Echo-Verleihung Stunde der alten Meister

Die etablierten Stars haben bei der Preisvergabe des "Echo" das Rennen unter sich ausgemacht: Udo Lindenberg und Rammstein sicherten sich jeweils zwei der Musikpreise, auch Wolfgang Niedecken wurde ausgezeichnet. Newcomer hatten das Nachsehen.

Preisträger Lindenberg: "Der totale Hammer"
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Preisträger Lindenberg: "Der totale Hammer"


Berlin - Udo Lindenberg und die deutsche Metal-Band Rammstein sind bei der Echo-Verleihung mit jeweils zwei Preisen ausgezeichnet worden. Lindenberg wurde am Donnerstagabend in Berlin sowohl als bester Künstler Rock/Pop National als auch für die DVD-Produktion "MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic" geehrt.

Sein Kommentar: "Der totale Hammer". Der Altstar musste sich kurz fassen - denn nach der Show stand noch ein Konzert in Berlin an. Immerhin war Lindenberg erschienen - das in der Kategorie Rock/Pop-Gruppe ausgezeichnete Duo Rosenstolz war erst gar nicht zur Preisverleihung gekommen.

Ansonsten war alles in der Berliner Messe, was im deutschen Musikgeschäft Rang und Namen hat - außerdem noch ein paar Künstler aus dem internationalen Geschäft: Katy Perry hatte sich einfliegne lassen; Lana Del Rey sang ihren Hit "Video Games" - ging jedoch selbst ohne Preis nach Hause. Als beste Newcomerin international setzte sich die Holländerin Caro Emerald ("A Night Like This") durch.

Ein Highlight war ein gemeinsamer Auftritt des US-Schockrockers Marilyn Manson mit der deutschen Erfolgsgruppe Rammstein. Manson outete sich als Fan der Formation, die als erfolgreichster nationaler Act im Ausland und als beste Alternative-Band ausgezeichnet wurde.

Insgesamt stahlen die etablierten Künstler den jungen Interpreten die Show: Neben Lindenberg und Rammstein wurde auch das Duo Rosenstolz ausgezeichnet, als beste nationale Rock/Pop-Gruppe. BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken (60) erhielt die Trophäe für sein Lebenswerk. Für ihn war es der erste große öffentliche Auftritt nach seinem Schlaganfall Anfang November.

Der Bielefelder Rapper Casper war mit vier Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen - musste sich am Ende mit einem Preis bescheiden. Der Newcomer Tim Bendzko, der durch "Wenn Worte meine Sprache wären" bekannt wurde, war für drei Preise nominiert. Am Ende wurde er zum besten Newcomer gewählt - und freute sich riesig über die Auszeichnung. Auch die Band Frida Gold war drei Mal nominiert worden, ging aber am Ende leer aus.

Der Echo wird seit 1992 verliehen und versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Bei der Preisvergabe spielen die Verkaufszahlen eine zentrale Rolle, außerdem gibt es eine Jury.


Die Gewinner im Überblick:

Album des Jahres: Adele ("21")

Künstler national Rock/Pop: Udo Lindenberg

Künstler international Rock/Pop: Bruno Mars

Künstlerin national Rock/Pop: Ina Müller

Künstlerin international Rock/Pop: Adele

Gruppe national Rock/Pop: Rosenstolz

Gruppe international Rock/Pop: Coldplay

Deutschsprachiger Schlager: Helene Fischer

Volkstümliche Musik: Andreas Gabalier

HipHop/Urban: Casper

Gruppe Rock/Alternative national: Rammstein

Gruppe Rock/Alternative international: Red Hot Chili Peppers

Crossover: Michael Bublé

Newcomer national: Tim Bendzko

Newcomer international: Caro Emerald

Hit des Jahres: Gotye ft. Kimbra ("Somebody That I Used To Know")

Bestes Video national: 23

Radio-Echo: Jupiter Jones

Produzent national: Andreas Herbig, Henrik Menzel, Peter Seifert für Udo
Lindenberg und Andreas Bourani

Kritikerpreis: Modeselektor

Lebenswerk: Wolfgang Niedecken

Ehren-Echo soziales Engagement: Unheilig

Hall Of Fame: Whitney Houston, Amy Winehouse



insgesamt 2 Beiträge
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marypastor 23.03.2012
1. Ich habe nie begriffen,
Zitat von sysopDPADie etablierten Stars haben bei der Preisvergabe des "Echo" das Rennen unter sich ausgemacht: Udo Lindenberg und Rammstein sicherten sich jeweils zwei der Musikpreise, auch Wolfgang Niedecken wurde ausgezeichnet. Newcomer hatten das Nachsehen. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,823215,00.html
was an den fuerchterlichen Songs von Udo Lindenberg dran ist. Stimme mies und Musik noch mieser.
herr-lehmann 23.03.2012
2. Unerträglich
Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass man Sido und Bushido immer wieder eine Plattform gibt, sich zu produzieren. Solche Menschen haben nichts im TV verloren, dass diese sogar Preise verliehen bekommen, kotzt mich an. Ich empfehle, sich mal die Texte etwas näher anzusehen, die diese "Künster" heraushauen - da wird es einem übel. Grandios fand ich die Laudatio von Campino auf Wolfgang Niedecken. Frei gesprochen, rhetorisch einwandfrei, witzig, aber in höchstem Maße respektvoll und angemessen - da kann sich so macher hauptberufliche Fernsehmoderator eine Scheibe von abschneiden.
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