ruhe in Frieden, Edo.
ned divine 03.09.2019
4. Leider viel zu wenig beachteter Künstler!
Ich erinnere mich an " Die Tänzerin" von der eben so großartigen Ulla Meinecke, von Edo Zanki mal produziert, soweit ich weiss. Beide Namen sind heute sicher gerade im Justin Biber und Taylor Swift Tralala Zeitalter nicht mehr geläufig. Zu wenig Mainstream, dafür ein hoher Anspruch....lohnt sich die Tänzerin mal anzuhören, gibt's auf Yt....
toninotorino 03.09.2019
5.
Zanki´s LP`s Wache Nächte und Gib mir Musik Live fand ich stark. Ganz klasse Sänger. Last Waltz, (Gestern Nacht war ich in) Afrika sind Songs, die ich immer wieder gehört hab. Ich mochte diesen "verschleppten" Groove in diesen Songs. Fand ich damals sehr ungewöhnlich. Zanki´s Platten habe ich nie weggegeben, werde ich auch nicht.
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