Eurovision Song Contest Malik Harris gewinnt deutschen Vorentscheid

Mit dem Lied »Rockstars« konnte er sich gegen seine Mitbewerber durchsetzen: Der Sänger Malik Harris vertritt Deutschland beim ESC im Mai in Turin. Der bewegendste Auftritt lief außer Konkurrenz.
Malik Harris beim ESC-Vorentscheid

Malik Harris beim ESC-Vorentscheid

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Britta Pedersen / dpa

Der Sänger Malik Harris vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Turin. Harris gewann am Freitagabend mit seinem Lied »Rockstars« den deutschen Vorentscheid gegen fünf Konkurrenten. Der 24-Jährige aus Landsberg am Lech, Sohn des US-Moderators Rick Harris, konnte sich in der Summe aus den Stimmen von Radiohörern und Fernsehzuschauern durchsetzen.

Nachdem zuletzt Jurys den deutschen ESC-Starter bestimmt hatten, ließ die ARD in diesem Jahr Radiohörer und Fernsehzuschauer abstimmen. In der Abstimmung der Radiostationen lag Harris noch auf Platz zwei hinter dem Duo Mael und Jonas. Weil er aber vom Fernsehpublikum die mit Abstand meisten Stimmen erhielt, lag er am Ende vorn.

Ukrainische Sängerin Jamala: ESC-Gewinnerin von 2016 beim Auftritt in Berlin

Ukrainische Sängerin Jamala: ESC-Gewinnerin von 2016 beim Auftritt in Berlin

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die von Barbara Schöneberger moderierte Show stand auch im Zeichen des Kriegs in der Ukraine. In einem bewegenden Auftritt sang die ukrainische ESC-Gewinnerin von 2016, Jamala, ihr damaliges Siegerlied »1944«. Das Lied handelt von der Deportation der Krimtataren durch Sowjetdiktator Stalin.

»Mein größter Wunsch ist, dass der Krieg aufhört«, sagte Jamala, die mit der ukrainischen Fahne in der Hand auftrat, am Freitagabend in Berlin. Die Sängerin war mit ihren beiden Kindern unter dramatischen Umständen aus ihrer Heimat geflohen. Ihren Mann musste sie in der Ukraine zurücklassen.

»Ich singe heute im Namen der Kinder, ich singe heute im Namen der Frauen«, sagte die ESC-Siegerin von 2016. »Ich möchte, dass die ganze Welt unsere Stimme hört, von unseren Schmerzen und Leiden hört.« Sie werde alles tun, was sie könne. »Ich werde schreien, damit die ganze Welt hört, dass es so nicht sein darf.«

Das am 14. Mai stattfindende ESC-Finale ist in Italien, weil im vergangenen Jahr die italienische Band Maneskin den weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb gewinnen konnte. Der deutsche Beitrag von Jendrik landete auf dem vorletzten Platz.

kfr/AFP/dpa