Doch kein Konzertverbot für Feine Sahne Fischfilet "Die Band ist mir egal"

Schnaps aus dem Feuerlöscher: Wegen eines wüsten Konzerts sollte die Punkband Feine Sahne Fischfilet Konzertverbot in Berlins ältestem Gebäude erhalten. Das hat der Bezirksstadtrat inzwischen relativiert.

Frontmann Jan "Monchi" Gorkow darf mit seiner Band Feine Sahne Fischfilet doch weiter in der Zitadelle Spandau auftreten
DPA

Frontmann Jan "Monchi" Gorkow darf mit seiner Band Feine Sahne Fischfilet doch weiter in der Zitadelle Spandau auftreten


"Sie werden diese Gruppe dort nicht mehr sehen, das kann ich Ihnen zusagen", hatte der "Tagesspiegel" am Donnerstag den CDU-Kultur-Bezirksstadtrat Gerhard Hanke zitiert. Es war um ein Konzert von Feine Sahne Fischfilet in der Zitadelle Spandau gegangen, bei dem gegen Auflagen des Bezirksamts Berlin Spandau verstoßen worden sein soll. Inzwischen hat Hanke seine Aussage laut "Tagesspiegel" relativiert.

Es gehe ihm nicht um die Band, sondern um den Veranstalter Festsaal Kreuzberg. Dieser habe "in eklatanter Weise gegen unsere Sicherheitsbestimmungen verstoßen. Deswegen werden wir künftig in der Zitadelle Spandau nicht mehr mit Festsaal Kreuzberg zusammenarbeiten", erklärte er. "Ich habe natürlich nichts gegen die Band. Die Band ist mir egal", sagte Hanke gegenüber dem "Tagesspiegel".

Bei dem Auftritt sollen Bandmitglieder Discounter-Bier verteilt und per Feuerlöscher Schnaps ins Publikum gesprüht haben. Auch seien aus der Besuchermenge heraus Bengalische Feuer und ein Rauchwerfer eingesetzt worden. Zudem sei vor dem Konzert eine "ausdrücklich nicht genehmigte" politische Veranstaltung durchgeführt worden.

Zu der Untersuchung war es nach einer Anfrage der AfD gekommen.

Feine Sahne Fischfilet nimmt den Veranstalter in Schutz

In einem langen Statement weist die Band die Vorwürfe inzwischen vehement zurück. Das Konzert in der Zitadelle sei "ein großes, friedliches, harmonisches Fest" gewesen. Feine Sahne Fischfilet wirft der lokalen CDU vor, "getrieben durch eine AfD-Anfrage [...] falsche und irreführende Meldungen" zu verbreiten. Etwa hätten sie nicht wie behauptet Bier in Glas-, sondern in Plastikflaschen verteilt. Die Band kündigte an, zivilrechtlich gegen die Berliner CDU sowie "die Bezirkspolitiker, die diese unwahren Behauptungen verbreiten", vorzugehen.

Außerdem nimmt Feine Sahne Fischfilet den Festsaal Kreuzberg in Schutz. Kein Veranstalter habe Einfluss auf den Inhalt der Konzerte. Die laut Hanke "nicht genehmigte" politische Veranstaltung sei ein Gespräch von Freunden der Band über Rechtspopulismus auf der Bühne gewesen. Man finde es "erbärmlich", dass in der Zitadelle Räume an die AfD und neurechte Gruppierungen vermietet werden würden. "Dies haben wir angesprochen und finden es auch weiterhin richtig, da den Finger in die Wunde zu legen."

Die Band kündigte an, in Zukunft nur nochmal in der Zitadelle Spandau zu spielen, wenn der Festsaal Kreuzberg wieder der Veranstalter sei.

kae/yer



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