Telegram-Ankündigung Eric Clapton will nicht auftreten, wenn ein Impfnachweis verlangt wird

Er sang ein Protestlied gegen den Lockdown und beklagte eigene Impfbeschwerden. Nun kursiert eine Nachricht von Eric Clapton, er werde Konzerte absagen, wenn Ungeimpften der Zutritt verweigert würde.
Musiker Clapton auf der Bühne (Archivbild vom März 2020): Will kein »diskriminiertes Publikum«

Musiker Clapton auf der Bühne (Archivbild vom März 2020): Will kein »diskriminiertes Publikum«

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Gareth Cattermole / Getty Images

Am Montag kündigte der britische Premierminister Boris Johnson bei einer Pressekonferenz an , dass voraussichtlich ab September von Nachtklubs und ähnlichen Veranstaltungsorten verlangt werden würde, sich von Zutrittswilligen einen Gesundheitspass vorlegen zu lassen. Da es bis dahin ein Impfangebot gegen Covid-19 für alle Erwachsenen gegeben haben werde, würden dann Negativtests nicht mehr ausreichend sein. Kurz: ohne Impf- oder Genesungsnachweis kein Eintritt.

Diese Ankündigung löste offenbar bei dem Gitarristen und Sänger Eric Clapton Wut aus. Über den Telegram-Kanal des Londoner Architekten, Filmproduzenten und Coronamaßnahmen-Gegners Robin Monotti ließ Clapton eine Mitteilung  verbreiten: »Ich möchte sagen, dass ich auf keiner Bühne auftreten werde, vor der ein diskriminiertes Publikum steht. Falls keine Vorkehrungen getroffen sind, um allen Leuten den Zutritt zu ermöglichen, behalte ich mir das Recht vor, die Show abzusagen.« Da Clapton die Nachricht in direkten Zusammenhang mit Johnsons Aussagen stellte, besagt sie offenkundig, dass Eric Clapton nicht spielen will, falls vom Publikum ein Impfnachweis verlangt wird.

Eric Clapton hatte über denselben Telegram-Kanal bereits im Mai  von seinen nach eigener Aussage »desaströsen« gesundheitlichen Erfahrungen infolge seiner Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff berichtet. Demnach sei ihm wegen seines Alters, er ist 76 Jahre alt, und einer Vorerkrankung der Lunge schon im Februar eine erste Dosis angeboten worden. Er habe schwere Impfreaktionen gehabt, die etwa zehn Tage angedauert hätten, so Clapton. Sechs Wochen später habe er sich dennoch die zweite Dosis verabreichen lassen, danach hätten sich Hände und Füße zwei Wochen lang abwechselnd gefroren, taub oder brennend angefühlt. Clapton äußerte sich sarkastisch über die »Propaganda«, die besage, dass die Impfung für alle sicher sei.

In einem von Monottis Filmfirma Oracle produzierten Interview  erklärte Clapton vor einem Monat, dass seine ablehnende Haltung gegenüber der Coronapolitik der britischen Regierung schon deutlich früher eingesetzt habe, als er sich über alternative Kanäle informiert habe. Unter anderem habe er sich in den Vorschlägen der stark kritisierten »Great Barrington Declaration« wiedergefunden, die das Konzept der Herdenimmunität hervorhob.

In seiner skeptischen Haltung zu den Coronamaßnahmen sah sich Clapton einig mit seinem nordirischen Musikerkollegen Van Morrison – Ende 2020 veröffentlichte Clapton eine Version des von Morrison geschriebenen Songs »Stand and Deliver«, in dessen Text es unter anderem heißt: »Do you wanna be a free man/ Or do you wanna be a slave?«, aber auch: »I just wanna do my job/ Playing the blues for friends«. Unter dem Statement zu Boris Johnsons Impfnachweisplänen ist bei Telegram ein YouTube-Video des Songs  verlinkt.

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