Flöten-Virtuose Jean-Pierre Rampal tot

Im Alter von 78 Jahren ist der französische Flöten-Virtuose und Orchesterchef Jean-Pierre Rampal gestorben. Er erlag einem Herzinfarkt.

Paris - Rampal starb nach Angaben einer Mitarbeiterin am Samstag in seiner Pariser Wohnung. Der in Marseille geborene Musiker hatte sich als Solist und Dirigent, aber auch als Musikwissenschaftler weltweit einen Namen gemacht. Er verschaffte der Querflöte in der klassischen Musik eine Beliebtheit, wie sie sonst vor allem Pianisten oder Geigenvirtuosen zuteil wird. "Es ist fraglich, ob seit Friedrich dem Großen jemals ein Flötenspieler so viele Anhänger hatte wie Jean- Pierre Rampal", würdigte ihn einst die "Washington Post".

Zahlreiche Tourneen auf fast allen Kontinenten und Schallplatteneinspielungen von klassischen wie auch modernen Kompositionen machten den mehrfach ausgezeichneten Rampal nach dem Krieg rasch berühmt. Er war Solist der Concerts Lamoureux, der Konzertgesellschaft des Konservatoriums von Paris, des französischen Nationalorchesters und vieler anderer bedeutender Klangkörper.

An der Seite anderer bedeutender Solisten - unter ihnen der Cellist Mstislaw Rostropowitsch und der Violinist Isaac Stern - machte Rampal das für ihn "älteste und natürlichste Instrument" durch sein virtuoses Spiel besonders populär. Zugute kam ihm dabei, dass die Flöte nach dem Zweiten Weltkrieg gleichsam eine Wiedergeburt erlebte. Kritiker sprachen von einem "Goldenen Zeitalter". Rampals musikwissenschaftliche Forschung trug maßgeblich zur Wiederentdeckung der Barockmusik in Frankreich bei. Lange vernachlässigte oder vergessene Meisterwerke veröffentlichte er in seinem Buch "Alte Musik für Flöte".