Soundcheck zum ESC-Finale Welcher Song rockt Europa?

Heute Abend: das große Finale beim Eurovision Song Contest. Wer hat die besten Chancen auf den Sieg? Wir wagen die Prognose.

Sie moderieren: Petra Mede und Måns Zelmerlöw
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Sie moderieren: Petra Mede und Måns Zelmerlöw

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01: Belgien

Laura Tesoro: "What's the Pressure"

Mit viel Schwung eröffnet die erst 19-jährige Flämin, die schon in jungen Jahren als Schauspielerin reüssierte, den Wettbewerb. Ihr funky Retro-Soul-Pop-Stück, das von der relativ prominenten Kollegin Selah Sue mitgeschrieben wurde, dürfte auch die Fans des prominenten Pausenacts Justin Timberlake erfreuen. So wie dessen Songs häufig Michael-Jackson-Vergleiche herausfordern, ist die an Queens "Another One Bites the Dust" erinnernde Basslinie vielleicht auch als Hommage zu verstehen. Macht jedenfalls Laune - aber ob die die nächsten 25 Songs bis zur Abstimmung überstehen wird?

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 5/10

02: Tschechien

Gabriela Guncikova: "I Stand"

Eine wirkliche schöne, klassische Ballade hat Tschechien zum ersten Mal überhaupt ins Finale gebracht - wo ihnen dann allerdings zur Begrüßung der berüchtigte Todes-Startplatz zwei zugeteilt wurde. Die für ihre 22 Jahre schon recht routinierte Tschechin macht zu ihrem Gesang auch die schönen, klassischen Bewegungen, lässt ihre Hand durch die Luft schweben und wirft die Arme in die Höhe, wenn ihr der dramatische Tonartwechsel gelingt. Vielleicht der einzige Titel in diesem Finale, der auch schon beim ersten Grand Prix Eurovision 1956 ins Programm gepasst hätte.

Sympathiepunkte: 7/10
Siegchancen: 2/10

03: Niederlande

Douwe Bob: "Slow Down"

Die Niederlande treiben es in diesem Song mit der Entschleunigung, die ja derzeit in aller Munde ist, so weit, dass ihr Song komplett zum Halten kommt. Douwe Bob, der 23-jährige Singer/Songwriter, grinst in dieser Generalpause allerdings so selbstgewiss in die Kamera, dass man ihm die Entspannung nicht ganz abnimmt. Denn auch wenn die Präsentation mit Barpiano und grinsendem Gitarristen betont beiläufig wirkt: Gewinnen würden die schon gern wollen - und das Segment des authentisch und handgemacht daherkommenden Rock/Pop haben sie weitgehend für sich.

Sympathiepunkte: 4/10
Siegchancen: 5/10

04: Aserbaidschan

Samra: "Miracle"

Ganz gewiss wird es sich ARD-Kommentator Peter Urban nicht nehmen lassen, Anspielungen auf den eingekauften schwedischen Song und die protzigen Goldfeuer-Fontänen im Bühnenbild zu machen. Man könnte aber auch anerkennen, dass Aserbaidschan es nun schon seit Jahren schafft, ziemlich ordentliche Songs ziemlich stimmig zu präsentieren. Highlights diesmal sind der "Mirror, mirror"-C-Teil und Samras Hosenanzug mit Strassfäden.

Sympathiepunkte: 7/10
Siegchancen: 5/10

05: Ungarn

Freddie: "Pioneer"

Mit rauer Stimme und muskulösem Körper tritt Freddie auf, der eigentlich Gabor Alfred Fehervari heißt und seine sportlichen Gene vielleicht vom Großvater hat, einem Fußballer aus Györ. Beim Auftritt in halb aus der zerrissenen Jeans hängendem T-Shirt scheint er gar nicht recht zu wissen wohin mit sich, vor lauter Virilität. Passenderweise scheint seine Halbballade im Laufe ihrer drei Minuten immer wütender mit dem Fuß aufzustampfen. In Ungarn schon ein großer Hit, im Rest der Welt nicht - mehr als ein Achtungserfolg wird wohl nicht drin sein.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 4/10

06: Italien

Francesca Michielin: "No Degree of Separation"

So sieht sie also aus, die erste Generation, die von sich sagt, sie habe wegen Adele angefangen, eigene Lieder zu schreiben: Die 21-jährige Francesca Michielin tritt an in einer eindrucksvollen Glitzer-Latzhose, mit der sich wohl sogar Peter Lustig zum Song Contest gewagt hätte. Ihr Song, der sich auf das Kleine-Welt-Phänomen bezieht, ist größtenteils auf Italienisch, aber fürs internationale Publikum wurde noch eine etwas uncharmante englische Strophe angehängt. Italien war seit seinem Comeback 2011 so etwas wie der Musterschüler unter den direkt qualifizierten "Big Five", kam viermal unter die ersten Zehn. Das wird diesmal sehr schwer.

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 2/10

07: Israel

Hovi Star: "Made of Stars"

Kein anderer Kandidat des Jahrgangs 2016 ist so enthusiastisch dabei wie Hovav Sekulets, der sich ganz bescheiden Hovi Star nennt. Schließlich fühlt er sich "zwischen den Verrückten beim ESC" erst so richtig zu Hause, sagt er. Als er erfuhr, dass er sich fürs Finale qualifiziert hat, schossen ihm Tränen in die sonst so makellos geschminkten Augen. Sein Look mit der asymmetrischen Haartolle passt perfekt zu dem an das Pop-Pathos der Achtzigerjahre erinnernden Auftritt, bei dem Hovi Star alles herausholt aus der vielleicht etwas gewöhnlichen Ballade. Ein Top-Ten-Platz wäre ihm zu wünschen.

Sympathiepunkte: 9/10
Siegchancen: 4/10

08: Bulgarien

Poli Genova: "If Love Was a Crime"

Aber auch sie war überglücklich über den Finaleinzug: 2011 war Poli Genova für Bulgarien noch im Halbfinale gescheitert. Nun hat es die inzwischen 29-Jährige geschafft - mit einem sehr modern und radiofreundlich produzierten Popsong, hübsches Signalsample und effektive Chöre im Refrain inklusive. Poli Genova tritt mit Leuchtelementen und Keilohrring auf - und gibt dem Ganzen noch einen persönlichen Touch: Ihren Knietanz hat man so bisher auch noch nicht gesehen. Ein Klassiker, dieser Auftritt, weil er Pop-Appeal mit ESC-Irrsinn zu mischen versteht.

Sympathiepunkte: 8/10
Siegchancen: 5/10

09: Schweden

Frans: "If I Were Sorry"

Frans Jeppsson Wall, der als Kinderstar Fußballlieder sang, unter anderem über Zlatan Ibrahimovic, sieht ein bisschen aus wie der junge Fredi Bobic. Der ganz junge Bobic, denn Frans ist immer noch gerade mal 17 Jahre alt. Sein Lied hat einen großen Vorzug: Erstaunlicherweise ist es das einzige im ganzen Wettbewerb, das im derzeit europaweit so beliebten Folktronica-Stil gehalten ist; Akustikgitarre zu dezenten elektronischen Beats. Doch zur Wahrheit gehört auch: So knuffig der Song scheinen mag, der Text ist ziemlich hartherzig. Denn worum es auch genau gehen mag - es tut dem Sänger ja ausdrücklich nicht leid!

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 7/10

10: Deutschland

Jamie-Lee: "Ghost"

Dass Jamie-Lee Kriewitz in Stockholm nicht um den Sieg mitsingen würde, dürfte jedem realistischen Eurovision-Beobachter schon bei der Benennung klar gewesen sein - dafür ist der Song "Ghost" einfach zu eintönig. Doch was am Freitag in der Wettquoten-Übersicht der englischen Buchmacher zu sehen war, löste dennoch einen Schreck aus: Deutschland ganz unten in der Liste, mit Quoten zwischen 100:1 und 617:1! Droht schon wieder ein letzter Platz? Nun, der Startplatz zwischen zwei Mitfavoriten ist sicher nicht glücklich, und vielleicht ist es ja sogar aufmerksamkeitsökonomisch von Nachteil für den K-Pop-Fan Jamie-Lee, dass Australien eine gebürtige Koreanerin ins Rennen schickt. Aber ein paar Stimmen sollten schon drin sein, schließlich ist es schon ein besonderer Auftritt. Platz 18 wäre ein ordentliches Ergebnis.

Sympathiepunkte: außer Konkurrenz, da für Zuschauer in Deutschland nicht wählbar
Siegchancen: 2/10

11: Frankreich

Amir: "J'ai Cherché"

Zeigt sich hier wieder das Problem der fünf Einzahlerländer, die zwar nicht um die Finalteilnahme bangen müssen, aber ihre Songs dafür auch in den Halbfinals nicht präsentieren können? Zu Beginn der ESC-Woche in Stockholm war nämlich der auf einem schönen Händeklatschbeat nach vorne rollende Soul-Popsong des französisch-israelischen Sängers ganz oben in der Favoritenliste der Buchmacher geführt worden. Doch dann konnten andere in den beiden Vorrunden zeigen, was in ihren Auftritten steckt - und nun hat sich die Begeisterung um Frankreich etwas gelegt. Doch der 31-jährige Amir Haddad ist ein Showman, das merkt man ihm an, sein Song ist mitreißend, zumindest den ersten Top-Ten-Platz für Frankreich seit 2009 (Patricia Kaas) sollte er schaffen können. Oder sogar mehr?

Sympathiepunkte: 8/10
Siegchancen: 8/10

12: Polen

Michal Szpak: "Color of Your Life"

Er hat es tatsächlich ins Finale geschafft, der gefühlvolle Pole mit den langen dunklen Locken und dem Hartmut-Engler-Gedächtnismantel. Seine Streicherballade erinnert an die Zeile "Dreams are my reality" aus dem Filmsong aus "La Boum", der 25-Jährige singt mit großem Ernst, während im Hintergrund eher banale Textzeilen aufleuchten. Ein Auftritt für ESC-Romantiker, der aber im Finale nicht mehr viel reißen wird.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 2/10

13: Australien

Dami Im: "Sound of Silence"

Ein Erklärungsansatz für die langanhaltende Begeisterung der Australier ist ja, dass viele Familien aus Europa auf den fünften Kontinent ausgewandert sind und sich bei so einer Gelegenheit nach Herkunft als Community zusammenfinden. Kurioserweise ist es aber eine Sängerin, die als Neunjährige aus Südkorea nach Australien gekommen ist, die nun Europa verzückt hat. Nach Dami Ims Auftritt im zweiten Halbfinale stürmte ihre Soul-Pop-Ballade "Sound of Silence" in Ländern wie Schweden, Griechenland, Irland oder Belgien in die Top 40 der Downloadcharts. Und auch die Wettquoten purzelten: So selbstbewusst und stimmstark tritt in diesem Jahr kaum jemand anderes auf.

Sympathiepunkte: 7/10
Siegchancen: 9/10

14: Zypern

Minus One: "Alter Ego"

Beeindruckend, dass es der schwedische Ralph Siegel, Thomas G:son, nun im zweiten Jahr hintereinander geschafft hat, nicht nur mit zwei Titeln zum Eurovision Song Contest zu kommen, sondern auch noch mit beiden ins Finale! Den Respekt vor dieser Leistung sollte dabei nicht nennenswert schmälern, dass zur Qualifikation des zyprischen Beitrags mitgeholfen haben dürfte, dass aller Welt der Refrain so unheimlich bekannt vorkam. Ja, das klingt wirklich sehr nach "Somebody Told Me" von den Killers. Aber, hey, das ist Pop, auch wenn er im Insel-Metaller-Kostüm und in Käfigen auftritt.

Sympathiepunkte: 4/10
Siegchancen: 3/10

15: Serbien

Sanja Vucic ZAA: "Goodbye (Shelter)"

Von dem Amy-Winehouse-Retro-Chic des Vorabvideos ließ der Halbfinalauftritt der Sängerin aus Krusevac leider nicht mehr viel übrig: Mit Addams-Family-Make-up und schwarzen Lamellen am Kleid befremdete Sanja Vucic; dafür illustrierte die Choreografie nun das ernste Thema häusliche Gewalt, das den Hintergrund des Songs bildet. So etwas in eine Powerballade mit Tonartverschiebung zum Schluss zu packen: Das ist, je nach Sichtweise, das Abstoßende oder das Amüsante am ESC.

Sympathiepunkte: 3/10
Siegchancen: 3/10

16: Litauen

Donny Montell: "I've Been Waiting for This Night"

Ein hübscher junger Mann, ein Liedchen, das man sich auch gut als Soundtrack einer Mobilfunk-Werbung vorstellen könnte - und dann, als Gimmick, eine tolle Turneinlage: So geht das Rezept, mit dem Donatas Montvydas es - wie schon 2012 - ins Finale geschafft hat. Mit "Love Is Blind" kam er damals auf Platz 14, sein diesjähriges Lied ist aber eigentlich sogar ein bisschen besser.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 4/10

17: Kroatien

Nina Kraljic: "Lighthouse"

Hier nun also: Die Baumrobe, die zum Trickkleid wird. Und, nebenbei, eine mit herrlichem Balkan-Akzent gesungene englischsprachige Elektro-Ballade. Nicht unbedingt der Stoff, aus dem ESC-Sieger gemacht sind.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 2/10

18: Russland

Sergey Lazarev: "You Are the Only One"

Hier hingegen ist alles auf den Triumph ausgerichtet: Nachdem Schweden im Vorjahr auch wegen der Interaktion des Sängers mit einer Video-Animation gewann, klettert Sergey Lazarev nun eine virtuelle Wand hinauf und stürzt auch hinab. Mit großer Routine singt der in Russland etablierte Star den Song, der perfekt auf den ESC zugeschnitten ist: Optimistisch gestimmt, mit Eurobeats und einer Halbtonverschiebung kurz vor Schluss. Und was dem Auftritt an Charme fehlt, das macht dann möglicherweise die Information wett, dass Lazarev eine Hundekuchen-Konditorei betreibt: Pudel-Shtrudel.

Sympathiepunkte: 4/10
Siegchancen: 8/10

19: Spanien

Barei: "Say Yay!"

Neben Frankreich hat auch Spanien in diesem Jahr alle Widerstände gegen die Verwendung der englischen Sprache beiseite gewischt: "Say Yay!" ist ein ansteckend energiegeladener Dance-Popsong, der so ähnlich auch in den Neunzigerjahren in die Charts hätte kommen können. Die 32-jährige Sängerin ist da gefordert, bei der Bühnenshow das Energielevel des Songs zu halten. Wenns gelingt, könnte es einen überraschend guten Platz geben.

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 5/10

20: Lettland

Justs: "Heartbeat"

Der Zauber von Animatas eigenem Auftritt vor einem Jahr will sich nicht so ganz einstellen, aber ihre Komposition "Heartbeat" hat Lettland immerhin erneut ins Finale gebracht. Dort wird Sänger Justs Sirmais alle Freunde von hochgekrempelten Lederjackenärmeln und rauen Stimmen zu Elektrobeats erfreuen.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 3/10

21: Ukraine

Jamala: "1944"

Das Lied, das rund um die Globen Arena die meisten Diskussionen auslöst: Die 32-jährige Jamala erinnert darin an ihre Urgroßmutter, die als Krimtatarin von Stalin vertrieben wurde und beim Transport nach Kirgisien eine Tochter verlor. Anspielungen an die heutige Situation der Krim liegen nahe, werden aber im Songtext nicht ausdrücklich gemacht - weshalb der Titel nicht disqualifiziert wurde. Allerdings hat Jamala gegenüber dem "Guardian" inzwischen gesagt, natürlich gehe es auch um 2014: "Wenn ich gewinnen würde, würde es zeigen, dass die moderne Bevölkerung Europas nicht gleichgültig gegenüber dem Schmerz anderer Menschen ist", sagt die ausgebildete Opernsängerin. "1944" fällt auch musikalisch auf: Das Grundgerüst ist ein Soul-Popsong mit Neunzigerjahre-Breakbeats, aber darauf singt die ausgebildete Opernsängerin auch oriental klingende Sprengsel. Ein kultureller Mischmasch, wie er beim ESC immer wieder beliebt ist. Für den Fall, dass hingegen Russland gewönne, hat der Generaldirektor des ukrainischen Fernsehens in einem Facebook-Kommentar bereits angekündigt, dass sein Land dann wohl aussetzen werde.

Sympathiepunkte: 5/10
Siegchancen: 8/10

22: Malta

Ira Losco: "Walk on Water"

In den letzten zehn Jahren schaffte es Malta nur einmal unter die ersten 20. Deshalb hat man Ira Losco wieder ins Rennen geschickt, die 2002 mit "7th Wonder" Zweite wurde. Dabei stehen der 34-Jährigen noch mehr aufregende Zeiten bevor, denn sie tritt in Stockholm schwanger auf. Ihr Song "Walk on Water" ist ein nicht sonderlich origineller, aber grundsolider Popsong mit hübschen Zeilen wie "I'm not perfect, but I'm A okay", die Losco mit großer Stimmwucht singt.

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 5/10

23: Georgien

Nika Kocharov and Young Georgian Lolitaz: "Midnight Gold"

Es war die wohl größte Überraschung der Halbfinalrunden: Georgien ist weiter! Wer weiß, ob es am magischen Einfluss von Co-Songwriter Thomas G:son lag, oder an den hübschen Kaleidoskop-Bildeffekten. Oder aber das immer wieder erwartete Neunzigerjahre-Revival bringt nun auch wieder die ausgestellte Britpop-Arroganz in Mode. So desinteressierte Posen wie die georgischen Indie-Rocker hätten nämlich vermutlich auch Oasis gebracht, wenn man seinerzeit auf die Idee gekommen wäre, sie zum ESC zu schicken. Deren Songs waren aber melodiöser, ihre Chancen wären also besser gewesen als die von "Midnight Gold".

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 1/10

24: Österreich

Zoë: "Loin d'ici"

Irgendwie scheint das ganze, bisher 19 Jahre währende Leben der Zoë Straub aus Wien auf diesen Song zugelaufen zu sein: Sie besuchte das französische Gymnasium der österreichischen Hauptstadt und ihre Eltern sind beide musikalisch, mit dem Projekt Papermoon hatte Vater Christof mehrere Folk-Pop-Hits im Lande. Nun haben Vater und Tochter einen zuckersüßen Chanson-Pop-Song geschrieben, der auch im Show-Brimborium des ESC das Zeug zum Überraschungs-Hit hat. Zumindest in Schweden und Finnland hat es der Song schon in die Download-Charts geschafft.

Sympathiepunkte: 6/10
Siegchancen: 7/10

25: Großbritannien

Joe and Jake: "You're Not Alone"

Die Briten fremdeln weiter mit dem ESC als Pop-Wettbewerb, zuletzt waren sie 2009 unter den ersten Zehn. Der Waliser Joe Woolford und der Engländer Jake Shakeshaft haben sich bei der Castingshow "The Voice" angefreundet und treten mit ihrem ESC-Song erstmals gemeinsam auf: Zwei nette Jungs mit einem netten Lied, an dem aber wenig besonderes zu finden ist. Vielleicht sollte die Popnation mal einen schwedischen Songwriter verpflichten.

Sympathiepunkte: 4/10
Siegchancen: 2/10

26: Armenien

Iveta Mukuchyan: "LoveWave"

Iveta Mukuchyan, die in Hamburg aufgewachsene Armenierin, sorgte für den zweiten politischen Aufreger der diesjährigen ESC-Saison: Beim ersten Halbfinale sah man im Umschnitt auf die armenische Delegation im Green Room, dass die 29-Jährige eine Fahne von Berg-Karabach schwenkte, der zwischen Armenien und Aserbaidschan umkämpften Region. Genau um solche Fälle zu verhindern, hatte die EBU den dann so umstrittenen Flaggenparagraf erlassen. Am Mittwoch kündigte die Europäische Rundfunkunion dann Sanktionen an und drohte bei Wiederholung im Finale mit einer Disqualifikation. Das wäre schade, denn der deutlich von Beyoncé inspirierte Auftritt in einer Art Netzbody-Cape sorgte im Halbfinale für einiges Aufsehen.

Sympathiepunkte: 3/10
Siegchancen: 6/10

insgesamt 56 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mimas101 14.05.2016
1. tststs
And the winner of the ESC 2016 is: Petra Mede und Måns Zelmerlöw Das sind die einzigen die noch sowas ähnliches wie Bewegung in die Vorträge bringen. Der Rest erinnert durch die Bank an die leicht verstaubten Grand Prixe der 60er Jahre.
fleischzerleger 14.05.2016
2.
Australien. Schon allein, weil ich wissen will, ob dann alle anderen nächstes Jahr dahindüsen müssen.
freddykrüger, 14.05.2016
3. Welcher Song rockt Europa?
Einfache Frage, einfache Antwort. Keiner!
fleischzerleger 14.05.2016
4.
Zitat von mimas101And the winner of the ESC 2016 is: Petra Mede und Måns Zelmerlöw Das sind die einzigen die noch sowas ähnliches wie Bewegung in die Vorträge bringen. Der Rest erinnert durch die Bank an die leicht verstaubten Grand Prixe der 60er Jahre.
Den singenden kroatischen Wald - das Kleid! - gab es in den 60-er Jahren noch nicht. Jedenfalls nicht in meinen frühkindlichen Erinnerungen.
xenoxx 14.05.2016
5. Rock? Pop?
«Welcher Song rockt Europa?» Rockt?? Es dürfte sich bei den meisten Darbietungen eher primär um Pop-Musik handeln. Insofern wäre die richtige Fragestellung doch: «Welcher Song popt Europa?»
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