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Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und Co.: Teure Prestigeprojekte

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Hamburg Elbphilharmonie wird nochmals 200 Millionen Euro teurer

Neuer Kostenschock in Hamburg: Der Bau der Elbphilharmonie verteuert sich nochmals um 200 Millionen Euro. Damit klettert die Gesamtsumme auf 575 Millionen - statt der ursprünglich kalkulierten 77 Millionen.

Hamburg - Der Hamburger Prestigebau wird noch teurer - und voraussichtlich auch noch später fertig als erwartet. Das Konzerthaus an der Elbe soll nach Informationen aus Senatskreisen etwa 200 Millionen Euro mehr kosten als die zuletzt veranschlagten 377 Millionen Euro. Insgesamt kalkuliert die Stadt für das komplette Gebäude mit Hotel und Tiefgarage nun Kosten von 575 Millionen Euro ein.

Trotz des jahrelangen Streits um das Bauprojekt will die Stadt Hamburg die Elbphilharmonie mit dem Baukonzern Hochtief gemeinsam zu Ende bauen. Hochtief habe der Stadt ein Angebot gemacht, das spektakuläre Konzerthaus im Hafen für 198 Millionen Euro Mehrkosten zusammen mit den Architekten zu Ende zu bauen, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Samstag nach einer Sondersitzung des Senats im Hamburger Rathaus. Gleichzeitig verzichtet Hochtief auf sämtliche Nachforderungen und übernimmt das alleinige Risiko. "Das ist ein Vorschlag, der wirtschaftlich vernünftig ist und falls es teurer wird, sind es nicht die Risiken der Stadt, sondern die von Hochtief", sagte Scholz.

Der Bund der Steuerzahler begrüßte den Kompromiss. "Bei der völlig verunglückten Vertragssituation ist dies ein optimales Verhandlungsergebnis des Ersten Bürgermeisters", erklärte der Geschäftsführer des Landesverbandes, Marcel Schweitzer. Die Entscheidung, mit Hochtief weiterzubauen, sei "richtig und mutig, vorausgesetzt sie wird auch umgesetzt". Eine Kündigung der Zusammenarbeit mit Hochtief würde die Stadt Schweitzer zufolge zudem weitaus teurer kommen als die dafür angesetzten Mehrkosten von 200 Millionen Euro.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und der Essener Baukonzern über explodierende Kosten und Zeitverzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie. Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten nahezu vollständig. Abnahmereif fertiggestellt werden soll das Konzerthaus nach neuer Planung bis zum 31. Oktober 2016; die Eröffnung ist für Frühjahr 2017 geplant.

Damit würde sich die Eröffnung des Hauses um weitere eineinhalb Jahre verschieben, denn zuletzt war von einer Eröffnung im Sommer 2015 gesprochen worden. Baut die Stadt allein weiter, würde die Eröffnung noch einmal etwa sechs bis zwölf Monate später erfolgen als mit Hochtief.

Die Elbphilharmonie in der Hamburger HafenCity wird seit April 2007 nach Plänen des Basler Architektenbüros Herzog & de Meuron gebaut. Als die Stadt im Jahr 2005 den Bau des Konzerthauses beschlossen hatte, war die Landesregierung von Kosten in Höhe von 77 Millionen Euro ausgegangen.

syd/dapd/dpa
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