Eurovision Song Contest Russland schickt sechs Omas auf die Bühne

Jung? Sexy? Glamourös? Eher nicht. Trotzdem haben sechs Trachten tragende Großmütterchen alle anderen Kandidaten ausgestochen und fahren jetzt für Russland zum Eurovision Song Contest. Was sie mit ihren Einnahmen machen wollen, wissen die Damen auch schon.
Sechs singende Großmütter: Russlands Kandidaten für den ESC

Sechs singende Großmütter: Russlands Kandidaten für den ESC

Foto: Ladygin Alexei/ dpa

Moskau/Hamburg - Sechs Großmütter haben in Russland die Vorauswahl für den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Die Gruppe Buranowskije Babuschki - zu Deutsch: Großmütter aus Buranowo - tritt mit ihrem Song "Party for Everybody"  in Baku an. Mit ihrer Mischung aus Folk und Disco konnten sie sich gegen mehrere russische Top-Stars durchsetzen, unter anderem gegen den ESC-Sieger von 2008, Dima Bilan, der im Duett mit einem Mitglied des früheren Mädchen-Duos Tatu auftrat.

Die rüstigen Rentnerinnen kommen aus der zentralrussischen Region Udmurtien westlich des Ural. Bei ihrem Auftritt im Staatsfernsehen trugen sie stilecht Trachten aus ihrer Heimat. Auch ihren Song für den ESC singen sie in einer Mischung aus Udmurtisch und Englisch. Udmurtisch ist mit dem Finnischen verwandt und wird nur von einigen Hunderttausend Menschen gesprochen - dafür ist der englische Refrain umso eingängiger. "Party for everyboy, come on and dance" singen die älteren Damen. Dem Publikum im Fernsehstudio entlockten sie damit lautes Mitklatschen und schließlich sogar Standing Ovations.

Buranowskije Babuschki werden aber nicht die einzigen älteren Semester beim ESC sein: England schickt den 75-jährigen Schnulzen-Veteran Engelbert ins Rennen. Für Deutschland geht in Baku der 21-jährige Roman Lob an den Start.

Um eine lukrative Karriere im Showgeschäft gehe es ihnen übrigens nicht, beteuerten die Omis - sie richten ihren Blick auf höhere Ziele. "Alles, was wir wollen, ist genug Geld verdienen, um in unserem Heimatdorf eine Kirche zu bauen", sagt Bandmitglied Olga auf der Website Westi News. "Das ist unser einziges Ziel. Großmütter brauchen keinen Ruhm und keinen Reichtum."

avk/AFP/AP
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.