Zählfehler Deutschland beim ESC jetzt noch schlechter

Der deutsche Beitrag beim Eurovision Song Contest ist im Ranking nachträglich um einen Platz nach hinten gerutscht - S!sters landen nun auf dem vorletzten Rang. Schuld ist ein Zählfehler durch "menschliches Versagen".

Das Duo S!sters präsentierte beim ESC-Finale den Song "Sister" - und bekam dafür 24 Punkte
Jack GUEZ/ AFP

Das Duo S!sters präsentierte beim ESC-Finale den Song "Sister" - und bekam dafür 24 Punkte


Deutschland hat beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv noch schlechter abgeschnitten als bisher gedacht. Das Duo S!sters rückt nach einer erneuten Berechnung nun vom drittletzten auf den vorletzten Platz der Finalisten. Schuld ist ein Zählfehler durch "menschliches Versagen". Das teilte der internationale Ausrichter, die Europäische Rundfunkunion EBU in Genf, am Mittwochabend mit - also rund vier Tage nach dem Finale vom Samstagabend.

Fotostrecke

30  Bilder
Eurovision Song Contest: Die Auftritte der Finalisten

Hintergrund war die Disqualifikation der weißrussischen Jury schon vor dem Finale - sie hatte ihre vergebenen Punkte ausgeplaudert. Weil dieses Jury-Ergebnis nun im Finale nicht mehr zählte, hatte die EBU ein "Ersatzergebnis" berechnen lassen, einen Mittelwert mit Daten vergleichbarer ESC-Nationen. Bei dieser Berechnung sei "aufgrund menschlichen Versagens" ein falsches Endergebnis zustande gekommen.

Dies habe für den ESC-Sieger, den Niederländer Duncan Laurence, und die Künstler auf den Plätzen zwei, drei und vier keine Auswirkungen. Allerdings tauschen nun beispielsweise am Ende des Rankings Deutschland (S!sters - jetzt noch 24 Punkte) und Weißrussland (Zena - jetzt 31 Punkte) die Plätze.

Unangefochtenes Schlusslicht des ESC 2019 ist und bleibt der Brite Michael Rice, er kam insgesamt auf nur elf Punkte.

Die EBU und ihre Partner bedauern den Fehler nach eigenen Worten zutiefst.

aar/dpa

insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Europa! 23.05.2019
1. Entwarnung
Nein, "Deutschland" ist nicht schlechter geworden. Ein unmelodisches, verquastes Lied von einem langweiligen und obendrein falschen Duo ist beim ESC durchgefallen. Das ist alles.
awoth 23.05.2019
2. Ach komm!
Immerhin nicht ganz Letzte! Ist doch auch schon was!
fvaderno 23.05.2019
3. Immerhin sind diese Schwestern noch nicht Allerletzte
Die deutsche Musik hat ja eher ein Abonnement auf die hintersten Plätze. Das soll aber nicht heißen, dass man bei diesem Contest musikalische Highlights erwarten darf.
Felihno 23.05.2019
4. ESC ist tot
Zu der Zeit von Lena ML und Stefan Raab da hatte der ESC noch ernsthafte musikalische Bedeutung. Aus diesem Jahr habe ich persönlich einige der Teilnehmer-Songs mehrfach gehört. Seitdem geht es nur noch bergab mit dem ESC. Für die deutschen Kandidaten der letzten Jahre habe ich jedes mal eine Platzierung im letzten Drittel vorher gesagt. Die sind halt, genau wie die meisten Kandidaten, musikalisch nur noch gerade so knapper Durchschnitt. Dazu kommt noch dass die Stimmung bei den Wählern immer politisch geladen ist. Schon seit Jahren schieben sich die Ostblockstaaten gegenseitig die Punkte zu. Lass mich überlegen, was war dieses Jahr Politik Blamage Nummer 1 in Europa? Der Brexit. Welcher Nation gehört der letzte Platz? Richtig, Großbritannien. Und als wäre das alles nicht genug, hat Madonna mit ihrem Auftritt noch einen drauf gesetzt. Die Sendung hat meiner Meinung nach nichts mehr mit Musik zu tun und ist schon lange vorbei an den Grenzen des guten Geschmacks.
RalfHenrichs 23.05.2019
5. ESC lebt
Kommen wir mit guter Musik, landen wir vorne (MIchael Schulte letztes Jahr) oder gewinnen (Lena). Wenn jetzt geantwortet wird, dass das lange her ist, ist das natürlich Unsinn. Es gibt inzwischen 41 Länder - 2010 ist da noch nichts. Zum ersten Mal seit 2003 schaffte es ein Siegerlied des deutschen Vorentscheids nicht in die Top100 der deutschen Charts. Das zeigt, welche Qualität der Song hatte. Und dass sich Länder Punkte zuspielen, ist weitgehend Quatsch. Da ja immer die gleichen Länder abstimmen, müssten ansonsten die Ergebnisse gleich sein - sind sie aber nicht. Und dass der britische Song am Brexit gescheitert ist, kann schon deshalb nicht stimmen, weil nicht alle 41 Länder in der EU sind. Wäre der Song gut gewesen, hätte er ja von diesen Ländern Stimmen erhalten müssen. Und: europaweit sind die Einschaltquoten beim ESC immer noch recht hoch. Immerhin das einzige Fernsehereignis mittlerweile (außer Sport), das wirklich europaweit läuft.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.