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Erstes ESC-Halbfinale Für die Elfen wird's jetzt ernst

Zwei zierliche Damen sind die Favoritinnen der Wettbüros vor dem Eurovision Song Contest 2013. Sie kommen aus der Ukraine und Dänemark und müssen beide bereits im ersten Halbfinale ran. Die eine singt barfuß. Und die andere trägt der größte Mann der USA auf die Bühne - er misst 2,35 Meter.

Startnummer sieben gönnt sich einen ganz besonderen Bühnenauftritt: Zlata Ognevich wird auf Händen getragen - und das nicht von irgendwem. Sondern vom größten lebenden Mann der USA, dem ukrainischstämmigen Igor Vovkovinskiy.

2,35 Meter ist Herr Vovkovinskiy groß, seine Schuhe müssen eigens angefertigt werden. Man will gar nicht an solche Sachen denken, aber die Bilder von den Proben zum Auftritt erinnern ein wenig an "King Kong und die weiße Frau". Sicher ist jedenfalls: An die Ukraine wird man sich erinnern, am Ende des ersten Halbfinales zum Eurovision Song Contest 2013.

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ESC 2013: Die Halbfinalisten im Bild

Foto: ORF

Im schwedischen Malmö beginnt für 16 Teilnehmerländer schon am Dienstagabend der ernste Teil der Eurovision-Woche, die für die 17 Teilnehmer des zweiten Halbfinales (am Donnerstagabend) und die sechs fürs Finale am Samstag gesetzten Länder noch aus Proben, Empfängen und Partys besteht. Und für sechs von ihnen ist der Spaß am späten Dienstagabend auch schon wieder vorbei, wenn die zehn Qualifikanten für die große Show am Samstag bekanntgegeben werden.

Auch die beiden Sängerinnen mit den niedrigsten Wettquoten - die also am heißesten für den Sieg gehandelt werden - müssen bereits jetzt schon antreten. Ihnen müsste aber wohl eine arge stimmliche oder tänzerische Katastrophe unterlaufen, damit ihr Weiterkommen in Gefahr gerät. Zlata Ognevich aus der Ukraine und Emmelie de Forest repräsentieren ein wenig die beiden ESC-Haupterfolgsmodelle der jüngeren Zeit.

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ESC 2013: Alle Teilnehmer des 2. ESC-Halbfinals

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Die Ukrainerin Ognevich knüpft an den letzten Triumph des osteuropäischen Landes an, als Ruslana ihre "Wild Dances" 2004 mit viel Trara im Drumherum aufpeppte. Der damalige Produzent Mikhail Nekrasov hat den diesjährigen Beitrag "Gravity" komponiert, der zwar im gehobenen Balladentempo daherkommt, aber trotzdem Ethno-Anklänge und Schmiss hat. Und dann gibt es da natürlich noch den Riesen!

Noch weniger Geld für den Einsatz gibt es für die Wetter, die auf Dänemark setzen. Emmelie de Forest tritt barfuß im leichten weißen Kleidchen auf und singt "Only Teardrops", ein recht modern daherkommendes, im Ohr bleibendes Pop-Liedchen. Aktueller Skandinavien-Pop plus persönlicher Charme der Interpretin: Das klingt nach dem Rezept von Lena (2010) und Loreen (2012).

Doch vielleicht wollen Deutschlands Nachbarn im Norden zu viel des Guten. Im Vorabvideo beginnt das Lied mit einer Flötenmelodie, die Sängerin wird umringt von Trommelmännern, einen von ihnen starrt sie zum Text passend mit einem Provinztheaterblick an. Drücken die Dänen damit zu viele Knöpfe zu berechnend?

Für die Freunde des Bizarren und Kuriosen ist natürlich auch in diesem Jahr genug dabei - es sei hier nur auf die montenegrinischen Kindergarten-Daft-Punk in ihren Raumanzügen und die kroatischen Männerchorsänger verwiesen. Wer in Deutschland seinen Favoriten schon gefunden haben sollte, darf allerdings nicht mit abstimmen - die deutschen Stimmen zählen erst am Donnerstag beim zweiten Halbfinale fürs Televoting.


Eurovision Song Contest, erstes Halbfinale, ab 21 Uhr live auf Einsfestival im TV und unter www.eurovision.de  im Internet. Zeitversetzte Ausstrahlung im NDR Fernsehen ab 0 Uhr.

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