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ESC-Kandidatin Jamala: Aus Respekt vor der Urgroßmutter

Foto: VALENTYN OGIRENKO/ REUTERS

Popsängerin Jamala Ukraine schickt Krimtatarin zum ESC

Der Eurovision Song Contest 2016 wird politisch: Die Sängerin Jamala, die für die Ukraine an den Start geht, singt in ihrem Lied "1944" über die Vertreibung der Krimtataren während des Zweiten Weltkriegs.

Der Song kommt als melodische Midtempo-Nummer daher, der Text ist explizit politisch: In ihrem Song "1944" singt die Sängerin Jamala darüber, wie der sowjetische Diktator Josef Stalin im nämlichen Jahr die Krimtataren von der Halbinsel nach Zentralasien deportieren ließ. Auf dem Weg starben Tausende an Hunger und Krankheiten.

Der Song, der halb auf Englisch und halb auf Krimtatarisch geschrieben ist, wurde Sonntagabend bei der ukrainischen Vorauswahl zum Eurovision Song Contest (ESC)  zum offiziellen Beitrag des Landes gewählt. Er wird von Jamala im Mai in Stockholm gesungen.

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Die Sängerin, die bürgerlich Susana Jamaladinowa heißt und auch Erfolg als Jazz- und Opernsängerin hat, ist selber Krimtatarin. Sie widmete das Lied ihrer Urgroßmutter, die das Leid der Vertreibung am eigenen Leib erfahren hat.

Der Song beschreibt ausführlich die Ereignisse vor gut 70 Jahren; die Annexion der Krimi durch Russland vor zwei Jahren wird darin nicht thematisiert. Trotzdem besitzt er politische Sprengkraft. Denn seit die Krim vor zwei Jahren von Russland annektiert wurde, klagen die dort ansässigen Tataren über Repressionen durch die neuen Machthaber.

2015 hatte die Ukraine aus "wirtschaftlichen und politischen Gründen" die Teilnahme am Eurovision Song Contest ausgesetzt. 2016 nimmt das Land zum 13. Mal an dem Wettstreit teil, den es 2004 mit "Wild Dances" von Ruslana gewinnen konnte.

cbu
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